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Teilnehmer haben die Zukunft im Blick

Bildungsmesse der Agentur für Arbeit Teilnehmer haben die Zukunft im Blick

Über neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch Umschulung und Weiterbildung informierte die Agentur für Arbeit.

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Die Umschüler Mike Schulzek und Olga Weber informierten über die Möglichkeiten in Gesundheitsberufen.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ein fehlender Berufsabschluss oder mangelnde Qualifikationen erschweren Teilnahme und Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt – weiterführende Lehrgänge für geringqualifizierte Arbeitnehmer sollen neue Perspektiven bieten.

Über Möglichkeiten, beruflichen Lücken zu schließen und alternative Wege für Neueinsteiger informierte die Marburger Agentur für Arbeit auf ihrer Bildungsmesse. Im Mittelpunkt stand das Thema Umschulung. Mehrere Fachschulen und Träger außerbetrieblicher Umschulungen aus der Region stellten ihre Arbeit und Bildungsangebote vor.

Der Arbeitgeberservice der Agentur informierte zudem über Qualifizierung, betriebliche Umschulungsplätze und finanzielle Fördermöglichkeiten. „Wir wollen Arbeitnehmer ermutigen, neue Wege zu gehen und berufliche Chancen zu nutzen“, betonte Bereichsleiter Gerhard Wenz.

Schwellenängste bei Älteren abbauen

Ziel der Qualifizierungsoffensive ist eine Hinführung zu einem Berufsabschluss. Das Angebot richtet sich vor allem an Arbeitnehmer mit „nicht mehr marktgerechten Berufsqualifikationen“ – also Arbeitslose ohne abgeschlossene Ausbildung oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen, die längerfristig nicht mehr in ihrem eigentlichen Beruf tätig waren. Vorrangig fördert die Arbeitsagentur eine Weiterqualifizierung in anerkannten Ausbildungsberufen.

Im Vordergrund stehen demnach Bildungsangebote im nachwuchsschwachen Handwerk, dem industriellen Metall- oder Elektronikbereich, der Hotel- und Gaststättenbranche, im Erziehungsbereich und in der Kranken- und Altenpflege. Die Umschulung kann sowohl innerhalb der Unternehmen wie auch bei außerbetrieblichen Bildungsträgern erreicht werden, in der Regel kann die Ausbildungszeit für erwachsene Umschüler deutlich verkürzt werden.

Nicht jedem Kunden falle es dabei leicht, wieder die sprichwörtliche Schulbank zu drücken – viele trauen sich den Lernprozess nicht zu. „Es bestehen Schwellenängste, vor allem bei älteren Menschen“, erklärte Ulrich Schmittdiel, Teamleiter der Arbeitsvermittlung. Dabei könne die Erweiterung der eigenen Perspektiven und Fähigkeiten eine gute Erfahrung in jedem Lebensabschnitt sein, eine Altersgrenze gibt es nicht. „Lernen lohnt sich, in jedem Alter – und die Arbeitgeber honorieren den Einsatz“, betonte der Teamleiter.

Agentur übernimmt die Kosten der Qualifizierung

Aus eigenen Erfahrungen im Bereich der Weiterqualifizierung berichteten mehrere Umschüler. „Wichtig ist erst einmal wieder lernen zu lernen“, erklärte etwa Mike Schulzek. Der Einzelhandelskaufmann fand im überlaufenen kaufmännischen Bereich keine adäquate Anstellung, auf dem Weg zu einer neuen beruflichen Perspektive lässt er sich nun bei der Krankenpflegeschule „Elisabeth von Thüringen Akademie für Gesundheitsberufe“ des UKGM zum Gesundheits- und Krankenpfleger umschulen. „Man muss sich schon mehr anstrengen, aber es lohnt sich“, sagte der 32-Jährige.

Unter anderem informierte sich auch Apollonia Ochs über mögliche Qualifizierungen. Nach einer längeren beruflichen Pause will sich die mehrfache Mutter nun zur Altenpflegehelferin weiterbilden lassen. „Die Messe hat mir sehr geholfen, ich habe alles erfahren, was ich wissen wollte“, lobte sie das Angebot.

Arbeitslose, die sich für eines der Bildungsangebote entscheiden, können für die Zeit der Qualifizierung Arbeitslosengeld in der bisherigen Höhe erhalten, teilten die Arbeitsvermittler mit. Daneben erstattet die Arbeitsagentur entstehende Lehrgangskosten in voller Höhe und steuert einen Fahrkostenzuschuss bei.

  • Weitere Informationen unter www.arbeitsagentur.de oder telefonisch unter 0800/455-5500 (für Arbeitnehmer) oder 0800/455-5520 (Arbeitgeber).

von Ina Tannert

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