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Taxifahrer-Streit am Bahnhof eskaliert

Aus dem Amtsgericht Taxifahrer-Streit am Bahnhof eskaliert

Hat ein Chef seinen ehemaligen Taxifahrer im Streit mit dem Kopf gegen einen Laternenpfahl gedrückt oder nicht? Dieser Frage ging das Amtsgericht Marburg nach.

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Ein Streit zwischen einem Taxifahrer und seinem Ex-Chef eskalierte – angeblich bis hin zur Körperverletzung.

Quelle: Uwe Anspach

Marburg. Im August 2014 eskalierte am Marburger Hauptbahnhof der Streit zwischen einem Taxifahrer und seinem ehemaligen Chef, bei dem es nach verbalen Beschimpfungen angeblich auch zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen sein soll.

Daher musste sich am Donnerstag das Amtsgericht mit dem Fall beschäftigen. Angeklagt war ein 46-jähriger Taxi-Unternehmer. Ihm wurde vorgeworfen, dass er seinen Ex-Fahrer, nachdem die beiden Beleidigungen ausgetauscht hatten, am Hals gepackt und gegen einen Laternenpfahl gedrückt habe. Dabei habe der Mann sich Verletzungen am Hinterkopf zugezogen.

Der Angeklagte erklärte hingegen, es sei bei den Beleidigungen geblieben. Außerdem existiere an der besagten Stelle überhaupt keine Laterne. Dem Streit der beiden Männer war offenbar eine unglückliche berufliche Beziehung vorausgegangen, da der Angestellte ein neues Taxi seines Chefs direkt bei der ersten Fahrt in einen Unfall steuerte. Dabei sei zwar niemand verletzt worden – der Mercedes war allerdings nicht mehr zu retten.

Angeblich hatte der Chef einen nicht mehr durch die Versicherung gedeckten Restbetrag von immerhin 15.000 Euro von dem 24-jährigen Taxifahrer eingefordert. Der Taxi-Unternehmer bestritt diesen Vorwurf allerdings. Nach dem Unfall sei der Fahrer einfach nicht mehr zur Arbeit erschienen und hatte ohne jeden Hinweis den Arbeitgeber gewechselt.

Zeugenaussagen 
entlasten den Angeklagten

„Der hat auch überall rumerzählt, ich würde das Geld von ihm verlangen, was in unserer Branche aber völlig unüblich ist“, so der Chef. Als der Unternehmer an besagtem Abend im August seinen ehemaligen Fahrer am Steuer eines Fahrzeugs der Konkurrenz erwischte, stellte er ihn energisch zur Rede, so weit waren sich beide Seiten 
einig.

Das arabische Wort für Tier sei wohl auf beiden Seiten häufiger gefallen, darüber hinaus gab der Fahrer an, von seinem ehemaligen Chef als „Hurensohn“ bezeichnet worden zu sein. Da die wechselseitigen Beleidigungen offensichtlich waren, beschäftigte sich das Gericht vorrangig mit der Frage nach der Tätlichkeit – und dem mysteriösen Laternenpfahl.

Die Aussagen von drei Zeugen waren eindeutig: Sie gaben an, dass es keine Tätlichkeiten gegeben hatte und tatsächlich nie irgendein Pfahl an besagter Stelle gestanden habe. Allerdings stehen alle Zeugen in Diensten des Unternehmers.

Das Gericht wertete die Aussagen jedoch als glaubwürdig. Außerdem habe der Kläger keinerlei Nachweise über eine Kopfverletzung vorgelegt. Daher entschied das Gericht zugunsten des Angeklagten und sprach den 46-Jährigen frei.

von Marcus Hergenhan

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