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Tapetenfabrik: Kurzstreik als „Warnschuss“

Tarifverhandlungen Tapetenfabrik: Kurzstreik als „Warnschuss“

Die Gewerkschaft Verdi hat Warnstreiks in insgesamt neun hessischen Papierverarbeitungsbetrieben organisiert. Darunter auch die Marburger Tapetenfabrik in Kirchhain.

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Quelle: Stefan Sauer

Kirchhain. Zwischen 6 und 8 Uhr legten die Angestellten dort am Montag die Arbeit nieder. „In der Marburger Tapetenfabrik haben wir nur für zwei Stunden gestreikt, in anderen Betrieben zum Teil auch länger“, sagt Manfred Moos vom Verdi-Landesbezirk Hessen. Die Aktion habe „Warnschusscharakter“, erklärte er gegenüber der OP. Heute stehen weitere Tarifverhandlungen in der Papierindustrie an.

Die Arbeitgeber haben aktuell Lohn- und Gehaltserhöhungen in Höhe von 1,3 Prozent bei einer Laufzeit von fünfzehn Monaten angeboten. Verdi fordert für die rund 100000 Beschäftigten in der Branche aber 5,0 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Auf ganztägige Streiks habe man bisher verzichtet, sollten die Arbeitgeber aber kein Entgegenkommen zeigen, sei eine Ausweitung möglich - auch kurzfristig. „Einzelstreiks kündigen wir nicht vorher an“, so Moos.

"Fünf Prozent natürlich nicht angemessen"

Das Kirchhainer Unternehmen bezeichnet den aktuellen Tarifkonflikt als „für die Marburger Tapetenfabrik sehr schwierig“. Schließlich sei sie im Tarifverbund „mit völlig anderen Branchen zusammengeschlossen“, die gemeinsam verhandelten. „Beispielsweise profitieren Faltschachtelhersteller von immer stärkerem Online-Shopping und der damit verbundene Nachfrage nach Verpackungen im Moment. Die deutsche Tapetenindustrie dagegen baut Stellen ab und kämpft um Auslastung“, sagt der kaufmännische Leiter des Unternehmens, Alexander Kubsch.

In dieser Situation sei „eine Lohnerhöhung von fünf Prozent natürlich nicht angemessen“. „Möglicherweise kann man sich mit Verdi auf einen Inflationsausgleich einigen, so dass dieMitarbeiter netto keinen Einkommensverlust erleiden“, hofft er.

von Peter Gassner

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