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Turbo-Einkauf mit dem Blick auf die Stoppuhr

Lidl im Schlossberg-Center Turbo-Einkauf mit dem Blick auf die Stoppuhr

Ein Hauch von Renn-Feeling lag in der neu eröffneten Lidl-Filiale im Marburger Schlossberg-Center in der Luft: Drei Kunden traten zum kostenlosen Turbo-Einkauf an.

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Drei Minuten – null Cent: Ruckzuck ist der Einkaufswagen von Karl-Heinz Mumenthaler wohlgefüllt, Verkaufsleiter Oliver Acker sitzt den Einkäufern mit der Stoppuhr im Nacken.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Hoch konzentriert, den Blick fest auf die begehrten Waren geheftet, die Hand nervös am Einkaufswagen, drei Minuten Zeit – es war wohl der schnellste Einkauf ihres Lebens, den die Teilnehmer in kürzester Zeit hinter sich brachten.

„An die Einkaufswagen, fertig, los!“: Kaum gibt Verkaufsleiter Oliver Acker das Startsignal, spurten die Gewinner nacheinander los, rennen schon fast durch die engen Supermarktregale und packen ein, was nicht niet- und nagelfest ist. Ihr Ziel: so viele und so wertvolle Waren wie möglich in nur drei Minuten in ihre Wagen zu bekommen. 180 Sekunden sind schnell vorüber. Keine Zeit also für einen gemütlichen Einkaufsbummel im Schneckentempo, mit steter Kontrolle des Einkaufszettels oder einem Preis-Check.

Entsprechend rasant gehen die „Freishopper“ zu Werke, steuern gezielt im Vorfeld ausgesuchte Regale an und werfen die erbeuteten Waren mit Schwung in die Wagen, dass der Metallkorb nur so scheppert.

Die Obst- und Gemüseabteilung wird von allen sofort ignoriert – zu viele kleine Einzelstücke, zu wenig Zeit. Erster Anlaufpunkt ist die Tiefkühlabteilung, die sichtbar schrumpft, während gefrorenes Edel-Fleisch gleich kiloweise den Weg in die Wagen findet. „Wir lieben Fisch“, denkt Karl-Heinz Mumenthaler an künftige Abendessen mit der Gattin und schlägt im Vorbeigehen noch ausgiebig beim Fischfilet zu. Schnell noch zehn Kilogramm Kaffee hinterher, und weiter geht es zur Werkzeug-Ecke, die umgehend geplündert wird.

Slalomlauf rund um die übrigen Kunden

Sabrina Krause ergattert eine Bohrmaschine, eine Stichsäge, wirft noch schnell ein Waffeleisen hinterher – weiter geht es zum nächsten Regal, „noch eineinhalb Minuten“, die Zeit drängt. Fix landen jede Menge Süßigkeiten und Adventskalender für die Kinder im Wagen, die Vorweihnachtszeit ist ja nicht mehr fern. Auf ihrem eiligen Weg weichen die Teilnehmer den wenigen anderen Kunden aus, die grübelnd vor den Regalen stehen, den rasanten Wettkämpfern überrascht hinterherschauen.

Letzter Stopp auf dem Weg zur Kasse, den Verkaufsleiter mit Stoppuhr stets im Nacken, ist die Weinabteilung. „Noch zehn Sekunden“, die letzten Flaschen werden zwischen die Waren der bereits überquellenden Wagen gestopft, dann ertönt das Signal: „Stopp.“ Das war‘s, der dreiminütige Turbo-Einkauf ist vorbei, die Speed-Shopper sind geschafft, aber glücklich – bezahlen müssen die drei ihren Großeinkauf nämlich nicht. Was wie ein Hamsterkauf für schlechte Zeiten anmutete, war eine Kundenaktion des Lidl-Marktes zur Neueröffnung.

Bei der Eröffnung nahmen rund 600 Kunden an einem Gewinnspiel zum Speed-Shoppen teil, drei von ihnen wurden ausgewählt: Sabrina Krause, Karl-Heinz Mumenthaler und eine Dame, die ihren Namen nicht nennen möchte.

Die Krönung ist der Hochdruckreiniger

Zufrieden schaut Sabrina Krause auf ihren gut organisierten Warenstapel. „Ich freue mich riesig, es ist mehr als gedacht, war das aufregend“, sagt die vierfache Mutter aus Marburg.

Auch ihre Kinder dürften sich über allerhand Leckereien und bunte Weihnachtsmützen freuen. Im Vorfeld hatte sich die 32-Jährige einen genauen Plan gemacht, die besten Laufwege schon einmal ausgelotet, sich die wichtigsten Regale gemerkt. Besonders freut sie sich über das Werkzeug, „das kann ich gut gebrauchen“.

Eine Strategie hatte sich auch Karl-Heinz Mumenthaler überlegt, nahm die ungewöhnliche Einkaufaktion als „schönen sportlichen Anreiz“. Neben Lebensmitteln packte auch der 66-Jährige schon einmal kleine Geschenke zusammen. Besonders freut er sich über einen Hochdruckreiniger, den er in seinen Wagen wuchten konnte.

Die drei Teilnehmer räumten Waren im Wert von insgesamt 1037,13 Euro ab. „Das hat sich gelohnt, wir freuen uns für unsere Stammkunden“, lobte Filialleiter André Chwallek.

von Ina Tannert

 
 
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