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Stets schneller sein als der Letzte

Motivationstraining Stets schneller sein als der Letzte

Jeder hat einen „Günter“, einen inneren Schweinehund in sich, dem der Kampf angesagt werden müsste, sagte der Hauptredner der NOWA, der Veranstaltung für Unternehmsgründer. Stefan Frädrich gab Motivationstipps.

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Marburg. Anfangs- und Umbruchszeit von Unternehmen standen im Mittelpunkt der zweiten NOWA Start, zu der der Landkreis Marburg-Biedenkopf Gründer, Unternehmer und andere Interessierte ins Marburger Kino Cineplex eingeladen hatte. Hauptredner war der Star-Motivator Dr. Stefan Frädrich. Mit etwa 500 Anmeldungen sei das Interesse noch größer, als bei der Erstauflage, freute sich Dr. Frank Hüttemann von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Kreises. Im Foyer war eine kleine Ausstellung aufgebaut, bei der Gründer ihre Erfahrungen vermittelten. Ihre Beispiele sollten Mut machen, sich an die Selbstständigkeit zu wagen.

Wie Hüttemann ausführte, stehe dabei die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Landrat Robert Fischbach (CDU) sagte, „innovative Geschäftsideen und das über den Tellerrand schauen sind wichtige Impulsgeber für die Wirtschaft unserer Region“. Jeder Gründer schaffe statistische gesehen etwa 2,5 Arbeitsplätze. Umso bedenklicher sei es, dass die Zahl der Neugründungen derzeit einen Tiefststand erreicht hätten, dem gelte es gegenzusteuern. Vor und nach den Vorträgen gab es die Gelegenheit, sich auszutauschen. In einem Kurzvortrag stellte Geschäftsführer Hans-Werner Wege von der Marburger Traditionsmolkerei ein gutes Beispiel einer Comeback-Leistung vor.

Als die Schwälbchen-Molkerei 2010 den Pachtvertrag gekündigt habe, sei die Molkerei zwei Jahre später als Genossenschaft von 68 Bauern aus der Region neu gegründet worden. Wie Wege erläuterte, seien es bei allen Risiken die Alleinstellungsmerkmale der Produkte, unter anderem gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe, Frische und guter Geschmack durch neue Technik, die eine Chance bedeuteten. Stefan Frädrich, vielen bekannt durch seine Fernsehauftritte, und sein Buch „Das Günter-Prinzip - so motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund!“. In seinem gleichnamigen Vortrag machte er klar, dass der Schweinehund Günter in jedem vorhanden ist. Mit ihm kämpfe man beim Aufstehen, wenn er sage, bleib doch noch liegen, oder beim Sport. Ihn zu besiegen schaffe man, indem man jeden Tag mit guter Laune starte, und jeder Situation etwas gutes abgewinne. „Der Partner liegt noch neben mir, gut, der Partner ist weg, auch gut“. Der Kampf mit dem inneren Schweinehund sei jedoch nur eine Metapher für das was im Gehirn ablaufe. Frädrich verglich dies mit Betriebssystemen. Da gebe es beispielsweise das, das alles mache, wie gestern auch. Ein anderes stehe für Lernen. Vielen Menschen reiche es, im Mittelfeld mit zu schwimmen. Wenn eine Gruppe Menschen vor einem Tiger weglaufe, müsse man ja auch nicht ganz vorne sein, nur schneller, als der Letzte, der gefressen werde. Aber die vorne, die Erfolgreichen, die würden nicht nur laufen wegen des Tigers, sondern weil sie immer laufen. „Der Tiger bestimmt nicht die Leistungsfähigkeit“. Motivation, so Frädrich, bestehe darin, einen Grund für das Handeln zu sehen. „Stellen Sie sich vor, Sie hängen sich ein Gewicht an den einen Arm und eines an der anderen, das wird immer schwerer und Sie verlieren auch noch Geld dabei und Sie sind trotzdem glücklich, das nennt man Shoppen“, so Frädrich. Spaß befördere den Sinn des Tuns. Der Mensch lerne sein ganzes Leben vor allem durch Erfahrungen, Negatives wiederhole er nicht. Feste Wege würden sich einfahren. Das ist laut Frädrich auch richtig.

„Aber in einem Prozent verändert sich die Welt“. Und hier sei Günter, der innere Schweinehund, träge und wolle trotzdem weitermachen. Unternehmerisch denken heiße aber den neuen Weg zu gehen. Ängste, Fehler zu machen, würden blockieren, aber auch diese müssten überwunden werden. Frädrich begeisterte durch seine humorvolle die Zuhörer. von Heiko Krause

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