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„Tanzen, besetzen, Mieten zerfetzen“

Nacht-Tanz-Demo „Tanzen, besetzen, Mieten zerfetzen“

Mit einer Nacht-Tanz-Demo kritisierten am Freitag Abend nach Polizeiangaben in der Spitze 450 Menschen die städtische Wohnungssituation und demonstrierten gegen die Veranstaltung „Marburg-b(u)y-Night“.

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Bis zu 450 Demonstranten haben am Freitag Abend gegen Kommerz und Wohnungsnot protestiert.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Häuser für alle“ und „Tanzen, besetzen, Mieten zerfetzen“, stand auf den bunten Bannern der Demonstranten, die zu lauter Musik tanzend durch die Innenstadt und den Marburger Norden zogen. Wummernde Bässe, lauter Gesang, der ein oder andere Feuerwerkskörper und zahlreiche Beamte der Marburger Polizei begleiteten den bunten Zug der Protestbewegung.

 

Organisiert wurde die Nacht-Tanz-Demo von der Initiative „(T)Raumklinik“. Ziel des Protests: mehr bezahlbarer, bedarfsorientierter Wohnraum in Marburg, eine bedürfnisgerechte Unterbringung, Versorgung und Integration von Flüchtlingen sowie eine kollektive, unkommerzielle Nutzung von öffentlichem Raum, erklärte Organisator Karmon Czekam.

Foto: Nadine Weigel

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In diesem Sinne wandten sich die Teilnehmer gegen die parallel statt findende Veranstaltung Marburg-b(u)y-Night, welche die Protestler nicht als kulturelles, sondern als rein kommerzielles Event kritisieren. „Die Veranstalter nehmen den öffentlichen Raum ein, Marburg wird dadurch vermarktet“, so der Organisator.

Auch der aktuelle Wohnungsmarkt stand in der Kritik der Protestler. Die Stadt habe es nicht geschafft, sich auf den wachsenden Bedarf an bezahlbaren Wohnraum einzustellen, schmücke sich „als familienfreundliche Hochschule mit falschen Zertifikaten“, so die Kritiker und versuchten auf diesem Weg der Stadtverwaltung „die Eigentumsfrage zu stellen“ und vor Augen zu führen.

Über zwei Stunden wanderte die Gruppe vom Elisabeth-Blochmann-Platz aus durch die Stadt, zog zwischen Massen an bummelden Nacht-Einkäufern friedlich durch die Universitätsstraße. Die Oberstadt war im Rahmen des nächtlichen Events für den Zug gesperrt, zum Ärger der Demonstranten, die über Umwege in Richtung Rudolphsplatz und weiter in den Marburger Norden zogen.

von Ina Tannert

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