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Süße Träume vom Sieg in Berlin

Konditoren-Wettbewerb Süße Träume vom Sieg in Berlin

Vor drei Jahren begann Kristin Sippel ihre Ausbildung zur Konditorin im Café Klingelhöfer. Nun gewann sie den Landeswettbewerb der Konditoren und fährt zum Bundesentscheid nach Berlin.

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Kristin Sippel zeigt ihre Kreationen, die sie beim Landeswettbewerb anfertigte.Foto: PeterGassner

Marburg. „Ich wollte schon immer Konditorin werden“, sagt die 21-jährige, die ihre Lehre gerade beendet hat. Bei Klingelhöfer darf sie ihren Traumberuf nun auch weiterhin ausüben. Beim Kammer- und Landesentscheid der Konditoren in Wetzlar trat sie gegen ihre Konkurrenten aus den anderen Teilen Hessens an.

Nicht zuletzt aufgrund ihres Ehrgeizes konnte sie sich schließlich durchsetzen. „Ich wollte einfach beweisen, dass ich es gut kann“, sagt sie und betont, dass vor allem aber auch der Spaß im Vordergrund steht. „Ohne Spaß an der Arbeit kann man nicht Konditor werden“, so Sippel.

Neben ihrer künstlerischen Arbeit und der Liebe zum Detail, zeichnet sie sich aber auch durch handwerkliches Geschick aus.

So sahen das auch die Juroren des Wettbewerbs, die unter vielen Gesichtspunkten bewerten. „Zum einen muss die Verarbeitung stimmen“, erklärt Konditorei-Inhaber Thomas Klingelhöfer. Bis ins kleinste Detail müssen die gefertigten Leckereien in sich schlüssig sein und mit weiteren Exemplaren übereinstimmen. Zudem sollen sie insgesamt auch gut aussehen, damit sie „ein optisch harmonisches Bild“ abgeben, so Klingelhöfer.

Darüber hinaus - auch das ist selbstverständlich wichtig - sollen die Süßigkeiten am Ende schmecken.

All diese Kriterien hatten die Teilnehmer des Wettbewerbs unter Zeitdruck zu erledigen, um auch den Bezug zum Tagesgeschäft herzustellen, wie Klingelhöfer erläutert: „Es nutzt einem ja nichts, wenn einer die tollsten Kreationen erschafft, dafür aber tagelang braucht.“

Pfirsichpraline wird in Sortiment aufgenommen

Unter dem vorgeschriebenen Oberthema „Ich habe eine Vision“ fertigten die Teilnehmer in sechs Stunden jeweils zwei Torten, drei verschiedene Pralinen mit jeweils 15 Exemplaren, drei verschiedene „Fours“ mit jeweils 10 Exemplaren und einige Marzipanfiguren an. Sippels Vision lautete dabei „Waldleben“. Sie erschuf Marzipanfiguren, die aussahen, wie ein Igel mit einem Pilz sowie einen Fuchs, der eine gestohlene Gans verschlingt. Ihre Torte, die mit Pilzen aus Zucker versehen ist, besteht aus einem Pistazienmarzipanboden, Schokoladenmousse und einem „Waldbeerspiegel“. Bei den Fours, die optisch kleinen Törtchen ähneln, wählte sie Waldbeermousse mit Zitronencreme auf Pistazienbiskuit, Maronencreme auf Schokoladenmousse und und Knusperboden sowie Creme Brülée mit Waldbeergrütze. Außerdem kreierte sie eine Pekanussgianduja mit Passionsfruchtgelee und eine Rosmarin-Orangen-Praline.

Unter all diesen Köstlichkeiten, wird aber zumindest eine demnächst auch im Café Klingelhöfer zu probieren sein. Ihre Weinbergpfirsich-Praline, bestehend aus heller und dunkler Schokolade mit einer Pfirsichlikörfüllung, wird in das Sortiment aufgenommen, kündigte Klingelhöfer an.

Kristin Sippel trainiert indes für den Bundesentscheid, der Ende Oktober in Berlin stattfindet. Dort trifft sie auf die Landessieger der anderen Bundesländer.

Schon für den Hessen-Wettbewerb hatte sie vier Wochen lang intensiv trainiert. „Schließlich handelt es sich dort auch um den Olymp der Konditorei“, sagt ihr Chef.

Bei Klingelhöfer darf die gebürtige Lauterbacherin ihr Können auch nach der Ausbildung zeigen, denn das Café könne sich über eine Mitarbeiterin freuen, die „sehr universell einsetzbar ist“.

von Peter Gassner

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