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Steinmühle will international werden

Zweisprachiger Schulzweig Steinmühle will international werden

Das Regionalmanagement Mittelhessen möchte eine internationale Schule in der Region installieren. Die Steinmühle ist interessiert. Es gibt aber Konkurrenz aus einer anderen Stadt.

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Hessisches Idyll: An der Steinmühle in Marburg-Cappel könnten Kinder bald in englischer Sprache unterrichtet werden, um vielleicht irgendwann eine internationale Karriere zu starten.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Noch ist es nur eine­ Idee: In der Steinmühle werden­ Kinder vielleicht bald auch auf Englisch unterrichtet. Dadurch soll die Region für ausländische Fachkräfte attraktiver gemacht werden. „Die kommen nicht, wenn es keine Infrastruktur gibt“, sagt Björn Gemmer, Schulleiter der Steinmühle in Cappel.

Die Unternehmen in Mittelhessen sind auch in Zukunft auf gut ausgebildete Arbeitskräfte angewiesen. Für solche Fachleute spielt allerdings nicht nur Qualität und Vergütung der ­Arbeit eine Rolle, sondern auch beispielsweise das Schulangebot für die Kinder. Und genau daran hapert es nach Ansicht Jens Ihles, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH. „Es besteht eine Lücke“, sagt er.

Seine These wird gestützt durch die Ergebnisse einer Untersuchung der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Der Verein Mittelhessen hatte die Studie in Auftrag gegeben. Die THM analysierte daraufhin das Potenzial für eine internationale Schule in der Region. Das Ergebnis: Es gibt Bedarf. In puncto Schulgeld allerdings nicht zu den gleichen Konditionen wie beispielsweise­ im Rhein-Main-Gebiet. Dort müssen Eltern für solche Schulplätze tief in die Tasche greifen.

Das Regionalmanagement Mittelhessen forciert daher die Bemühungen, die richtigen Partner an einen Tisch zu bringen, um besagte Lücke zu füllen. Geschäftsführer Ihle ( Foto: Tilman Lochmüller) verweist in diesem Zusammenhang auf eine Empfehlung der Studie: Die neue internationale Schule solle möglichst einer anderen Schule aufgesetzt werden.

Hier kommt die Steinmühle in Cappel ins Spiel. Das Landschulheim plant, auf der Wiese vor dem Schulforum ein neues Gebäude für die Mittelstufe zu errichten. Das würde auch Platz schaffen für einen zweisprachigen Schulzweig.

„Wir müssen in der Grundschule anfangen“, sagt Schulleiter Björn Gemmer. Angedacht ist daher eine Grundschule mit einer Klasse pro Jahrgang sowie zunächst eine fünfte Klasse. Als Träger soll der Schulverein des Landschulheims fungieren. Weil der Verein bereits anerkannter Schulträger ist, könnte die zweisprachige Erweiterung der Steinmühle auch direkt vom Land Hessen gefördert werden, so Gemmer. Bei einer Neugründung müssen Schulen für solche Zuwendungen zunächst drei Jahre lang ohne Unterbrechung unterrichten.

Das Schulgeld für die zweisprachige Erweiterung an der Steinmühle „soll deutlich unter 500 Euro bleiben“, sagt der Schulleiter.

Bei dem Konzept der Marburger Privatschule wird großer Wert auf die Anschlussfähigkeit gelegt. Die Schüler sollen nach der Grundschule sowohl in Hessen als auch in anderen Ländern eine weiterführende Schule besuchen können, sagt Gemmer ( Archivfoto: Thorsten Richter). „Den Sockel sollen Kinder aus der Region bilden“, so der Schulleiter der Steinmühle.

„Die können wir fit machen für den internationalen Arbeitsmarkt.“ Bis dahin dauert es aber noch ein wenig. Gemmer räumt zwar ein, dass die Idee schon weit gediehen sei. „Aber es ist noch nichts spruchreif und wir sind meilenweit von einer Genehmigung entfernt.“

Das Konzept stößt jedenfalls bei den Unternehmen im Marburger Raum auf positive Resonanz. Oskar­ Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, bestätigte auf OP-Nachfrage, dass die Vorstellungen der Steinmühle gut zu denen der Unternehmen passen würden. Die Pläne seien auch in der Größe angemessen. Sollte das Konzept realisiert werden, würde es „den Wirtschaftsstandort aufwerten und die ­Attraktivität für Fach- und Führungskräfte steigern“.

Der Verwirklichung im Wege könnte auch noch ein Konkurrent aus dem Südwesten stehen. Jens Ihle vom Regionalmanagement Mittelhessen sagt, dass es auch aus Wetzlar Signale gebe, eine solche Schule errichten zu wollen. Eine Tendenz, wo die Schule dann schließlich ihre Pforten öffnen wird oder ob sogar Einrichtungen an beiden Standorten denkbar sind, gibt es wohl noch nicht. Die Entscheidung über die Genehmigung fällt das Staatliche Schulamt in Friedberg.

„Wir sind noch in der Konzeptphase“, sagt Ihle. Es gebe auch noch keine zeitlichen Vorgaben. Im Juni soll das Thema bei einer Sitzung des Aufsichtsrates der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH aufs Tapet gebracht werden. Jens Ihle denkt aber schon jetzt an den ersten Schultag an der neuen Schule: „Ich hoffe, wir können in ein, zwei Jahren einschulen.“

von unseren Redakteuren

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