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Verdi fordert Personalstandards am Klinikum

Streikaufruf Verdi fordert Personalstandards am Klinikum

Die Gewerkschaft Verdi will am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) einen Tarifvertrag für Personalmindeststandards durchsetzen. Nun ruft sie die Beschäftigten zum Warnstreik auf.

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Am Dienstag wollen Beschäftigte des Universitätsklinikums streiken.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Bereits am frühen Dienstagmorgen sollen die Proteste am Klinikum starten. Laut Verdi-Mitteilung sind vor den Haupteingängen der Universitätskliniken in Marburg und in Gießen jeweils ab 6 Uhr Kundgebungen geplant. Ab 9.30 Uhr wollen Beschäftigte beider Standorte sich am Marburger Hauptbahnhof zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt versammeln. Verdi-Sekretär Fabian Rehm rechnet mit etwa 800 Teilnehmern, von denen etwa die Hälfte vom Standort Marburg kommen dürfte.

„Unsere Forderung ist klar: Verbindliche Personalregelungen und ein Ende der Arbeitshetze“, teilte Verdi am Freitag mit. Unter den Arbeitsbedingungen der Beschäftigten leide­ auch die Versorgungsqualität, kritisierte Rehm. „Wir wollen einen Tarifvertrag, der Personalmindeststandards regelt“, erklärte der Gewerkschaftssekretär auf OP-Anfrage das Ziel des Ausstandes. Solch eine Regelung gebe es zum Beispiel an der Berliner Charité. Darin stehe zum Beispiel, dass sich eine Pflegekraft maximal um einen beatmeten Patienten kümmern müsse.

Für andere tarifliche Themen,­ beispielsweise die Bezahlung, gilt am Universitätsklinikum ­bereits ein Tarifvertrag. Aus Sicht von Verdi müssten aber auch die Personalstandards per Tarifvertrag geregelt werden. Die UKGM-Geschäftsführung wies dies zurück. 2016 und 2017 seien bereits Pflegestellen aufgebaut worden.

Weiß weist finanzielle Mehrbelastungen zurück

Aktuell hätten in Marburg 25 und in Gießen 30 Pflegeschüler eine Einstellungszusage bekommen, teilte­ das UKGM mit. Zudem habe die Geschäftsführung gemeinsam mit Verdi die Mitarbeiter zu ihrer Belastung befragt und Initiativen für Mitarbeitergesundheit gestartet. „Auf diesem Weg wollen wir weitergehen, dafür braucht es aus unserer Sicht keinen Tarifvertrag“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Gunther K. Weiß, laut Mitteilung. Der Warnstreik sei „unangemessen und nicht nachvollziehbar“. Er forderte die Beschäftigten auf, sich nicht daran zu beteiligen.

Weiß kritisierte, Verdi habe in Hessen nur am UKGM und den Kliniken in Frankfurt-Höchst zu Warnstreiks aufgerufen. „Für uns ist ganz klar: Es darf keine weitere finanzielle Sonderbelastung des UKGM geben, die unsere beiden Universitätsklinikstandorte im Wettbewerb mit anderen Kliniken einseitig benachteiligen würde.“

Das Klinikum werde alles ­dafür tun, die medizinische ­Versorgung trotz des Streiks so weit wie möglich sicherzustellen. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es zu Verzögerungen und Ausfällen bei planbaren Untersuchungen komme. „Die Notfallversorgung ist aber auf jeden Fall gewährleistet“, betonte Weiß. „Dafür haben wir eine Notdienstvereinbarung getroffen.“

von Stefan Dietrich

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