Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Streit um Rechnung über einen Cent

Stromkosten Streit um Rechnung über einen Cent

Gerold Bender erklärt, am 14. Juli seine Stromrechnung beglichen zu haben. Seitdem trudeln bei ihm jedoch Forderungen und Mahnungen ein. Zunächst sollte er 68,48 Euro zahlen, dann 97 Euro und 22,18 Euro. Jetzt fordert Eon noch einen Cent zahlen.

Voriger Artikel
Die "Gestalter der Energiewende"
Nächster Artikel
Putzen, bis die Fenster blitzeblank sind

Gerold Bender aus Ebsdorf zeigt seine neueste Eon-Abrechnung.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. „Das ist der Witz des Tages. Eon schickt mir einen Rechnung über einen Betrag von einem Cent, wobei die Portokosten 58 Cent betragen“, sagt Gerold Bender. Der Frührentner aus Ebsdorf kann über den Briefverkehr nicht lachen. Denn vorausgegangen sind mehrere Rechnungen und Anrufe, die ihn empören.

Bender hat seinen Stromanbieter gewechselt und war vom 1. bis 24. Juni Kunde bei Eon. Für diesen Zeitraum erhielt er am 26. Juni eine Schlussrechnung von 68,48 Euro. „Diesen Betrag habe ich am 14. Juli online überwiesen“, sagt er. Mit Datum vom 17. Juli kam erneut Post vom Stromanbieter. Er habe seine Rechnung nicht beglichen und müsse daher noch Mahnkosten von fünf Euro zahlen. Die geforderte Summe: 97 Euro.

Eon droht mit Inkasso-Büro

„Wie die auf diesen Betrag kamen, weiß ich nicht“, so Bender. Er schrieb daher eine Mail an den Anbieter und erklärte, dass er bereits die zunächst geforderte Summe von 68,48 Euro überwiesen habe. Auch wenn eine Mahngebühr anstünde, so käme er auf eine Endsumme von 74,82 und nicht auf 97 Euro. Telefonisch fragte er ebenfalls nach. Eine Mitarbeiterin habe ihm erklärt, er hätte telefonisch einen neuen Zählerstand durchgegeben, daher die höhere Summe. „Was hätte ich für einen Grund, dies zu tun. Ich schneide mir doch nicht ins eigene Fleisch?“, so Bender im Gespräch mit der OP.

Am 23. Juli kam wieder Post: Diesmal wurde ein offener Betrag von 22,18 Euro angemahnt. Sollte er nicht zahlen, müsse er damit rechnen, dass ein Inkasso-Dienstleister die Forderungen einzieht. Bender war empört und griff wieder zum Telefonhörer. „Vielen Dank für das nette Gespräch vom 25. Juli“, antwortet Eon Mitte Vertrieb schriftlich.

Ein Cent zum Ausgleich

„Wir bestätigen Ihnen, dass wir die Mahnung vom 24. Juli storniert haben. Gern haben wir auch geprüft, wieso Ihre Schlussrechnung vom 26. Juni storniert wurde. Dies war erforderlich, weil wir dieser Schlussrechnung einen errechneten Anmeldezählerstand von 127543 zugrunde gelegt hatten. Laut Ihrer telefonischen Meldung vom 1. Juli betrug diese jedoch 127520. Aus diesem Grund werden Sie in den nächsten Tagen eine neue korrigierte Schlussrechnung erhalten. (...)“, heißt es in dem Brief des Eon Mitte Vertriebs weiter.

Am 29. Juli kam die korrigierte Schlussrechnung: Die Zählerstände seien nicht korrekt gewesen. Er soll nun einen Cent überweisen. Die Vorgeschichte ist der Grund dafür, dass Bender den Betrag nicht zahlen will. „Jedenfalls nicht sofort. Ich habe um Ratenzahlung gebeten. Sollte die Mahnung kommen, zahle ich den Cent, obwohl der auch nicht richtig ist. Ich habe doch schon am 14. Juli die Rechnung beglichen“, so Bender. Die OP konfrontierte Eon mit Benders Fall.

Rundunsfehler führte zur kuriosen Forderung

Die schriftliche Antwort: Nach der Schlussrechnung am 26. Juni habe sich der Kunde gemeldet, um den errechneten Anfangszählerstand zu korrigieren (von 127.543 auf 127.520 Kilowattstunden). „Bei der Korrektur der Schlussrechnung wäre damit ein etwas höherer Zahlungsbetrag entstanden (Differenz 6,35 Euro). Die Differenz wurde bereits am 19. Juli errechnet und dem Kunden gutgeschrieben. Leider kam es dabei scheinbar zu einem Rundungsfehler, weshalb 6,34 Euro gutgeschrieben wurden.“

Bei der Neuerstellung der Schlussrechnung am 29. Juli mit den gemeldeten Zählerständen und unter Berücksichtigung der Zahlung sei genau die Differenz von einem Cent übrig geblieben. „Den Cent haben wir direkt ausgebucht. Wir bedauern, dass wir den Kunden über die Gutschrift nicht ausreichend informiert haben“, so Verena Huber von Eon Mitte Vertrieb. Bender bleibt dabei: Er habe keinen Zählerstand korrigiert.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr