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UKGM plant Notbetrieb, Verdi Protest

Tarifstreit UKGM plant Notbetrieb, Verdi Protest

Zwei unterschiedliche ­Veranstaltungen mit ­einem Tenor: Mitarbeiter in Kliniken fordern mehr Geld und mehr Personal. In Marburg und in anderen Städten finden Kundgebungen statt.

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Diesen Mittwoch wollen Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen, um im laufenden Tarifkonflikt für höhere Gehälter zu demonstrieren. Vor dem Haupteingang des UKGM sind Kundgebungen – wie auf dem Archivbild von 2011 – geplant.

Quelle: Archivfoto: Thorsten Richter

Marburg. Patienten, die diesen Mittwoch einen Termin am Uni-Klinikum Marburg haben, müssen damit rechnen, dass er ausfällt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft die nicht-ärztlichen Beschäftigten zum Streik auf (die OP berichtete). Das Uni-Klinikum hat mit Verdi für den Streiktag eine Notdienst-Vereinbarung unterzeichnet. Die Klinik wird mit einer Mindestbesetzung wie an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Die Klinikdirektoren werden vom UKGM aufgefordert, Patiententermine zu verschieben.

Das bedeutet, Patienten müssen damit rechnen, dass ihnen­ am Dienstag für Mittwoch geplante Aufnahme-Termine oder Operationstermine abgesagt werden. Das betrifft allerdings nicht Notfälle oder dringende Termine. Durch den Streik darf es zu keiner Gefährdung von Patienten kommen, erklären Gewerkschaft und UKGM. Details zum Betrieb am Streiktag wollte das UKGM nicht bekannt geben.

Während Verdi im laufenden Tarifstreit für die nichtwissenschaftlichen Beschäftigten eine Erhöhung um 7,5 Prozent, mindestens aber 120 Euro, sowie eine Erhöhung von Azubi- und Praktikantenvergütungen um 120 Euro und die Erhöhung der Nachtzuschläge auf 25 respektive 40 Prozent fordere, habe die UKGM-Geschäftsführung eine gestaffelte Erhöhung vorgelegt.

Kundgebung für mehr Personal

Demnach solle die Vergütung ab dem 1. Juli um 1,5 Prozent steigen, zum 1. Oktober solle eine weitere Erhöhung von 1,5 Prozent stattfinden – und eine dritte um 1,25 Prozent zum 1. Juli kommenden Jahres – bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zudem biete der Arbeitgeber für die sechs Nullmonate von Januar bis Juni eine Einmalzahlung von 120 Euro sowie eine leichte Erhöhung von Zulagen und Nachtdienstzuschlägen an.

Nach dem Abbruch der Verhandlungen wurde der Warnstreik für Mittwoch am vorigen Donnerstag bekannt gegeben, schon länger steht für den gleichen Tag eine Kundgebung fest, die am Marburger Marktplatz um 17 Uhr beginnt. Krankenhausbeschäftigte wollen die Personalnot bundesweit zum ­Thema ­machen.

Jede Fünfte Stelle fehlt

Bereits am Mittag machen Beschäftigte der Krankenhäuser für zehn Minuten den Personalnotstand sichtbar. 162 000 Mitarbeiter wollen an diesem Tag 162 000 Nummern in die Höhe halten.
Die Zahl 162 000 symbolisiert: Jede fünfte Stelle fehlt in den deutschen Krankenhäusern, um eine anständige Versorgung zu gewährleisten, erklärt Verdi. Auch das Verdi Bildungszentrum in Gladenbach beteiligt sich an der Aktion und wird am Mittwoch um 13 Uhr vor der Tür des Bildungszentrums eine „dezentrale“ Menschenkette der 162 000 bilden.

Björn Borgmann, Verdi-Fachbereichsvorsitzender für Mittelhessen, geht davon aus, dass zur Kundgebung auf dem Marktplatz nicht nur Beschäftigte der Kliniken kommen, sondern auch viele Bürger. „Jeder, der denkt, dass die Krankenhäuser mehr Personal benötigen, ist aufgerufen“.  Laut Björn Borgmann werden sich auch Beschäftigte der Vitos-Kliniken an der Kundgebung beteiligen. Er betont ausdrücklich, dass es sich nicht um eine reine UKGM-Protestaktion handelt

von Anna Ntemiris

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