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Jury wählt Couchtisch auf den ersten Platz

Tischler-Wettbewerb „Die gute Form“ Jury wählt Couchtisch auf den ersten Platz

Tim Schäfer ist nicht nur zweitbester Prüfling der Tischler-Innung Marburg – er gewann mit seinem Couchtisch als Gesellenstück auch den Wettbewerb „Die gute Form“.

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Tobias Dörr (von links), Jury-Mitglied Michael Bücking, Sieger Tim Schäfer, Christian Lang, Thomas Walter und die Jury-Mitglieder Horst Barthel und Katja Wagner-Grebe mit dem Couchtisch, der von der Jury als Gewinnerstück im Wettbewerb „Die gute Form“ ausgezeichnet wurde.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Von Freitag bis Sonntag waren die Gesellenstücke der 17 Tischler-Junggesellen im Cineplex zu sehen. Vor der Eröffnung der Ausstellung überreichte der Prüfungsausschuss den jungen Leuten ihre Prüfungszeugnisse, ehrte die Innungsbesten und zeichnete die Sieger des Wettbewerbs „Die gute Form“ aus – einem Innungswettbewerb, der bis zur Bundesebene führt.

„Drei Jahre Arbeit habt ihr nun hinter euch gebracht, die letzten Wochen nicht nur wegen der Hitze viel Schweiß triefen lassen“, sagte Stephan Becker, Obermeister der Marburger Tischler-Innung, zu den 17 Junggesellen. Nun hätten es die Ex-Azubis geschafft – sie würden die Prüfungsergebnisse erfahren.

Nicht alle Möbelstücke nahmen an dem Wettbewerb teil – denn laut Becker gelten drei Kriterien für die Teilnahme: Der Prüfling muss aus einem Innungsbetrieb stammen, er darf nicht älter als 25 Jahre sein – und er muss mindestens mit der Note 3 abgeschlossen haben. Sechs Möbel blieben so noch übrig, über die die Jury, bestehend aus der Architektin Katja Wagner-Grebe, dem stellvertretenden Leiter der Holzfachschule Bad Wildungen, Michael Bücking, und dem Großseelheimer Designer Horst Barthel bestand.

Schweres Ringen der Jury

„Es war ein schweres Ringen“, gab Bücking zu, „ihr habt alle sehr hochwertige Stücke gebaut“. Aber anhand objektiver Kriterien habe sich die Jury den Möbeln genähert und sei dann auch über das ein oder andere Design gestolpert, das man besser habe ausführen können.

Den dritten Platz belegte Tobias Dörr mit seinem TV-Möbel: Es bestach durch seine klare, schlichte Form, das „nicht nur als Möbel an der Wand, sondern auch als Raummöbel zu sehen ist“, wie Horst Barthel erläuterte. Es sei eine „ganzheitliche Erscheinung“ entstanden, „bei dem man nur wenig weglassen kann – was ein Indiz für ein gutes Design ist. Denn weniger ist oft mehr.“

Den zweiten Platz belegte Christian Lang mit seinem Kommodenschrank. „Die Ausgewogenheit der Proportionen mit seinem klassisch gefertigten Sockel hat uns gleich beeindruckt“, erläuterte Bücking. Auch die Farbkombination von Eiche, gepaart mit weiß, „geht immer“. Abzüge, „die aber nur als Anregungen dienen sollen“, seien eine zu hoch angebrachte Schublade oder ein offenporiger Lack, der die Haptik ein wenig störe, ebenso wie ein Magnet, den man auch hätte verdeckt anbringen können.

Drei Wünsche des Vorsitzenden

Sieger der „guten Form“ wurde Tim Schäfer mit seinem Couchtisch. „Er ist in einer C-Form gefertigt, wodurch eine traditionelle Seite fehlt“, erläuterte Barthel. Ersetzt werde der Teil durch einen drehbaren Kubus mit Tür – „beim Sitzen mit Freunden um den Tisch kann jeder durch Drehen die Öffnung erreichen“, erläuterte Barthel. Gepaart mit der hochwertigen Ausführung sah die Jury das Möbelstück auf dem ersten Platz.

Im Anschluss erhielten die Gesellen ihre Zeugnisse. Thomas Walter, Prüfungsausschuss-Vorsitzender, sagte: „Wenn die gute Tischler-Fee vorbeikäme und ich hätte drei Wünsche frei, dann würde ich mir als erstes wünschen, dass ihr in eurem Beruf zufrieden seid und dem Handwerk erhalten bleibt“, sagte er. Sein zweiter Wunsch wäre, dass die Gesellen sich weiterbildeten, und der dritte Wunsch an die Innung sei, weiterhin auszubilden. Ausgezeichnet wurden auch die Prüfungsbesten: Sieger wurde Tobias Dörr, gefolgt von zwei Zweitplatzierten: Matthew Balts und Patrick Stephan.

von Andreas Schmidt

Prüfung bestanden
Matthew Balts, Tobias Dörr, Rune Grenz, Fabian Koch, Sebastian Körner, Björn Lambrecht, Christian Lang, Alexander Ostertag, Philipp Paffrath, Kristian Sauerwald, Tim Schäfer, Natalia Schimpf, Jakob Schneider, Yannick Schuback, Lennart Sell, Lukas Siegel und Patrick Stephan.
 
Die Innungsbesten Patrick Stephan (vorne, von links), Tobias Dörr und Matthew Balts mit Prüfungsausschuss-Vorsitzendem Thomas Walter und Obermeister Stephan Becker. Foto: Andreas Schmidt
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