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Potenzielle Azubis lassen die Späne fliegen

Tischler-Innung Potenzielle Azubis lassen die Späne fliegen

Zehn Jungen und Mädchen kamen zum freiwilligen Eignungstest der Tischler-Innung, weil sie sich für eine Tischlerlehre bewerben und ein Zertifikat des Testes vorweisen möchten.

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Beim praktischen Test mussten die jungen Leute auch mit Säge, Stechbeitel und Holzhammer arbeiten.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. Am Anfang stand ein Theorieteil, der vom Landesverband vorgegeben ist. Danach flogen in der Schreinerei der Beruflichen Schulen Kirchhain (BSK) die Späne bei der praktischen Arbeit. Veranstalter war die Tischler-Innung Marburg, die neben dem Theorietest auch einen praktischen Test eingebaut hat. Diese Kombination habe sich in der Vergangenheit bewährt, denn aus dem Zertifikat, das die jungen Leute zum Abschluss bekommen, kann der Handwerksmeister bei der Bewerbung einiges ersehen.

Der bereits im fünfzehnten Jahr in Folge an den BSK vorgenommene Test beinhaltet im theoretischen Teil Rechenaufgaben, die Grundlagenwissen voraussetzen, aber auch spezielle Aufgaben gehören dazu. Aus einem Wohnungsgrundriss resultieren beispielsweise Textaufgaben zu Flächen- und Längenberechnungen. Aber auch Allgemeinbildung, Rechtschreibung, logisches Denken oder Konzentrationsfähigkeit werden geprüft. Der Theorietest geht über das rein Schulische hinaus und testet die Fähigkeiten, die in der Tischlerei wichtig sind.

Zertifikat verdeutlicht Stärken und Schwächen

Unter den Teilnehmern war Benedikt Keller aus dem Kreis Frankenberg angereist. Er geht noch zur Schule, möchte aber im nächsten Jahr seinen Real­schulabschluss absolvieren. „Ich möchte gerne Schreiner werden“, nannte er sein Berufsziel, und er habe auch schon ein Praktikum in einer Schreinerei hinter sich. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Zu dem Eignungstest hat ihn der Chef der Firma geschickt, bei der er das Praktikum absolviert und bei der er sich bewerben möchte. Das ist nicht unüblich, denn anhand des Zertifikats kann der Meister Stärken und Schwächen erkennen.

Ihren Realschulabschluss hat Annalena Töws aus Marburg schon im vergangenen Sommer gemacht. Jetzt absolviert sie ein Berufsvorbereitungs-Bildungsjahr. Mit Holzarbeiten ist sie schon in Berührung gekommen. „Mein Opa ist Hobbyimker, der macht seine Bienenstöcke selber und da helfe ich ihm gerne.“ Außerdem ist ihr Onkel Schreinermeister – bei ihm schaut sie immer mal vorbei. Mit Holz arbeiten mache ihr Spaß, sagt sie. „Ich weiß noch nicht was ich als Nächstes mache, aber ich probiere es mal.“

Benedikt Keller mit seiner Praktikumserfahrung ist sich sicherer: „Ich denke, das werde ich hinkriegen.“

Es musste eine Kreuzüberplattung angefertigt werden. Zwei gleich starke und gleich lange 
Holzteile wurden zu einem Kreuz überlappt, wozu von beiden Seiten die halbe Holzdicke weggenommen wurde. Das ­geschah mit Säge, Stechbeitel und Holzhammer. Beide Seiten sollten nachher glatt und alle Schenkel gleich lang sein sowie im rechten Winkel zueinander stehen. „Die passende Verbindung ist wichtig, die Fugen dürfen nicht zu viel Luft haben“, erklärte Berufsschullehrer Lothar Böthner.

von Klaus Böttcher

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