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UKGM-Chef: Pflegejobs in Bad Berka

Azubi-Streit UKGM-Chef: Pflegejobs in Bad Berka

Zwei Kliniken der Rhön-Klinikum AG haben den 16 Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege, die im Frühjahr dieses Jahres ihre Ausbildung am UKGM Marburg abschließen, Stellen angeboten.

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Für die Pflegeazubis, die vom UKGM nicht übernommen werden, stehen – laut Geschäftsführer – innerhalb des Rhön-Konzerns an anderen Standorten Arbeitsplätze zur Verfügung.

Quelle: Uwe Anspach/dpa

Marburg. In Bad Berka (Thüringen) sind bis zu 20 Arbeitsplätze in der Pflege, in Bad Neustadt a. d. Saale (Bayern) 15 Stellen zu besetzen. Das teilte das UKGM in Marburg mit, nachdem die OP berichtet hatte, dass der jetzige Marburger Abschluss-Kurs der Pflege-Azubis nicht übernommen werden kann.

Der Übernahme-Stopp hat für erhebliche Kritik gesorgt – der Betriebsrat, aber auch Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) hatten das UKGM aufgefordert, die jungen Auszubildenden zumindest befristet weiterzubeschäftigen.

Der Marburger UKGM-Geschäftsführer Dr. Gunther K. Weiß erklärte, dass er, das Personalmanagement und die Pflegedirektion des UKGM in den vergangenen Wochen bereits rund 50 Stellenangebote aus der Region Mittelhessen zusammengetragen haben, die den Teilnehmern des aktuellen Kurses für ihre weitere berufliche Planung zur Verfügung stünden.

Jugendvertreter: Qualitätsverlust in Marburg

Als größter Ausbildungsbetrieb in der Region bilde das Universitätsklinikum seit Jahren schon weit über den eigenen Bedarf aus. „Daher freuen wir uns über die beiden Angebote aus unseren Schwesterkliniken in Bad Neustadt und Bad Berka sehr und werden unseren Auszubildenden ans Herz legen, sich dorthin zu orientieren.“ Aber auch in der Region Mittelhessen gibt es laut Weiß rege Nachfrage nach den 16 Examensschülern, so zum Beispiel aus der Stadt Marburg, dem Landkreis Marburg-Biedenkopf, von den Maltesern, den Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar und dem Regierungspräsidium Gießen. Es seien Stellen in Kliniken genauso dabei wie in ambulanten Pflegediensten und der Altenpflege.

Der Jugend- und Auszubildendenvertreter am UKGM in Marburg, Tobias Fischer, übte erneut heftige Kritik. „Dass das UKGM die eigenen Auszubildenden an andere Kliniken vermittelt, ist eine untragbare Situation. Wir haben hier gut ausgebildete und hochqualifizierte Fachkräfte, die wir benötigen. Daher ist das ein Qualitätsverlust für den Standort Marburg.“

Das Angebot, in Bayern oder Thüringen eine Stelle zu bekommen, sei für viele Auszubildenden nicht wirklich eine Alternative. „Viele haben hier schon Familie, sind an die Region gebunden“, so Fischer. Die nächsten Abschlussklassen – nicht nur in der Pflege, sondern beispielsweise auch die in der Technik – im Herbst müssten nun auch damit rechnen, am UGKM in Marburg keine Anstellung zu finden. Auch sei zu befürchten, dass sich künftig weniger Schüler am UKGM für eine Ausbildung bewerben, da eine Übernahme nicht mehr garantiert werde.

von Anna Ntemiris

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