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„Die Wertschöpfung bleibt so in der Region“

Stadtwerke Marburg: Ökostrom „Die Wertschöpfung bleibt so in der Region“

Zum zweiten Mal in Folge haben die Stadtwerke Marburg bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhalten, 
öffentliche Liegenschaften im Landkreis mit Ökostrom zu versorgen.

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Marburg. „Das ist ja fast wie bei der Bürgermeister-Dienstversammlung“, scherzte Landrätin Kirsten Fründt vor der Unterschrift der Verträge. Kein Wunder, waren doch nicht nur die Bürgermeister der an der Ausschreibung beteiligten Städte­ und Kommunen gekommen, sondern auch Vertreter der kommunalen Unternehmen.

In vier Losen hatte der Landkreis die Belieferung für sieben Städte, elf Gemeinden und vier kommunale Unternehmen des Landkreises für die Jahre 2017 bis 2019 ausgeschrieben – mit einem Strombedarf von 18,1 ­Gigawattstunden pro Jahr. „Das ist die größte Stromliefermenge, die der Landkreis bisher ausgeschrieben hat“, so die Landrätin. Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne ordnete die Menge ein: „Sie entspricht in etwa dem Strombedarf einer Stadt mit 20.000 Einwohnern.“

„Für uns war wichtig, dass der Strom den Ökostrom-Anforderungen entspricht“, verdeutlichte Fründt. Umso erfreulicher sei es, dass bei der europaweiten Ausschreibung mit den Stadtwerken Marburg ein regionales Unternehmen gewonnen habe, „denn die Wertschöpfung bleibt so in der Region. Das betont die regionale Stärke, die wir hier haben.“ Zudem sei dies ein weiterer Schritt, Energiewende und Klimaziele des Landkreises voranzutreiben.

Zu den Liegenschaften, die das kommunale Unternehmen in Zukunft mit Ökostrom versorgen wird, zählen beispielsweise Verwaltungsgebäude, Schulen, Freizeiteinrichtungen,­ Sportanlagen und die Straßenbeleuchtung im gesamten Landkreis. Die Ausschreibung wurde­ in vier Lose getrennt, die nach Art der Verbrauchsstellen aufgeteilt wurden. Dabei wurde unterschieden zwischen Liegenschaften mit hohem Stromverbrauch, wie etwa Schulen, Schwimmbäder oder die Kreisverwaltung selbst und Liegenschaften, die einen geringeren Stromverbrauch haben. Dazu zählen kleinere Verwaltungsgebäude oder Sportanlagen.

Stadtwerke-Geschäftsführer betont lokale Haftung

Das dritte Los betrifft Wärmestrom-Verbrauchsstellen, an denen mit Strom Wärme produziert wird. Das vierte Los gilt für die Straßenbeleuchtung.

Die Stadtwerke Marburg haben für alle vier Lose den Zuschlag erhalten, weil sie die günstigsten Anbieter waren. 
Für Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Marburg, ist klar: „Eine­ der Kernthesen der Energiewende ist, dass Wertschöpfung dadurch entsteht, dass Energie, die in der Region erzeugt wird, in der Region bleibt.“ Daher habe man früh angefangen, Bürger an der Stromproduktion zu beteiligen – etwa mit Blockheizkraftwerken in Eigentümergemeinschaften oder durch Photovoltaik-Förderungen. Man wolle die dezentrale­ Stromerzeugung daher auch weiterhin ausbauen.

Rainer Kühne, Geschäftsführer der Stadtwerke, betonte, dass das Unternehmen eine lokale­ Haftung habe. „Wir haben im Vergleich zu allen Stromversorgungsunternehmen den höchsten Anteil an Ökostrom in unserem Strom-Mix.“ Der liege bei 90 Prozent.

Auch Peter Eidam, Bürgermeister der Gemeinde Weimar und Sprecher der Bürgermeister im Kreis, hob auf die Wertschöpfung ab: „Für uns ist es wichtig, dass diese in der Region bleibt – und das konnten wir mit dem Vertrag ganz deutlich abbilden.“

An der Ausschreibung beteiligte Kommunen sind Amöneburg, Angelburg, Bad Endbach, Biedenkopf, Breidenbach, Cölbe, Ebsdorfergrund, Fronhausen, Kirchhain, Lahntal, Lohra, Münchhausen, Neustadt, Rauschenberg, Stadtallendorf, Weimar, Wetter und Wohratal.

von Andreas Schmidt

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