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Steter Kampf um Fachkräfte

Bundesverband mittelständischer Wirtschaft lädt zu Diskussion Steter Kampf um Fachkräfte

Wie gelingt es, Fachkräfte zu finden, sie an das 
Unternehmen zu binden und sie weiterzuentwickeln? Ansätze dazu 
lieferten Referenten auf Einladung des Bundesverbands mittelständischer Wirtschaft in Marburg.

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Symbolischer Kampf um die Fachkräfte am Kickertisch: Dr. Heike Lorch (von links), Sascha Buurman, Jonas Lichtenberg und Gastgeber Dr. Holger Hoheisel.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Für Sascha Buurman, Beauftragten des Verbands, ist klar: „Das Thema Fachkräftemangel zieht sich mittlerweile quer durch alle Branchen.“ Entsprechend breit war auch der Querschnitt der vertretenen Branchen, die sich am Donnerstagabend im Vortragsraum der CCP Software GmbH am Tannenberg versammelt hatten: Vom Handwerk über die Gesundheit bis hin zu Industrie und Dienstleistern waren Firmenvertreter gekommen.

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Heck (CDU) war dabei. Er verdeutlichte in seinem Grußwort: „Es ist eines der Paradoxe in der Region, dass wir es schaffen, an der Universität in Marburg Menschen aus ganz Deutschland, Europa und der Welt anzulocken, die hier an einer exzellenten Uni studieren können – aber dass es uns bislang nicht gelingt, diese top-ausgebildeten Menschen auch in der Region zu halten.“

Für Jonas Lichtenberg von der Job-Plattform „Talents Connect“ ist klar, dass es für viele Bewerber und Unternehmen mittlerweile viel zu schwer sei, zueinanderzufinden. „Jede Seite muss den für sich passenden Partner finden“, erläuterte er – wie bei einer Partnerbörse.

Er sprach sich dafür aus, dass bei der Personalauswahl nicht mehr Lebenslauf oder Vita, sondern viel mehr die Persönlichkeit der Bewerber im Mittelpunkt stehen solle – die Plattform „Talents Connect“, die auch in der Region einen Ableger unter dem Namen „Mittelhessen Connect“ habe, führe im Prinzip die Profile von Bewerbern und Stellenausschreibungen zusammen – eben wie bei der Partnerbörse. „Das spart beiden Seiten viel Zeit“, ist er sich sicher.

„Personalentwicklung 
ist kein humanitärer Akt“

Dr. Heike Lorch zeigte indes auf, dass auch die Personalentwicklung – und somit das Binden von Fachkräften an ein Unternehmen – sehr wichtig ist. Denn Themen wie Work-Life-Balance oder auch alternative Arbeitsformen im Home-Office spielten eine zunehmende Rolle. Allerdings sei es nur mit Fortbildungen nicht getan: „Es muss auch ein Wissenstransfer sichergestellt werden“, verdeutlichte sie.

Sonst komme es zu der Situation, dass zwar ein Mitarbeiter Expertenwissen ansammele, „dieses sollte aber zu vernetztem Wissen für das gesamte Unternehmen werden“, riet sie. „Personalentwicklung ist kein humanitärer Akt – sie ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit“, verdeutlichte die Referentin.

Auch rund um das Thema „Integration von Flüchtlingen in Unternehmen“ diskutierten die Teilnehmer – der entsprechende Referent hatte kurz zuvor wegen eines Unfalls abgesagt. Die Meinung der heimischen Unternehmer: Auf lange Sicht bieten die Flüchtlinge durchaus Chancen – doch derzeit gebe es auch vor dem Hintergrund der komplizierten Gesetzeslage noch zu viele Unsicherheiten. Hier müsse die Politik nachbessern, so die Forderung.

von Andreas Schmidt

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