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Stromnetz geht in öffentliche Hand

Einigung zwischen Stadtwerken Marburg und EAM Stromnetz geht in öffentliche Hand

Die Kommunen übernehmen die Mehrheit bei der Energie Marburg-Biedenkopf GmbH (EMB) und die Stadtwerke das komplette Marburger Stromnetz von der EAM-Tochter „EnergieNetz Mitte“.

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Ein Stadtwerke-Mitarbeiter überwacht mehrere Monitore im Umspannwerk.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Zum 1. Januar 2016 geht das komplette Stromnetz in Marburg an die Stadtwerke über. Nach Informationen der OP haben sich die einstigen „Rivalen“ EAM und Stadtwerke nach langen Verhandlungen einvernehmlich darauf geeinigt, dass nun auch die Netzgebiete in den östlichen und westlichen Außenstadtteilen an das kommunale Tochterunternehmen übergehen.

Zum Jahreswechsel 2014/2015 übernahmen die Stadtwerke bereits das Netz für den Stadtteil Cappel ( die OP berichtete), sodass es jetzt nur noch eine Frage der Zeit war, bis die EAM-Tochter weitere Stadtteil-Netze verkauft. Mit der weiteren Übernahme wäre das komplette Marburger Stromnetz nach der Gebietsreform 1974 wieder in öffentlicher Hand.

Eine Einigung erzielten die Verhandlungspartner offenbar auch zum Thema Energie Marburg-Biedenkopf (EMB). Einer der Kernpunkte dabei: Zehn Kommunen des Landkreises übernehmen die Mehrheit bei der EMB – bisher hat hier die Stadtwerke die Mehrheit. Die „EnergieNetz Mitte“ (ENM) wird zunächst als Gesellschafter bei der EMB einsteigen und somit ihre Netze einbringen. Stadtwerke, Landkreis und Kommunen kaufen ENM-Anteile aber wieder ab.

Parlament und Aufsichtsräte sind gefragt

Die neuen Machtverhältnisse bilden sich nach diesem Konstrukt in Prozenten folgendermaßen ab: Städte und Gemeinden des Landkreises hätten dann ab Januar mit 51 Prozent die Mehrheit, ENM übernimmt 39 Prozent und Stadtwerke und Landkreis die restlichen zehn Prozent.

Am Montagabend werden Vertreter der Stadtwerke Marburg, EAM, der EAM-Töchter sowie mehrere Bürgermeister des Landkreises Marburg-Biedenkopf diese Eckpunkte auf einer Pressekonferenz mitteilen. Der Wert der Netzübernahme beläuft sich auf rund 15 Millionen Euro. In den nächsten Wochen und Monaten werden sich die Aufsichtsräte der beteiligten Unternehmen sowie die Parlamente mit dem großen Übernahme-Paket befassen.

Für die Kunden ändert sich nichts. Alle Kunden, die bisher zum Netzgebiet der EAM-Tochter gehören, beziehen ihren Strom weiterhin von Eon-Deutschland. Auch wenn sich die Eigentümerverhältnisse bei den Netzen ändern, können die Verbraucher selbst bestimmen, ob sie ihren Stromversorger wechseln.

von Anna Ntemiris

 
Hintergrund
Der Netzbetreiber ist gesetzlich dafür verantwortlich, dass das Stromnetz in einem ordentlichen Zustand ist. Der Betreiber wechselt Zähler, wartet Leitungen und leitet den Strom im Auftrag des Stromanbieters durch die Leitungen. Die Kunden bekommen also weiterhin ihre Stromrechnungen von ihrem Anbieter, auch wenn sich die Netzbetreiber ändern sollten.
 
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