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Talentierte Tischlerin studiert nun Kommunikation

Handwerk Talentierte Tischlerin studiert nun Kommunikation

Annalena Wiese ist ein Multitalent. Erst wurde sie Zweite beim Landeswettbewerb der Tischler. Nun studiert sie Sprache und Kommunikation.

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Annalena Wiese bei der Arbeit. Neun Stunden war sie beim Landeswettbewerb im Einsatz.Fotos: Holzmanufaktur Becker

Marburg. Das Ausbildungszeugnis von Annalena Wiese liest sich hervorragend. Bei der Holzmanufaktur Becker in Marburg erlernte sie den Beruf der Tischlerin und sammelte haufenweise Bestnoten. Note 1 im theoretischen Teil, Note 1 im praktischen Teil und Note 1 auch beim Gesellenstück. Trotz dieser glänzenden Aussichten widmet sie sich jetzt aber einem völlig anderen Feld. „Auf die Idee Tischlerin zu werden, kam ich während einer Südamerikareise“, erzählt die 24-Jährige. „Ich habe dort einen Restaurator kennengelernt und gemerkt, dass körperliche Arbeit sehr wohltuend sein kann.“ Dass sie diese Arbeit darüber hinaus auch sehr gut beherrscht, bewies sie jetzt auf Landesebene. Beim Hessischen Leistungswettbewerb der Tischler errang sie den zweiten Platz - und das obwohl sie zunächst gar nicht antreten wollte. „Ich hatte erst keine Lust und habe dann gemerkt, dass ich nur Angst hatte, nicht erfolgreich zu sein. Man sollte aber niemals etwas nur aus Angst nicht machen“, sagt sie. Neun Stunden lang fertigte sie ein Schlüsselschränkchen mit Sprossentür aus Eichenholz und wurde dabei nur von einem Kollegen geschlagen. Ihr Ziel „es sich selbst zu beweisen“ hat sie damit erreicht.

Nun wendet sie sich ihrer „anderen Leidenschaft“ zu und studiert. Sprache und Kommunikation sind die beiden Fächer, die mit ihrer bisherigen Tätigkeit wenig zu tun haben. Dennoch möchte sie dem Tischlerhandwerk verbunden bleiben und den „Draht nie verlieren“. In den Semesterferien möchte sie daher auch in der Manufaktur weiter arbeiten.

„Es ist ein kleiner Betrieb und es wäre nicht sicher gewesen, ob ich überhaupt hätte übernommen werden können. So bleiben wir aber auf jeden Fall in Kontakt“, sagt sie. Darüber freut sich auch ihr ehemaliger Chef Stephan Becker, der sie in höchsten Tönen lobt. „Annalena ist eine absolute Teamplayerin: ruhig, sachlich, aber auch durchaus fordernd wenn nötig. Sie hat uns alle sofort überzeugt und schon frühzeitig eigenständig Arbeitsaufträge durchgeführt“. Für sie ein Beweis, dass der Beruf durchaus auch für Frauen geeignet ist. „Ich möchte gerne auch Frauen dazu ermutigen, Tischlerin zu werden“, so Wiese.

„Obwohl ich jetzt was anderes mache, kann ich den Beruf absolut empfehlen. Neben der körperlichen Arbeit muss man immer auch mit dem Kopf mitdenken und eine gewisse Kreativität zeigen“. Zu gehen sei ihr daher sehr schwer gefallen.von Peter Gassner

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