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Stadtwerke machen erstmals Verluste mit Strom

Bilanz Stadtwerke machen erstmals Verluste mit Strom

Die Stadtwerke Marburg haben dank hoher Einnahmen aus dem Gas-­Geschäft eine positive Bilanz für 2013. Beim Strom machte das Unternehmen jedoch einen Verlust von 450000 Euro.

Marburg. Erstmals registrieren die Stadtwerke Marburg beim Strom in ihrer Jahresbilanz rote Zahlen: Das städtische Unternehmen machte im vergangenen Jahr ein Minus von 450000 Euro. Im Vorjahr erzielten die Stadtwerke ein plus von mehr als 300000 Euro. Die Einnahmen im Jahr 2013 beliefen sich laut Unternehmen auf 68 Millionen Euro. Der Stromkampf sei hart umkämpft, sagt Geschäftsführer Norbert Schüren. „Das mag für den Kunden gut sein. Für uns bedeutet es, dass das Ergebnis schlecht ist“, so Schüren. Im Kampf um die Kunden habe man auf Preiserhöhungen verzichtet.

Doch wenn der Gesetzgeber so an der Preisschraube drehe, könne dies das Unternehmen nicht mehr abfangen. „Wir werden die Mehrkosten daher an die Verbraucher weitergeben müssen“, sagt Schüren. Wann dies sein werde, könne er jetzt nicht sagen. Ein Datum stehe nicht fest.

Nachdem die Bundesregierung zum Jahreswechsel 2012/2013 mehrere gesetzlich vorgeschriebene Steuern und Abgaben erhöht hatte, gaben die Stadtwerke Marburg die Mehrkosten an die Verbraucher weiter. Der Energieversorger erklärt, dass er mit seinen Strompreisen in der Region sehr günstig sei und dazu noch 100 Prozent Ökoqualität liefere.

Ein Beispiel: Ein Marburger Haushalt mit einem Premium-Tarif und einem durchschnittlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden pro Jahr komme auf eine Jahresrechnung von 841 Euro, erklärt Stadtwerke-Sprecher Pascal Barthel. Rund die Hälfte davon seien staatliche Abgaben und Steuern, also rund 423 Euro. Für die Netznutzung und Messung bezahlt der Durchschnittsverbraucher rund 186 Euro im Jahr.

Rund 232 Euro zahlt der Kunde im Jahresschnitt an die Stadtwerke für den Vertrieb. Dieser Teil gehe zwar direkt an das Unternehmen, doch müssten davon unter anderem der Stromeinkauf und die Personalkosten gedeckt werden, erläutert der Sprecher.

von Anna Ntemiris

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