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UKGM schreibt rote Zahlen

Rhön-Klinikum AG UKGM schreibt rote Zahlen

Die Rhön-Klinikum AG hat vergangenes Jahr 1,22 Millionen Patienten behandelt und dabei einen Gewinn von 1,23 Milliarden Euro erwirtschaftet.

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Die Vorbereitung für die Inbetriebnahme des Partikeltherapiezentrums in Marburg laufen. Laut Rhön-Chef werden Ende des Jahres die ersten Patienten behandelt.

Quelle: Thorsten Richter

Frankfurt. Der im vergangenen Jahr abgeschlossene Verkauf von insgesamt 43 Kliniken beeinflusste die Patientenzahlen und Geschäftsentwicklung der Rhön-Klinikum AG. Die „neue Rhön“ umfasst nun zehn „maximalversorgungsnahe Einrichtungen“ an fünf Standorten, darunter die Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM).

Diese Neustrukturierung des Klinikportfolios nach dem Verkauf an die Fresenius-Tochter Helios machen die unmittelbare Vergleichbarkeit der Geschäftszahlen mit den Vorjahren, insbesondere mit 2013, schwierig, teilte der Konzern aus Bad Neustadt an der Saale am Freitag mit. Der Umsatz der Rhön-Klinikum AG beläuft sich vor diesem Hintergrund im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,51 Milliarden Euro.

Dividende soll verdreifacht werden

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) liegt durch den Erlös für die veräußerten Kliniken bei 1,41 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn beträgt 1,23 Milliarden Euro, im Vorjahr nahm er 90 Millionen Euro ein. Die am Freitag vorgestellten Zahlen bestätigen die vorläufige Jahresbilanz, die der Konzern vor rund sechs Wochen veröffentlicht hatte.

Rund 1,22 Millionen Patienten zählte der Konzern insgesamt im vergangenen Jahr. „Unter Berücksichtigung der durch die Transaktion entstandenen Sondersituation mit ihren Belastungen ist das erzielte Ergebnis für das Jahr 2014 sehr zufriedenstellend.

Mit der strategischen Neuaufstellung und der Konzentration auf maximalversorgungsnahe Leistungen haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass unser Unternehmen in einem stark regulierten Wettbewerbsumfeld das attraktive Marktsegment der Spitzenmedizin erfolgreich besetzen und ausfüllen wird“, sagte Dr. Dr. Martin Siebert, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 10. Juni vorschlagen, den Bilanzgewinn in Form einer Dividende in Höhe von 80 Cent je Aktie an die Anteilseigner auszuschütten. Das wäre mehr als eine Verdreifachung. Zudem soll es einen weiteren Aktienrückkauf geben.

Partikeltherapiezentrum als Leuchtturm für die Rhön AG

Zu den einzelnen Kliniken wollte der Konzern wie in den Vorjahren keine Zahlen nennen. Allerdings finden sich im Geschäftsbericht Angaben zum UKGM. Siebert bezeichnet das Partikeltherapiezentrum in Marburg als einen Leuchtturm – diese Metapher verwendete auch die hessische Landesregierung im Jahr 2006.

Nach mehreren Jahren des Stillstands und herber Rückschläge wurde im vergangenen Jahr dann die Inbetriebnahme beschlossen – unter neuen Voraussetzungen. Die eigens dafür gegründete Gesellschaft Marburger Ionenstrahl- Therapiezentrum (MIT) wird der Betreiber. Die Rhön AG ist nur zu 24,9 Prozent an MIT beteiligt.

Die Heidelberger Uni-Klinik übernimmt die Führung des Großprojekts (die OP berichtete). Derzeit laufen die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme und die Schulungen der Mitarbeiter. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Patienten bei normalem Projektverlauf gegen Ende des laufenden Geschäftsjahres in dieser weltweit führenden Einrichtung behandelt werden können“, so Siebert.

UKGM: Fehlbetrag von rund 5,6 Millionen Euro

Das UKGM rutschte 2014 in die roten Zahlen ab und schloss das Jahr mit einem Ergebnis von Minus 5,6 Millionen Euro. Im Jahr 2013 hatte das UKGM noch einen Gewinn von fast zwei Millionen Euro erzielt. 2015 ist für den Konzern das erste vollständige Geschäftsjahr mit neu strukturiertem Portfolio.

Das Unternehmen rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatz von bis 1,12 Milliarden Euro sowie einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und ­Abschreibungen (EBITDA) zwischen 145 Millionen Euro und 155 Millionen Euro.

Unterdessen sorgt in Marburg die Forderung von Rhön-Aufsichtsratschef Eugen Münch, die ambulante Versorgung am UKGM anzusiedeln, weiterhin für Kritik. Am Freitag berichtete die OP, dass Münchs Vorschlag auf Widerstand der Ärztevereinigung „Prima“ stieß.

Jan Schalauske erklärte für die Fraktion Marburger Linke: Wenn Münch meine, die weitere Zukunft des UKGM am Standort Marburg läge nur in einer Übernahme der ambulanten Flächenversorgung, dann sei dies ein Angriff auf die unabhängige Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte. Es sei aber auch ein „Eingeständnis, dass die Privatisierung des UKGM gescheitert ist und der Rhön-Konzern kein Konzept hat, wie er das Marburger Klinikum entwickeln möchte“, so Schalauske, der auch Vorsitzender des Bündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“.

von Anna Ntemiris

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