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Straßenbauer kommt konkurrenzlos zum Titel

Jung-Gesellen-Wettbewerb Straßenbauer kommt konkurrenzlos zum Titel

Ohne Konkurrenz trat Julian Peter als einziger Teilnehmer beim Leistungswettbewerb der Straßenbauer an und pflasterte sich zum Landessieger.

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Jung-Geselle Julian Peter aus Aßlar ist neuer Hessensieger im Leistungswettbewerb der Straßen­bauer.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Von einem Wettbewerb kann eigentlich keine Rede sein – als einziger Teilnehmer musste sich Julian Peter aus Aßlar gegen keinen Mitbewerber durchsetzen. Sein Tagwerk zog er dennoch vollständig durch. Etwas verloren fühlte sich der eigentlich motivierte Jung-Geselle schon in der großen Übungshalle im Marburger Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft.

Die mangelnde Konkurrenz ärgerte ihn. „Die Lust ist nicht mehr so groß, ich hätte gerne wenigstens einen Mitbewerber neben mir gehabt. Sehr schade“, sagte der 20-Jährige. Er hatte seine Ausbildung in Marburg absolviert, wurde erst vor zwei Monaten zum Gesellen ernannt. Im Wettbewerb wollte er sich eigentlich gegen Mitbewerber durchsetzen – sein Können bewies er auch ohne Konkurrenz und legte Hand an Hammer, Hacke, Maßband und Wasserwaage.

Dafür hatte er den ganzen Tag über jede Menge Platz für die gestellte Aufgabe: Innerhalb von knapp acht Stunden verlegte er ein fünf Quadratmeter großes Mosaikpflaster aus Natursteinen verschiedener Größen in der Halle. Zusätzliche Hürde war die Verlegung eines Bogens samt Tiefbauarbeiten wie die Einfassung mit Rinnenwürfeln. Seine Arbeitsprobe fand Anklang bei den Prüfern, die dem Teilnehmer „gute Leistungen“ attestierten. „Er hat das gut gemacht“, lobte Ausbilder Bernd Greb.

Mindestens „Gute“ Abschlussnote zur Qualifikation nötig

Seit einigen Jahren findet der Landeswettbewerb im Straßenbau in Marburg statt, ausgerichtet vom Bildungszentrum der Bauwirtschaft (BZ-Bau), im Rahmen des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks. Dabei messen sich die besten Jung-Gesellen der hessischen Innungen. Angemeldet hatten sich in diesem Jahr eigentlich drei Teilnehmer, zwei sagten ab. Bis zu zwölf Gesellen hätten es insgesamt werden können. Dass das Interesse so gering ausfiel, könne verschiedene Gründe haben, schätzte Greb.

Neben krankheitsbedingten Ausfällen sei das generelle Interesse der frischgebackenen Gesellen an dem Wettbewerb nicht allzu hoch, viele wollen zudem keinen ganzen Tag im Betrieb fehlen. Derzeit boomt die Bauwirtschaft, die zeitgleich mit vielen offenen Stellen zu kämpfen hat. „Wir haben gerade Arbeit ohne Ende, aber auch großen Nachwuchsmangel“, sagte Greb. Ein weiterer Grund könnte die Gesellen-Abschlussnote potenzieller Teilnehmer sein: Um am Wettbewerb teilzunehmen zu dürfen, müsse die mindestens bei „gut“ liegen.

Auf Landesebene fehlte die Konkurrenz – mehr Herausforderung und echtes Wettkampf-Feeling erhofft sich Landessieger Julian Peter beim Bundeswettbewerb. Der findet am 13. November in Sigmaringen statt.

von Ina Tannert

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