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Spaß als Schutz vor Flucht in die Sucht

Schule Spaß als Schutz vor Flucht in die Sucht

Ausgeglichene Schüler kommen nicht so schnell auf den gefährlichen Gedanken, Drogen auszuprobieren, sagt das Suchtpräventionsteam der Beruflichen Schulen.

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Im Klassenzimmer wurde gestern orientalisch getanzt: Diese Schülerinnen der Kaufmännischen Schulen hatten dabei viel Spaß.Foto: Gerstenmaier

Marburg. Nun schon zum achten Mal - immer im Wechsel mit anderen Veranstaltungen - fand an den Kaufmännischen Schulen Marburg (KSM) ein Tag, statt der Strategien zu Vorbeugung von Sucht und Gewalt an die Hand gab.

Exzessivem Alkoholkonsum, maßlosem Zocken am Computer oder unkontrollierter Gewalt mit Tanzen, Theater spielen und Entspannungstechniken wie Yoga oder Shiatsu vorzubeugen, gemischt mit einer guten Prise an Information: Das ist das Rezept, dessen sich die Kaufmännischen Schulen Marburg bedienen.

Orientalischer Tanz, Zumba oder Yoga

Gestern fand für die Oberstufenschüler der KSM ein Sucht- und Gewaltpräventionstag statt. „Im Grunde geht es darum, dass wir die Schüler dafür sensibilisieren, dass auch weiche Drogen den Alltag bestimmen“, erklärt Schulleiter Siegmar Günther. „Und darum, wie die Schüler mit unerfüllten Sehnsüchten umgehen können. Dass sie eben nicht in Süchten kompensiert werden müssen.“

Und so bot der gestrige Tag den KSM-Schülern der Sekundarstufe II die Möglichkeit, sich an Zumba, Selbstverteidigung, Shiatsu, Improvisationstheater, Yoga oder orientalischem Tanz auszuprobieren. Dieses Angebot wurde ergänzt mit Vorträgen zu möglichen Süchten, ihren Ursachen und Konsequenzen, wie „Suchtgefahr Alkohol“ oder „Drogen und Gehirn“.

Eröffnet wurde der Tag mit einer Präsentation „Das Netz und ich - die Wirklichkeit 2.0“. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ konnten sie sich anhand von Infotafeln, Flyern und Filmsequenzen über die Süchte und möglichen Auswirkungen auf den Alltag informieren lassen. Danach verteilten sich die Schüler auf die Workshops.

Nicht der erhobene Zeigefinger, nicht Abschreckung, Mahnung und harte Fakten sollen an diesem Tag im Vordergrund stehen, sondern eine Vorbeugung in dem Sinne einer Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls durch ein positives Körpergefühl, innere Ausgeglichenheit und ein positives Feedback. „Wir bilden mit unserem Workshopangebot einen Mosaikstein zur Bewältigung des Alltags“, sagte Marcus Ghiai, der als Beratungslehrer an der KSM für Suchtprävention zuständig ist.

Zusammen mit einem Team aus vier weiteren Lehrern hatte er den Tag organisiert. „Wenn die Leute ausgeglichen sind, ein soziales Netz und spannende Hobbys haben, etwas, das sie ausfüllt, dann stärkt das das Selbstwertgefühl und sie sind weniger anfällig für Drogen und Gewalt.“

Marisa Franz und Rebecca Weber (beide 17) haben sich neben der Präsentation über Internetsucht für den Vortrag über Alkohol und den Zumba-Workshop entschieden: „Zumba, einfach weil´s Spaß macht. Und Alkohol, weil wir damit zu tun haben“, sagen sie. Die Vorträge habe sie zum Nachdenken angeregt, den Anlass, wirklich etwas zu ändern, sehen sie aber deswegen nicht.

„Mir könnte so eine Alkoholsucht nicht passieren“; sagt Uzair Faroosqba Buttar (21). Er hat sich nämlich schon vor dem Präventionstag mit den Gefahren einer Alkoholsucht auseinandergesetzt.

Auch von „Facebook“ hat er sich schon abgemeldet, trotzdem fand er den Vortrag über die Gefahren im Internet „informativ“.von Kristina Gerstenmaier

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