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Stadtwerke senken Strompreise

Energiekosten Stadtwerke senken Strompreise

Viele Stromkunden können aufatmen: Zum 1. Januar werden die Stadtwerke Marburg den Strom-Bruttopreis um 0,42 Cent pro Kilowattstunde senken. Ein Durchschnittshaushalt spart damit rund 15 Euro im Jahr. Die Gaspreise bleiben stabil.

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Strommasten: Die Stadtwerke Marburg senken den Strompreis ab Januar.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Als eines von wenigen Versorgungsunternehmen haben sich die Stadtwerke Marburg für eine Preissenkung entschieden. Der Hintergrund ist zum einen, dass sich die gesetzlich vorgegebenen Aufschläge und Umlagen zum 1. Januar verändern. Die werden teils gesenkt, teils erhöht (die OP berichtete). Unter dem Strich bleibt eine Ersparnis von 0,153 Cent pro Kilowattstunde netto. Doch die Stadtwerke Marburg wollen noch weiter gehen. Der Strompreis werde um insgesamt 0,42 Cent pro Kilowattstunde auf 25,91 Cent pro Kilowattstunde Brutto beim Wahltarif Premium gesenkt.

„Wir haben 2013 ein sehr gutes Jahresergebnis erzielt und wollen mutig sein und die Preise senken. Wir sind als städtisches Unternehmen nicht auf Gewinn aus, sondern wollen die sichere Versorgung der Haushalte garantieren“, sagt Norbert Schüren, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg im Gespräch mit der OP. Das städtische Tochterunternehmen hatte 2013 mit einer Bilanzsumme von rund 133 Millionen Euro eines seiner besten Jahresergebnisse erreicht. Der Jahresgewinn lag unter anderem an dem hohen Gasverbrauch - also den kalten Wintermonaten - im Jahr 2013. Das Strom-Geschäft brachte allerdings keinen Geldregen - in dieser Sparte machte das Unternehmen einen Verlust von 450 000 Euro.

Langfristig werden die Energiepreise aber steigen

„Wir gehen völlig gegen den Trend, wenn wir jetzt die Preise senken“, sagt Schüren. Er hofft damit zum Jahreswechsel auf neue Kundschaft: Der Preiskampf tobt. „Wir garantieren den Preis bis Ende 2015“. Allerdings sei dies nur möglich, wenn der Staat in dieser Zeit keine neuen Steuern oder Abgaben einführt. Denn von den 26 Cent geht nur ein Drittel an die Stadtwerke-Kasse, zwei weitere Drittel sind Abgaben, Steuern und Beschaffungskosten.

Die Preissenkung kann für einen Marburger Durchschnittshaushalt, der im Jahr zirka 3500 Kilowattstunden verbraucht, eine Ersparnis von rund 15 Euro bedeuten. Schüren betont, dass die Stadtwerke nur Ökostrom anbieten. Eine weitere Nachricht, die viele Verbraucher aufatmen lässt: Die Gaspreise bleiben bei den Stadtwerken stabil, kündigt Vertriebsleiter Holger Armbrüster an.

Allerdings, so ist sich Schüren sicher, werden die Preise langfristig dennoch ansteigen. Wenn der Preiskampf zwischen den Energieriesen in Deutschland aufhört, die Überproduktion von Strom der Vergangenheit angehöre, dann müssen die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. „Die Preise entwickeln sich so wie an den Tankstellen. Die Energielieferung ist immer billiger geworden, die Abgaben höher“, so Schüren.

Armbrüster weist die Verbraucher daher auch darauf hin, dass sie ihre Energiekosten weiter senken können, wenn sie sparsame Geräte im Haushalt installieren. Der größte Stromschlucker seien alte Kühlschranke. „Viele kaufen sich neue energiesparsame Geräte und schließen dann die alte Tiefkühltruhe zusätzlich als Reserve im Keller an. Das sind enorme Zusatzkosten“, so Armbrüster.

Stadtwerke-Kunden können sich übrigens bei den Stadtwerken Messgeräte zur Bestimmung des Energieverbrauchs ausleihen und die Ergebnisse dann mit den Stadtwerke-Experten besprechen.

von Anna Ntemiris

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