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Neue Liste tritt zur Wahl an

UKGM-Betriebsrat Neue Liste tritt zur Wahl an

Ende März wird am UKGM ein neuer Betriebsrat gewählt. Nun steht fest: Die Kandidaten von vier Listen hoffen auf Stimmen, um in das 
Gremium einzuziehen.

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Vom 29. bis 31. März wird am UKGM ein neuer Betriebsrat gewählt. Die gut 4600 Wahlberechtigten werden sich zwischen vier Listen entscheiden können.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Annahmeschluss für die Listen war am vergangenen Mittwoch um 16 Uhr. „Bis zu diesem Termin sind beim Wahlvorstand vier Vorschlagslisten­ eingegangen“, sagt Wahlleiter­ Wolfgang Demper, der auch gleichzeitig stellvertretender Betriebsratsvorsitzender ist.

Dabei gibt es eine Überraschung. Denn statt der bisher drei Listen werden die Beschäftigten am UKGM aus den Kandidaten von vier Listen auswählen können. Neben den drei bereits bekannten Gruppierungen, nämlich der „Liste Marburger Bund“, der „Freien und unabhängigen Liste“ und der Liste „Verdi“ geht nun auch die „DRK-Schwestern-Liste“ in das Rennen um Stimmen der Beschäftigten. „Alle vier Listen wurden vom Wahlvorstand als in Ordnung befunden, zur Wahl zugelassen und dementsprechend mittlerweile im Betrieb veröffentlicht“, erläutert Demper.

Großartige Neuerungen auf den bekannten Listen gebe es nicht – im Wesentlichen werde sich an den Kandidaten nichts ändern. Bei der Verdi-Liste nehmen Bettina Böttcher und Björn Borgmann die Spitzenplätze ein, Listenführer bei der „Freien und unabhängigen Liste“ sind Heinz Laucht und Klaus Gerber. Die „Liste Marburger Bund“ wird von Dr. Franz Josef Schmitz und Erika Hallenberger angeführt. „Und auf dieser Liste bin ich nun auch zu finden“, fügt Demper hinzu, der ja eines der rund ein Dutzend Verdi-Mitglieder war, die aus Protest aus der Gewerkschaft ausgetreten waren (die OP berichtete). Spitzenkandidatin der „DRK-Schwestern-Liste“ ist Inge Pilgrim-Schäfer.

Wahl

Bei der Verhältniswahl stehen nicht einzelne Personen zur Wahl für den Betriebsrat, sondern unterschiedliche Listen. Der Wähler muss sich für eine der eingereichten Vorschlagslisten entscheiden. Deshalb hat er nur eine Stimme, gleichgültig, wie groß das Betriebsratsgremium sein muss. Welche Listen wie viele Sitze bekommen, entscheidet sich nach der Anzahl der auf sie entfallenden Stimmen. Innerhalb der ­jeweiligen Liste ist dann die Reihenfolge maßgebend, in der die einzelnen Wahlbewerber auf der Liste stehen. Außerdem muss das Geschlecht der Minderheit im Betrieb gesondert berücksichtigt werden.

Eine weitere Neuerung ist laut Demper, dass die UKGM Service GmbH mit ihren rund 75 Angestellten mittlerweile ebenfalls das passive und aktive Wahlrecht erhalten habe. „Der Arbeitgeber hat erklärt, dass wir einen gemeinsamen Betrieb bilden.“ Demzufolge habe der Wahlvorstand gehandelt. Da es also bei der Wahl, die vom 29. bis 31. März am Klinikum und den jeweiligen Betriebsstätten stattfinden wird, keine Einheitsliste gibt, wird auch keine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht stattfinden.

Stattdessen gibt es erneut eine Listenwahl – diese wird nach dem komplizierteren Verhältniswahlrecht vorgenommen. Wahllokale werden am ­Ortenberg, im OP-Bereich, an der Elisabeth-von-Thüringen-Akademie und schließlich auf den Lahnbergen im Neubau des dritten Bauabschnitts sein. „Die Auszählung erfolgt am 31. März ab 15 Uhr öffentlich gegenüber der Apotheke im dritten Bauabschnitt statt.

Die Beschäftigtenzahl am UKGM ist seit der letzten Wahl, die 2014 stattfand, auf mehr als 4500 Personen gewachsen. „4615 Arbeitnehmer sind wahlberechtigt“, sagt Demper – dementsprechend wird der ­Betriebsrat von 27 auf 29 Mitglieder wachsen.

Neue Liste als 
„Zünglein an der Waage“?

Da – von der neuen Liste abgesehen – wieder die bekannten Personen als Kandidaten zur Verfügung stehen, wird sich an der verfahrenen Situation im Gremium allerdings recht wenig ändern. Jedoch dürfte wohl auch mindestens eine Person von der „DRK-Schwestern-Liste“ in das Gremium einziehen.

Bei knappen Entscheidungen innerhalb des Gremiums könnte dies dann durchaus „das Zünglein an der Waage“ sein. An der Zahl der Freistellungen von sieben Mitgliedern wird sich laut Wahlleiter Demper nichts ändern.

„Diese wurden beim letzten Mal innerhalb des Gremiums auf einer Einheitsliste gewählt“, sagt Demper. Es wurden also die sieben Mitglieder, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten, freigestellt.

Ob dies nach der konstituierenden Sitzung des Betriebsrats auch in diesem Jahr wieder so laufen werde, stehe derzeit noch nicht fest – es könne durchaus sein, dass man von diesem System, je nach Zusammensetzung des Betriebsrats, zugunsten der Verhältniswahl abweichen werde. „Darauf müssen sich letztendlich die Listenführer einigen“, erläutert Demper.

von Andreas Schmidt

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