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UKGM-Spitze wehrt sich gegen „113“-Vorwürfe

Geplantes Ambulanz- und Diagnostikzentrum UKGM-Spitze wehrt sich gegen „113“-Vorwürfe

Mit Vehemenz reagiert das UKGM auf Aussagen der Sprecherin der Initiative „Notruf 113“, Ulrike Kretschmann, zu den Plänen zur Errichtung eines Ambulanz- und Diagnostikzentrums auf den Lahnbergen.

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Der Ärztliche Direktor Professor Harald Renz äußert sich zu den Vorwürfen der Initiative „Notruf 113“.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die privatisierungskritische Initiative „Notruf 113“ hatte in dem OP-Bericht von Mittwoch die Befürchtung geäußert, wenn erst einmal ein Ärztehaus auf den Lahnbergen entstanden sei, werde die Geschäftsführung des Klinikums darauf hinwirken, auch die ärztlichen Notdienste dort einzurichten.

Notruf-Mitglied Dr. Ulrike Kretschmann hatte erklärt, die Unabhängigkeit des Hausarztes wäre durch ein solches Zentrum erheblich beeinflusst. „Notruf 113“ kritisiert zudem grundsätzlich die Privatisierung und Fusion der Uni-Klinika Gießen und Marburg. Der Hessische Landtag hatte vor zehn Jahren, am 31. Januar 2006, den Verkauf von 95 Prozent der Gesellschafteranteile des Landes am UKGM an die Rhön-Klinikum AG beschlossen.

Die jetzt neu formierte UKGM-Spitze, Dr. Gunther K. Weiß ist seit Januar nicht nur am Standort Marburg Chef, sondern auch Vorsitzender der UKGM-Geschäftsführung, sowie Professor Harald Renz, neuer Ärztlicher Direktor am UKGM in Marburg, werfen Kretschmann vor, „mit ihrer einseitigen und undifferenzierten Kritik am UKGM die seit Jahren bekannte Grundsatzkritik von ‚Notruf 113‘ am privaten Betreiber des UKGM“ fortzusetzen.

Es sei die Aufgabe aller Akteure im Gesundheitswesen, sich über die bestmögliche medizinische Versorgung der Patienten Gedanken zu machen und passgenaue, innovative Vorschläge vorzulegen, so beispielsweise das Konzept „Gesundheitscampus Marburg“ der Rhön Klinikum AG.

„Völlig unberechtigt“

Kritik zu üben, ohne Alternativen vorzustellen, diene der Sache nicht und sei kein Beitrag, die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern. Die Zahl der komplexen Erkrankungen steige und in ländlichen Regionen werde es voraussichtlich immer weniger Haus- und Fachärzte geben und der wirtschaftliche Druck auf alle Krankenhäuser in Deutschland bleibe ungebrochen hoch.

„Völlig unberechtigt“ seien die Behauptungen von Kretschmann, das UKGM weise aus ökonomischen Gründen „Patienten (mit) ernsten Erkrankungen“ ab oder erkenne diese erst gar nicht. „Richtig ist vielmehr, dass im Mittelpunkt all unseres Handelns im Klinikum der Patient steht, der sich an uns wendet. Patienten werden von uns nicht abgewiesen, sondern gemäß den medizinischen Notwendigkeiten behandelt und betreut“, erklärt Professor Harald Renz.

Mit dem Projekt des Gesundheitscampus Marburg „wollen wir das medizinisch wie wirtschaftlich gut begründete Ziel unterstützen, dass auch an einem Universitätsklinikum alle medizinischen Leistungen, die ambulant erbracht werden können, auch ambulant erbracht werden“, erläutert Weiß. Dafür wolle man niedergelassenen Ärzten in der Nähe des Klinikums die Möglichkeit geben, in eigener Praxis und Verantwortung ambulante Patienten zu betreuen.

„Wir versprechen uns davon, dass Patienten, die besser von niedergelassenen Haus- und Fachärzten als in teureren Krankenhausambulanzen behandelt werden, dort auch zeitnah einen Besuchstermin bekommen. Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es eine Reihe von medizinischen und wirtschaftlichen Synergiepotentialen gibt, die man nutzen kann, wenn ein solches ‚Ambulanz- und Diagnostikzentrum‘, in dem auch andere medizinische und medizinnahe Dienstleister beheimatet sein sollen, in der Nähe des Klinikums auf den Lahnbergen angesiedelt wäre.“

Einen anderen Schwerpunkt des Projektes Gesundheitscampus Marburg sieht das UKGM in der Möglichkeit der Neustrukturierung und des Ausbaus der Hochschulambulanzen. Ziel sei unter anderem eine engere Verzahnung zwischen der ambulanten Ausbildung junger Mediziner und der ambulanten Versorgung.

von Anna Ntemiris

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