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Stundenlang rattert die Code-Maschine

Aktion von Polizei und Handwerk Stundenlang rattert die Code-Maschine

Gemeinsam mit der 
Polizei bot die Kreishandwerkerschaft Marburg 
eine Codierungsaktion an. Damit lässt sich Werkzeug eindeutig dem Besitzer zuordnen – wichtig etwa beim Fund nach einem Diebstahl.

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Friedrich Klein (links) von der Polizei und Henning Fisbeck von der Zimmerei Holzbau Jasky inmitten eines Stapels von Werkzeugen, die der Stadtallendorfer zum Codieren mitgebracht hat.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Für Claus Dieter Jacobi, den kriminalpolizeilichen Berater für den Landkreis, ist klar, dass die Aktion einen deutlichen Nutzen hat.

„Es kommt jedes Jahr zum Diebstahl von Werkzeugen. Wenn ersichtlich ist, dass die Geräte mittels Code identifizierbar sind, kann das durchaus schon vom Diebstahl abhalten.“ Den Abschreckungsfaktor bezeichnet Jacobi als „immens, auch wenn es keine genauen Zahlen gibt“.

„Fein“ nennt sich das Codierungs-System, die Abkürzung steht für „Friedberger Eigentümer-Identifikations-Nummer“. Sie setzt sich aus den Initialen des Eigentümers, des Gemeinde- und des Straßenschlüssels, der Hausnummer und dem MR für Marburg zusammen. Das System habe einen weiteren Vorteil: Da der Schlüssel direkt zeigt, wem der codierte Gegenstand gehört, müssen keine personenbezogenen Daten gespeichert werden.

Knifflige Aufgabe bei filigranen Teilen

Eine wichtigere Rolle spielt die Codierung jedoch, wenn Diebesbanden auffliegen: Dann kann die Beute direkt anhand der Nummern dem Eigentümer eindeutig zugeordnet werden.
Claus Opfermann und Friedrich Klein codieren mit ihrem Gerät das Werkzeug der Handwerker: In der Lackierwerkstatt des BBZ generieren sie zunächst die Fein-Codes, dann überprüfen sie in einem „Trockenlauf“, wo sie die Nummer am besten aufbringen.

Denn die Zahlen und Buchstaben werden nicht graviert, sondern mittels einer Punktmatrix eingeschlagen. Das ist mitunter recht knifflig, denn zwei Mitarbeiter von Elektrobau Gundlach wollen unter anderem mehrere Wärmebildkameras oder Geräte zum Verbinden von Glasfaserkabeln codieren lassen. Diese sind nicht nur teuer, sondern auch empfindlich. Letztendlich finden die Codier-Profis jedoch immer einen Platz – und die Handwerker sind zufrieden.

Laut Meinhard Moog, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, war die Resonanz auf die Aktion, die zum ersten Mal angeboten wurde, „verhalten, es haben sich nicht so viele Betriebe angemeldet“. Dennoch hatten Opfermann und Klein jede Menge zu tun.

Denn Henning Fisbeck von der Firma Jasky in Stadtallendorf hatte einen ganzen Lastwagen voller Werkzeug dabei, „vom Akkuschrauber über Kompressoren bis hin zur Tischkreissäge“, sagt er. „Wenn jetzt jemand bei uns zu Hause einbricht, ist die Werkstatt leer“, lacht er. Warum hat er so viel Werkzeug mitgebracht? „Weil ich genau weiß: Das, was ich nicht codieren lasse, wird bestimmt geklaut.“

von Andreas Schmidt

Der Code wird unauslöschbar angebracht. Foto: Andreas Schmidt
 
 
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