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Stadtwerke betreiben Stromnetz Cappel

Übernahme Stadtwerke betreiben Stromnetz Cappel

Die Stadtwerke Marburg übernehmen mit dem Jahreswechsel das Stromnetz für den Ortsteil Cappel von der EAM-Tochter EnergieNetz Mitte.

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Die Stadtwerke Marburg übernehmen ab Jahresbeginn wieder die Stromversorgung im Stadtteil Cappel.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Das teilten die beiden Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Schüren und Rainer Kühne mit. Ein entsprechender Kaufvertrag sei unterzeichnet worden, sagten die Geschäftsführer. Über den Kaufpreis machten die Stadtwerke keine Angaben. Schüren sagt aber, es handele sich um eine der größten Investitionen der Stadtwerke im Stromsektor seit Jahren. Durch den Erwerb des Netzes in Cappel kommen acht Prozent dessen, was bisher im Netz der Stadtwerke umgesetzt wurde, hinzu.

Damit wird das Stromnetz der EnergieNetz Mitte für Cappel am Dienstag um Mitternacht an das Stadtwerke-Netz angeschlossen. Es wechseln etwa 4100 Privatkunden ihren Netzbetreiber. Der Netzbetreiber ist per Gesetz dafür zuständig, dass das Stromnetz in einem ordnungsgemäßen Zustand ist. Er wartet die Leitungen, betreut die Stromzähler und leitet den Strom im Auftrag des Stromlieferanten durch seine Leitungen hindurch. 61 Kilometer Niederspannungskabel und 101 Kabelverteilerschränke gehen zum Jahreswechsel in den Besitz der Stadtwerke über. Hinzu kommen 16 Kilometer Mittelspannungskabel und 30 Kilometer Straßenbeleuchtungskabel

Die Stadtwerke erweitern mit diesem Schritt ihr Stromnetz in Marburg, zu dem bisher die Kernstadt, Marbach und Wehrda gehören. „Das Marburger Stromnetz soll im Lauf des kommenden Jahres komplett in die Hand der Stadtwerke übergehen“, sagt Schüren. Aufsichtsrat und das Stadtparlament müssen noch zustimmen, dass das Unternehmen weitere Kaufverhandlungen mit der EnergieNetz Mitte führt. „Zum Jahreswechsel 2015/2016 soll möglichst das Netz in den östlichen und westlichen Stadtteilen den Stadtwerken gehören“, so Schüren.

Kühne: Vielen Kunden bringt es Vorteile

Mit der Übernahme des Netzes durch die Stadtwerke ist nicht, darauf legt Schüren Wert, der Wechsel des Stromversorgers verbunden. Alle Kunden, die vorher zum Netzgebiet der EnergieNetz Mitte gehört haben, beziehen ihren Strom weiter von der Eon-Mitte, jedenfalls so lange sie ihren Anbieter nicht wechseln. Die Stadtwerke werben aber dafür, dass möglichst viele Verbraucher zu ihnen wechseln. Rainer Kühne nennt vor allem drei Argumente, mit denen das Unternehmen für einen Wechsel wirbt.

Erstens, so Kühne, spricht der Kunde im Störungsfall nicht mit einer anonymen und zudem weit entfernten Hotline, sondern direkt mit Mitarbeitern des Verbundwerks in Marburg-Süd. „Die Kollegen erkennen sofort auf dem Monitor, wenn es eine Störung gibt, und sind entsprechend schnell vor Ort, um die Störung zu beheben.“ Für viele Kunden bringe es zweitens zudem Vorteile, wenn alle Versorgungsleistungen – neben Strom etwa Wasser oder Gas – aus einer Hand kommen.

„Natürlich ist es unser Ziel, in Cappel wieder Grundversorger für Strom zu werden“, sagt Kühne. Dazu müssten aber noch einige Kunden zu den Stadtwerken zurück wechseln. Grundversorger ist dasjenige Unternehmen, das die Mehrzahl der Haushalte mit Strom versorgt. Mit dem Erwerb des Stromnetzes für Cappel sind für die Stadtwerke Investitionen verbunden: Das Unternehmen muss vom Umspannwerk Süd eine zusätzliche Trasse legen. Damit soll auch die Versorgung auf dem Richtsberg verbessert werden. Die Bauarbeiten sollen 2015 stattfinden.

von Till Conrad

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