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Stadtmarketing als Herzenssache

Wirtschaftspolitik Stadtmarketing als Herzenssache

Der frühere Kommunalpolitiker und Gastronom Jan-Bernd Röllmann hat viel vor, um die Stadt und den Handel zu stärken. Kaufkraft, die nach Gießen oder Frankfurt abwandert, soll künftig in Marburg bleiben.

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OB Egon Vaupel (links) und MAK-Chef Klaus Hövel (rechts) mit dem neuen Stadtmarketingkoordinator Jan-Bernd Röllmann am Modell der Oberstadt auf dem Marktplatz.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Er war Oberbürgermeisterkandidat der FDP, führte das Restaurant Alter Ritter am unteren Steinweg, war Vorsitzender des Arbeitskreises für Kommunal- und Wirtschaftsfragen Marburg: Jan-Bernd Röllmann ist in Marburg ein bekannter Mann. „Er kennt Marburg in- und auswendig. Er ist daher prädestiniert für die Aufgabenstellung des Stadtmarketing-Koordinators“, sagt Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Der Markt- und Aktionskreis (MAK) unter der Leitung von Klaus Hövel, Chef der Marburger Tourismus- und Marketing GmbH, hat Röllmann unter 42 Bewerbern für diese neu geschaffene Stelle ausgewählt, erklärt der OB. Röllmann soll in den nächsten zwei Jahren vorhandene Aktivitäten in Marburg stärker vernetzen, um die Attraktivität der Stadt und des Handels zu steigern. Was so einfach und abstrakt klingen mag, wird in der Umsetzung keine leichte Aufgabe, weiß auch Vaupel. Dennoch gibt es reichlich Vorschusslorbeeren für Röllmann: „Ich bin überzeugt davon, dass er sich in den nächsten anderthalb Jahren unentbehrlich machen wird“.

76 Millionen Euro werden andernorts ausgeben

Hövel erklärt, dass der MAK seit mehreren Jahren darauf pocht, personelle Verstärkung für das Marketing zu bekommen. Hövel und Röllmann, aber auch Vaupel, betrachten die Ergebnisse der Einzelhandelsstudie CIMA vom vergangenen Jahr als Aufgabengebiete im Stadtmarketing: zum Beispiel den Ausbau von Veranstaltungen oder die stärkere Einbindung der Universität in öffentliche Aktivitäten. „Wir haben noch Umsatzpotenziale“, sagt Röllmann und meint mit „Wir“ den heimischen Handel. 76 Millionen Euro, so die Ergebnisse der Studie, fließen pro Jahr von Marburg nach Frankfurt und Gießen.
Das Geld sollen die Bürger lieber hier lassen. Wie er die Attraktivität der Stadt erhöhen möchte? Einiges kann Röllmann bereits mitteilen: Ein Beleuchtungskonzept soll die Highlights der Stadt in besserem Licht zeigen. „Und ich möchte die Angleichung der Ladenöffnungszeiten in der Oberstadt voranbringen. Der Einstieg könnte die Vorweihnachtszeit sein“. Röllmann will Marburgs Bewerbung für den Weltkulturerbetitel voranbringen sowie neue Projekte anstoßen. „Ich bin ein Kümmerer, ein Anschieber“, sagt er.

Rollmann will Prozesse kritisch begleiten

Lange Zeit war er auch ein kritischer Bürger, der als FDP-Fraktionschef und Vertreter der heimischen Wirtschaft oft gegen die Vorstellungen von Rot-Grün in Marburg kämpfte. „Ich will keinen haben, der mir nur Recht gibt“, sagt Vaupel. Und Röllmann sagt, Prozesse müssten kritisch begleitet werden. Als Beispiel nennt er die Umgestaltung der Ketzerbach, deren Entwicklung er sehr kritisch begleitet habe. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“. Das Viertel sei attraktiver geworden. „Es gibt keine Leerstände“. So sei er zuversichtlich, dass auch die Entwicklung in der Nordstadt positiv vorangetrieben werden kann. Bei heiklen Themen wie Parkplätzen will Röllmann nach Kompromissen suchen. „Ich bin schon traurig um jeden Parkplatz, der verloren geht“, sagt er und wird diplomatisch: „Man darf nicht ideologisieren. Es gibt nicht Schwarz und Weiß“.

Wege sind kurz

Die neu geschaffene Stelle des Stadtmarketing-Managers kostet im Jahr etwa 55 000 Euro, inklusive Arbeitsplatzkosten. Die Stadt Marburg bezuschusst diese Stelle mit 100 00 Euro im Jahr. Der Rest werde und müsse von der heimischen Wirtschaft getragen werden, so Vaupel.Röllmann wird von zwei Mitarbeiterinnen aus der Stadtverwaltung unterstützt. Sein Büro wird zunächst Am Plan 3 eingerichtet. Für ihn selbst werden die Wege zu den vielen Partnern aus Verwaltung und Wirtschaft „kurz“ sein, sagt er. „Ich habe viele Kontakte“. Für ihn sei die Stelle „fast kein Job, sondern eine Herzenssache“. Seit über 30 Jahren habe er sich in vielen Gremien für das Stadtmarketing eingesetzt - nun erstmals hauptamtlich.

Was fordern OP-Leser vom Stadtmarketing-Manager?

  • Die OP fragt die Marburger: Was soll ein Stadtmarketing-Manager leisten? Was soll er in Marburg voranbringen? Schreiben Sie an feedback@op-marburg.de, Betreff: Stadtmarketing-Manager.

von Anna Ntemiris

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