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Stabile Konjunktur in der Region

IHK-Wirtschaftsumfrage Stabile Konjunktur in der Region

Die Wirtschaft in Nord­hessen und Marburg ist im Herbst gut aufgestellt. Viele Unternehmer sind allerdings verunsichert, weil sie nicht wissen, was beim Thema Energiepreise oder Steuern auf sie zukomme, sagt die IHK.

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Hauptgeschäftsführer Oskar Edelmann (links), der Vorsitzende des Regionalausschusses Peter Lather und Thomas Rudolff, Geschäftsführer Kommunikation, stellten die Umfrage vor.Foto: Ntemiris

Marburg. Die Bundes- und Landtagswahl haben bei den Unternehmern Fragezeichen hinterlassen, sagt Thomas Rudolff, Ökonom der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Wie werden sich die Strompreise entwickeln, wird es Industrierabatte geben, welche Folgen hat die Senkung des Leitzinses? „Unsicherheit ist immer Gift für Realwirtschaft und Finanzwirtschaft. Insofern muss man der Konjunktur in Nordhessen und Marburg eine gute relative Stärke unter diesen Umständen attestieren“, erklärt Rudolff.

„Gott sei Dank ist in Marburg der Gewerbesteuerhebesatz niedrig“, sagt Oskar Edelmann, Geschäftsführer der IHK. Müssten die Unternehmen mehr Gewerbesteuern zahlen, würde dies langfristig negative Auswirkungen auf den Standort Marburg haben, sagt er. Rudolff und Edelmann kommen zum Fazit, dass die Wirtschaft in der Region gut aufgestellt ist.

Die geplanten Investitionen sind laut IHK-Umfrage in der Region über alle Branchen leicht anziehend. In der Industrie seien sogar Steigerungen erkennbar.

Die Industrie als Konjunkturlokomotive in der Region ist stark. Der Klimaindex steigt leicht über alle Branchen hinweg, und die Prognosen für 2014 sind eher optimistisch, so die Herbstumfrage der IHK Kassel-Marburg, die auch in die Bewertung für das Sachverständigengutachten der Bundesregierung eingeflossen sei.

n 30 Prozent aller Unter­nehmen im IHK-Bezirk Kassel-Marburg gehen von einer aktuell guten Geschäftslage aus. Im Vorjahr waren es 37 Prozent. Fast 60 Prozent sprechen von einer „befriedigenden“ Situation. 15 Prozent der Unternehmen stufen im Herbst 2013 ihre zukünftige Geschäftslage als eher günstiger als bisher ein. Fast 70 Prozent gehen von gleichbleibender Situation aus.

n Die IHK hat auch explizit die Industrieunternehmen nach ihrer Einschätzung gefragt. 54 Prozent von ihnen stufen ihre Lage als befriedigend ein (im Vorjahr waren es 47 Prozent), 35 Prozent sprechen derzeit von einer guten Lage. 21 Prozent der Industriebetriebe gehen von einer aktuell guten Geschäftslage aus, 66 Prozent sehen keine Veränderung kommen.

n Zum Herbst lohnt es sich, so Ökonom Rudolff, die Investitionsgüterproduzenten zu beleuchten. Die Branche, zu der zum Beispiel Maschinenhersteller gehören, ist ein Frühindikator für den Wirtschaftssektor Industrie: Maschinen werden bereits Monate, wenn nicht Jahre vorher bestellt. In dieser Gruppe geht etwa die Hälfte der Befragten von einer befriedigenden Lage aus. Optimistischer sind etwa 34 Prozent. Auch hier gibt es im Vergleich zu den Vorjahren ein konstantes Meinungsbild, so die IHK. Die Auftragsbücher seien derzeit gut gefüllt, so die Einschätzung der Experten der IHK.

Einzelhandel erwartet umsatzstärkste Wochen

n Das Baugewerbe ist nicht besonders glücklich über seine Situation, 77 Prozent bewerten diese als befriedigend. Fast alle denken, dass es im nächsten Jahr so bleibt. Insgesamt sei die wirtschaftliche Situation aber gut, so die IHK. „Insgesamt konnte das Baugewerbe den langen Winter gut wegstecken.“

n Der Einzelhandel hat die beste Zeit in diesem Jahr noch vor sich. Es gibt Geschäfte, so die IHK, die rund 70 bis 80 Prozent ihres Jahresumsatzes in der Vorweihnachtszeit machen. In der Herbstumfrage bewerten 33 Prozent der Einzelhändler im Altkreis Marburg und Kassel die Lage als gut, die meisten sprechen von befriedigend.

n Nur fünf Prozent der Gastronomen bewerten ihre Geschäftslage als gut, aber doppelt so viele glauben an eine Verbesserung im nächsten Jahr. 81 Prozent vergeben im Herbst die Note befriedigend. Das Gastgewerbe sowie die Baubranche spüren den Fachkräftemangel, so Rudolff. Der Arbeitsmarkt insgesamt sei stabil.

von Anna Ntemiris

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