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UKGM will Palliativstation errichten

Klinik UKGM will Palliativstation errichten

Schwerstkranke Menschen, die mit dem Tod ringen, bedürfen einer besonderen Pflege. Seit Jahren fordern daher Verbände und Mediziner die Einrichtung einer Palliativstation am Marburger Uni-Klinikum.

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Blick in ein Patientenzimmer der Palliativstation im Roten Kreuz Krankenhaus in Kassel. Die Station verfügt über rund 15 Betten in 13 Zimmern. Der Neubau auf dem Dach des Bettenhauses kostete 3,7 Millionen Euro. Archivfoto

Quelle: Uwe Zucchi

Marburg. Die Pläne liegen bereits seit drei Jahren in der Schublade, nun sollen sie in Teilen umgesetzt werden. Der Ärztliche Direktor der Uni-Klinik Marburg, Professor Jochen Werner, kündigte auf Anfrage der OP an, dass das UKGM im ersten Halbjahr 2014 eine Palliativstation errichten wird. Palliativmedizin ist die schmerzmedizinische Versorgung und die psychosoziale Betreuung von Schwerstkranken in Todesnähe.

Im Gegensatz zum Hospiz, wo die Menschen bis zum Tod bleiben, werden Patienten auf der Palliativstation einer Klinik nur eine Zeit versorgt – unter medizinischen und würdevollen Bedingungen. Ende 2010 hatte der damalige UKGM-Geschäftführer Rohrer bereits erste Pläne für eine solche Station gemacht. Er hatte eine Arbeitsgruppe mit Experten aus der Praxis, Palliativmedizinern, gebildet.

Bisher ist die Versorgung von Palliativ-Patienten jedoch nach wie vor dezentral organisiert. Patienten kommen in die „normalen“ Stationen und werden nach ihrer Entlassung von Pflegern und Ärzten des Netzwerks Palliativmedizin betreut. Das Klinikum kooperiert mit dem Netzwerk.

Nach dem bisherigen Konzeptentwurf sollten Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen zusammenarbeiten. Die palliativmedizinische Lehre gehört für Medizinstudenten seit mehr als zwei Jahren zum Pflichtfach, daher könnte die Station auch für die Weiterbildung eine Rolle spielen.

Ruhe und Licht in moderner Station

Speziell geschulte Krankenpfleger, aber auch Physiotherapeuten und Sozialarbeiter oder Psychologen sollten das Team dieser besonderen Station verstärken, so die Vorstellung der damaligen Arbeitsgruppen. Sie wollte eine Ergänzung zu den bisherigen Strukturen in Marburg bieten.

Laut Werner gibt es nun ein konkretes Konzept, das in Teilen an Rohrers Plänen sowie an der Arbeit des Palliativmediziners und Onkologen Dr. Jorge Riera Knorrenschildt anknüpft.

Vor dem Hintergrund des Anneliese Pohl-Zentrums zur Förderung der Krebsforschung sei es sinnvoll, dass bald auf den Lahnbergen auch eine Palliativstation eingerichtet wird. „Zur Krebsmedizin gehört Forschung und Patientenbehandlung, aber auch die Palliativmedizin“, so Werner. Aufgrund der hohen Kosten werde man zunächst nur mit zehn statt ursprünglich 15 Betten beginnen. Nach den Plänen von 2011 sollte eine gemeinsame Wohnküche, Ruheräume für Patienten und Angehörige sowie besondere Badezimmer zur modernen, lichtdurchfluteten Station gehören. Werner machte keine Angaben darüber, ob dies noch so vorgesehen ist. Zunächst müsse die Finanzierung stehen, dann könne man Details nennen. Seit Jahren fordern onkologische Selbsthilfegruppen und Verbände, aber auch Ärzte aus der Region, die Errichtung einer Palliativstation.

Selbsthilfegruppen sammeln Unterschriften

Eine Initiative hat eine Unterschriftenaktion gestartet, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. „Im Großraum Marburg haben wir viele Angebote für Palliativpatienten, allerdings vermissen wir schmerzlich den letzten notwendigen Baustein, eine Palliativstation“, heißt es in der „Petition“, die an die Geschäftsführung des UKGM gehen soll. Werner erklärt, er werde die Unterschriften entgegen nehmen.

von Anna Ntemiris

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