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Symbiose von Kunst und Handwerk

Neuauflage der „Artinea“ am 5. und 6. März Symbiose von Kunst und Handwerk

Das Schloss Rauischholzhausen bietet am 5. und 6. März die Bühne für die Ausstellung „Artinea“, 
bei der die heimischen Tischler und zahlreiche Künstler ihre Werke 
präsentieren.

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Stephan Becker (Obermeister der Tischlerinnung Marburg, von links), der afghanische Künstler 
Javed Hasseli, Designer Horst Barthel, Landrätin Kirsten Fründt, Kreisbeigeordneter Marian 
Zachow, Dr. Frank Hüttemann (Fachdienst Wirtschaftsförderung) und Reinhold Merte (Obermeister der Schreinerinnung Biedenkopf) stellten das Programm der Artinea vor.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Bereits zum siebenten Mal veranstalten die Tischlerinnung Marburg, die Schreinerinnung Biedenkopf und der Landkreis Marburg-Biedenkopf die „Artinea“ im Schloss Rauischholzhausen. 47 Aussteller stellen am 5. und 6. März ihre Arbeiten vor – 15 davon sind erstmals bei der Artinea dabei.

Gastschreiner aus den Innungen Gießen, Alsfeld und Wal-
deck-Frankenberg gehören ebenso zu den Ausstellern wie ein Fotograf und ein Designer aus Alba (Piemont). „Wir haben immer ein Stück aufsatteln können“, sagt Horst Barthel, der künstlerische Leiter der Ausstellung. Daher wird der Außenbereich dieses Jahr noch stärker einbezogen, wie er erläutert. So gibt es dort beispielsweise auch ein begehbares Baumhaus, das „bestimmt vor allem bei den Kindern gut ankommt“.

„Dass die Artinea bereits zum siebenten Mal stattfindet, zeigt, dass es eine tolle Nachfrage gibt – die Besucherzahlen belegen auch, dass die Artinea viele Menschen interessiert“, erläutert Landrätin Kirsten Fründt (SPD).

Das Besondere an der Ausstellung sei, dass sie „dem Handwerk die Möglichkeit bietet, sich von seiner künstlerischen Seite zu präsentieren“, so Fründt. Die Innungen hätten so eine gute Plattform, die gleichzeitig eine Art der Wirtschaftsförderung darstelle.

Plattform zeigt Verbindung von Kunst und Handwerk

„Handwerk ist Kunst und Kunst auch Handwerk“ – beides sei eng miteinander verbunden, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) – das ließe sich im Schloss Rauischholzhausen erleben. „Daher steht die Artinea auch für vieles sinnbildlich, was unsere Region auszeichnet: Die enorme Kreativität und auch den Mut, Kreatives zu wagen – ebenso, wie den Mut des Handwerks, auch der jungen Generation etwas zuzutrauen und ihr Raum zu lassen“, so Zachow.

Stephan Becker, Obermeister der Marburger Tischlerinnung, erklärte, dass man der Region zeigen wolle, „was Tischlerhandwerk alles leisten kann. Denn wir sind ja quasi Raumgestalter“ – das sei von Anfang an auch die Intention der Artinea gewesen.

Daher sei er froh, dass auch drei Jung-Gesellen dabei seien – zwei davon waren mit ihren Stücken schon beim Wettbewerb „Die gute Form“ erfolgreich. Und auch zwei Auszubildende werden ihre Projektarbeiten präsentieren.

Für Reinhold Merte, Obermeister der Schreinerinnung Biedenkopf, ist klar: „Kein Ding ist ohne Form – sie umgibt uns täglich.“ Das sei für ihn auch ein besonderer Anreiz, zur Artinea immer Dinge herzustellen, „die eine Verbindung von Handwerk und Kunst schaffen – das ergibt immer neue Formen und neue Ideen“.

Wichtig sei in diesem Jahr auch gewesen, den Aspekt der Integration zu verdeutlichen. So wird beispielsweise der aus Afghanistan stammende Javed Hasseli ( Foto: Schmidt) seine Skulpturen im Schloss Rauischholzhausen präsentieren.

Hasseli kam vor zwei Jahren nach Deutschland, arbeitet mittlerweile als Lehrling in der Schreinerei von Martin Schlimbach in Pohlheim. Er verarbeite damit seine Erfahrungen in dem fremden Land und auch seine Herkunft „mit Stücken, aus denen sehr viel Kraft hervorgeht“, sagt Horst Barthel.

Hasseli hatte auch eine Skulptur dabei, die er aus Speckstein gefertigt hat: Einen abstrahierten Kopf, der irgendwo zwischen Mensch und Tier angesiedelt ist. „Sie zeigt, wie man sich in der Fremde verändert und welche Wandlung man vollzieht“, sagt der junge Künstler.

Kostenloser Shuttle-Service geplant

Bevor es losgeht, ist jedoch erst einmal weitere Arbeit angesagt – denn das Schloss muss zunächst ausgeräumt werden. „Teppiche, Bilder, Stühle, Tische – am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr geht es los. Alle packen mit an, das fördert auch die Gemeinschaft der Aussteller untereinander“, erzählt Horst Barthel. Erst danach könne aufgebaut werden – „abends gegen 19 Uhr sind wir dann meist fertig“.

Aufgrund der hohen Besucherzahlen gibt es dieses Jahr erstmals kostenlose Shuttle-Busse von der Mehrzweckhalle zum Schloss: Der Service wird am Freitag zur Vernissage von 18.15 bis 19.15 Uhr und am Sonntag von 12 bis 17 Uhr angeboten.

Die Vernissage der Artinea findet am Freitag, 4. März, für geladenes Publikum statt. Am Samstag kann dann jeder die Ausstellung besuchen – von 10 bis 19 Uhr. Danach beginnt der „Artinea Evening“, der musikalisch von „Dylan‘s Dream“ begleitet wird – der Coverband des Jahres 2015. Am Sonntag ist die Artinea von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

von Andreas Schmidt

 
 
 
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