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Stadtwerke kaufen Fernwärmenetz

Erneuerung von Leitungen und Heizwerk Stadtwerke kaufen Fernwärmenetz

Nach sechs Jahren Verhandlung kaufen die Stadtwerke das Fernwärmenetz vom Land Hessen für eine Million Euro und bringen es für 15 Millionen auf den neuesten technischen Stand.

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Freuen sich über den Vertragsabschluss (von links): Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Uni-Präsidentin Dr. Katharina Krause, Peter Caratiola vom Hessischen Finanzministerium und Studentenwerk-Geschäftsführer Dr. Uwe Grebe.

Quelle: Frank Rademacher

Marburg. Warum hat das so lange gedauert – dieser Frage ging Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause am Freitag nach und lieferte die Antwort:

Zum einen habe es an den vielen Beteiligten gelegen – neben dem Land Hessen, den Stadtwerken, der Stadt, der Universität und dem Studentenwerk habe es eine ganze Reihe von technischen, finanziellen und rechtlichen Fragen zu klären gegeben. Herausgekommen ist ein dicker Wälzer, der genau regelt, wie es mit dem Fernwärmenetz in den kommenden 20 Jahren weitergehen soll.

Für die Uni, als einem der Hauptabnehmer der Fernwärme, sei dies ein „großartiger Tag“. Die Bedingungen des alten Vertrags hätten die Universität in den vergangenen Jahren zunehmend belastet. Das soll sich nun ändern.

Fünf Jahre lang wird es neue Baustellen geben

In den kommenden fünf Jahren wollen die Stadtwerke das komplette Fernwärmenetz, das sie für eine Million Euro vom Land Hessen kaufen, und das Heizkraftwerk Ortenberg, das gleichfalls für eine Million Euro erworben wird, erneuern. 15 Millionen Euro sind an Investitionskosten hierfür vorgesehen, wobei sich das Land mit einem Zuschuss von zwei Millionen Euro beteiligen wird, den Kauferlös also wieder in die anstehende Investition steckt.

„Es wird einige Baustellen mehr in Marburg geben, das lässt sich nicht verhindern“, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne mit Blick auf die Investition. Die Erneuerung soll über die nächsten 20 Jahre 
hinaus den Stadtwerken weitere Kunden erschließen.

Das rund acht Kilometer lange Fernwärmenetz, zu dem auch einige „Wärmeinseln“ gehören, in denen die Energie dezentral erzeugt wird, soll im Zuge der Erneuerung verkürzt werden. Zugleich sollen die Insellösungen nach und nach aufgelöst und an das zentrale Netz angeschlossen werden.

Das vergleichsweise große Netz versorgt bislang eine eher kleine Zahl von Kunden mit Wärme. Durch die Erneuerung des Netzes versprechen sich die Stadtwerke, zusätzliche Kunden mit attraktiven Angeboten gewinnen zu können.

Krause: Nicht mehr die größten Umweltsünder

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer sprach von einer klassischen Win-win-Situation, die Umwelt sei bei dem Ganzen aber der größte Gewinner. 5900 Tonnen an CO2-Emissionen hofft das Land allein für seine Liegenschaften durch die Erneuerung des Netzes einsparen zu können. Das Land spart jährlich rund 400.000 Euro an Unterhaltungskosten und kalkuliert damit, zusätzlich 700.000 Euro jährlich sparen zu können, weil die Preise im neuen Netz deutlich sinken sollen.

Argumente, die auch Unipräsidentin Krause überzeugen: „Wir sind dann endlich nicht mehr die größten Umweltsünder in Hessen.“ Bis zum Jahr 2020 will die Universität ihre CO2-Emissionen halbieren.

Für Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies ist die Übernahme und Erneuerung auch deshalb in die Zukunft gerichtet, weil die Energieversorgung noch stärker aus der Region erfolgen könne. Rainer Kühne erinnerte noch einmal an die historische Entscheidung der Stadtwerke, sich mit der Wärme einen neuen Markt zu erschließen.

Schon mit dem bestehenden Gas-Wärme-Kopplungskraftwerk habe man in den 90er-Jahren revolutionär gehandelt. „Wir haben in den letzten 22 Jahren unsere Hausaufgaben gemacht, es hat nie 
einen Ausfall gegeben“, erklärte der Stadtwerke-Geschäftsführer. Allerdings lagen die Energieverluste bei rund einem Drittel, was die Kosten für die Kunden erhöhte.

von Frank Rademacher

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