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Türgriffe schützen vor Keimen

Firma HOPPE Türgriffe schützen vor Keimen

Die Stadtallendorfer Firma HOPPE fertigt spezielle keimfreie Türgriffe, die Ansteckungsrisiken vermeiden sollen. Besonders öffentliche Einrichtungen, wie Schulen, Kindertagesstätten und Krankenhäuser können davon profitieren.

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Die Firma HOPPE fertigt antimikrobielle Griffe für die Verbesserung der Hygiene.

Quelle: Sven Geske

Stadtallendorf. Über Hygiene in öffentlichen Einrichtungen wird aktuell diskutiert. Bis zu 15.000 Todesopfer jährlich fordern multiresistente Krankheitserreger, die auch indirekt übertragen werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat diesen Keimen jüngst den Kampf angesagt und möchte dem Thema eine deutlich höhere Priorität geben als bisher. Auch das Universitätsklinikum Marburg und Gießen begrüßt diese Pläne (die OP berichtete).

Helfen im Kampf gegen die Killer-Keime könnten die „Secu-San“-Türgriffe des in Stadtallendorf ansässigen Unternehmens HOPPE. Dort werden Tür- und Fenstergriffe gefertigt, unter anderem jene antibakteriellen Griffe, die das Ansteckungsrisiko über die von vielen Menschen betätigten Hebel ausschließen sollen.

„Viele Menschen, die einen Türgriff in einem öffentlichen Gebäude benutzen, wissen gar nicht, wie vielen Menschen sie indirekt die Hand geben“, sagt Jürgen Vorig vom Produkt-Management bei HOPPE. Je mehr Menschen einen Griff im Laufe der Zeit nutzen, desto höher werde die Anzahl der Keime auf ihnen.

Silberionen zerstören Zellmembran der Keime

Mit einer speziellen Oberfläche auf den „Secu-San“-Türgriffen wird das mikrobielle Wachstum auf den Griff-Oberflächen unterdrückt. In verschiedenen Labor- und klinischen Praxistests wurde die Wirksamkeit attestiert. Auch am UKGM in Marburg wurde ein solcher zweiwöchiger Test vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene durchgeführt. Er bescheinigt eine „effektive keimabtötende Wirkung“. Dies betrifft nicht nur Bakterien, sondern alle Arten schädlicher Mikroorganismen, wie Vorig erläutert. HOPPE verwendet Silberionen für die entsprechende Oberfläche.

Silberionen sind die elektrisch-geladenen Moleküle des Edelmetalls Silber. Die antimikrobielle Wirkung dieser Ionen in feinstverteilter Form macht sich auch die Medizin bereits seit längerem zunutze. Laut Vorig eignen sie sich zudem sehr gut für Beschichtungen. Sie zerstören zunächst die Zellmembrane eines Keims, sodass dieser kurze Zeit danach abstirbt. Sie bieten somit einen kontinuierlichen Schutz vor Keimablagerungen, der – so Vorig – mit einer sonst zweimaltäglich üblichen Waschdesinfektion nicht zu erreichen ist.

Optisch unterscheiden sich die „Secu-San“-Griffe nicht von herkömmlichen Griffen. Einzig eine Kennzeichnung am Griffhals weist auf die besondere Beschichtung hin. Neben Türgriffen könne die „Secu-San“-Beschichtigung potenziell auch an Krankenhaus-Bettgestellen verwendet werden. Wünschenswert sei eine Beschichtung zudem beispielsweise an Schiebe­stangen von Einkaufs-wagen oder an Haltegriffen von Bussen und Bahnen, so Vorig.

von Peter Gassner

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