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„Strahlende Zukunft“ für den Standort

Spatenstich bei Behring „Strahlende Zukunft“ für den Standort

Es ist ein starkes Bekenntnis zum Standort Marburg: Am Dienstag erfolgte der symbolische Spatenstich zum Neubau der Abfüll- und Verpackungsanlage von CSL Behring – Pharmaserv baut das Gebäude für 6,5 Millionen Euro.

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Thomas Schwarz (CSL Behring Marburg, von links), Thomas Janssen (Geschäftsführer Pharmaserv), Oberbürgermeister Egon Vaupel, Paul Perreault (Vorstandschef CSL Behring), Craig Shelansky (Geschäftsführer CSL Behring Marburg), Dr. Anita Kohl-Truebenbach (Produktionsleiterin CSL Behring Marburg) und Val Romberg (Global Operations CSL Behring) beim Spatenstich für die neue Abfüllanlage.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. „H69E“ lautet der schlichte Titel des Gebäudes, das Pharmaserv als Standortbetreiber im „Hinkelbachtal“ errichten wird. Es wird ein Anbau an das bereits bestehende „H69“, in dem bisher die Verpackungs- und Abfüllanlage untergebracht ist. Doch die Kapazität im vorhandenen Gebäudekomplex reicht nicht aus. Daher wird der Anbau nötig, der im kommenden Jahr bezugsfertig sein soll.

„Wir kommen jetzt in die Phase, in der man auch draußen etwas sieht“, sagt Thomas Schwarz, als Projektleiter bei CSL Behring seit 2011 mit der Modernisierung der Abfüll- und Verpackungsbetriebe betraut. Im Inneren habe man bereits sehr viel getan – daher erfolge nun der symbolische Spatenstich. „Draußen steht dafür auch zufällig etwas Equipment“, scherzte Schwarz.

Einer der Redner beim Spatenstich zur neuen Abfüllanlage: Thomas Schwarz (CSL Behring Marburg).

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Bauherr des Gebäudes ist Pharmaserv als Standortbetreiber. „Mit Freude erfüllt mich der Umstand, dass wir mit CSL Behring ein Standortunternehmen als Kunden haben, das sich in ganz außerordentlicher Weise zum Standort Marburg bekennt und mit einer stattlichen Investition den Standort weiterentwickelt“, sagte Thomas Janssen, Geschäftsführer von Pharmaserv.

Ihn erfülle es mit Stolz, dass „sein“ Unternehmen CSL bei dieser Investition unterstützen könne – denn: „Wer die jüngere Geschichte am Standort Behringwerke mitverfolgt hat, der weiß, dass das für uns nicht immer selbstverständlich sein durfte.“ Möglich sei dies nur durch das Management-Buyout der Pharmaserv-Gesellschafter geworden, dass sich in der kommenden Woche zum zehnten Mal jähre.

Erst dadurch sei der Weg auch für ein solches Projekt geebnet worden – „solche Projekte waren unter unserem vorherigen Gesellschafter Sanofi nicht strategiekonform“, so Janssen. Auch habe man im Dezember 2005 den „Site-Master-Plan“ verabschiedet, der auch heute noch die Grundlage für die bauliche Entwicklung am Standort Behringwerke sei.

Pharmaserv investiert bis 2020 rund 10 Millionen Euro

„Alle baulichen Maßnahmen – ob in Görzhausen oder im Hauptwerk – werden an dieser Entwicklungsplanung ausgerichtet. Auch, wenn diese ­natürlich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und durch ­einen Energy-Site-Masterplan ergänzt wurde, der den Anforderungen aus der Energiewende Rechnung trägt“, verdeutlichte Janssen.

Vor dem Spatenstich sei bereits viel geschehen: Rund 50 Büro- und Materialcontainer von Fremdfirmen wurden in den Ludwigsgrund verlagert, 120 Parkplätze dauerhaft verlegt und die Werksstraßen neu trassiert. „Somit wurden die Voraussetzungen für die Realisierung des Projektes H69E überhaupt erst geschaffen“, sagte Janssen.

Rund 6,5 Millionen Euro investiere Pharmaserv in das Projekt. Entstehen wird ein Gebäude, das auf zwei Produktionsebenen gut 4600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche bietet – gesteuert von einer darüber liegenden Technikzentrale. „Weitere 3,5 Millionen Euro fließen bis 2020 in die Substanz des Bestandsgebäudes H69“, so Janssen. Das Geld fließe hauptsächlich in die Fassade, „um neben dem Werterhalt auch eine hohe Energieeffizienz des Fertigungsbetriebs sicherzustellen“.

Auch Paul Perreault (kleines Foto: Hirsch), Vorstandschef des Mutterkonzerns CSL aus Australien, nahm am Spatenstich teil. Er betonte in seiner Ansprache, dass der Standort Marburg extrem wichtig für den Konzern sei – „nicht nur wegen der Geschichte, ohne die wir nicht den Namenszusatz ,Behring‘ hätten“.

Er verdeutlichte, dass CSL seine Standorte quasi zum Wettbewerb auffordere, „wenn es um Investitionen und Projekte geht. Marburg ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir am Standort investieren – und dass es eine strahlende Zukunft für den Standort und alle Marburger gibt, wenn es um Beschäftigung und Arbeitsplätze bei CSL Behring geht“, sagte Perreault.

Der Spatenstich unterstreiche die kontinuierliche Investitionspolitik von CSL, wenn es um den Standort Marburg gehe. „CSL leistet wertvolle Arbeit für die Gesundheit der Menschen“, sagte Perreault. Er wünsche sich, dass dies nicht nur die Mitarbeiter wüssten, sondern alle Marburger. Daher forderte er seine Mitarbeiter auf: „Reden Sie mit den Menschen über das, was wir hier tun – damit alle diese Wichtigkeit verstehen.“

Rahmenbedingungen für ein gutes Miteinander

Craig Shelansky, Geschäftsführer von CSL Behring Marburg, betonte die Innovationskraft des Standorts Marburg. Und er gab einen Fingerzeig, was die neue Produktionsstätte erreichen solle: „Im Jahr 2018 werden wir hier 25 Millionen Flaschen abfüllen und verpacken. Der neue Betrieb ist für uns sehr wichtig.“

Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) betonte, dass der Spatenstich „auch die Zukunft der Universitätsstadt Marburg und der Bürger in der Region sichert“. Er bedanke sich „für den Mut, in die Zukunft zu investieren und damit Maßstäbe zu setzen – und in der Stadt die Voraussetzungen zu bieten, dass die Arbeitsplätze auch in der Zukunft erhalten bleiben“.

Die Stadt wolle auch weiterhin die Rahmenbedingungen für ein gutes Miteinander schaffen – denn gerade für Familien seien die Standortfaktoren Kinderbetreuung und Bildungsangebote wichtig. „Das sind Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter, die in Zukunft immer noch wichtiger werden.“ Er glaube, dass die Rahmenbedingungen bereits „außergewöhnlich“ seien. „Und was noch nicht so 100-prozentig ist, daran werden wir arbeiten“, so Vaupel.

von Andreas Schmidt

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