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Spannend, bunt und glibberig

„Mint-Projekt“ im Chemikum Spannend, bunt und glibberig

Mit einer bunten Wissenschafts-Präsentation zum Mitmachen feierten 24 Schüler, Lehrer, Eltern und Mitarbeiter des Chemikums Marburg den Abschluss des fünften „Mint-Projektes“.

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Sören erschafft mit Natriumalginat glibberige „Würmer“. Mit zahlreichen spannenden Experimenten beschäftigten sich die jungen Teilnehmer beim „Mint-Projekt“.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Von der Einzeller-Zucht über Trockeneis-Schockfrosten bis hin zur DNA-Extraktion aus Paprika – seit April beschäftigten sich 24 Schüler aus der Region beim „Mint-Projekt“ begeistert mit allerhand Know-how aus der Welt der Wissenschaft. Besonders gut kam bei den Jugendlichen der praxisnahe Lehrstil an.

Seit April hatten sich die Teilnehmer des Schülerprojektes mit 60 verschiedenen Experimenten aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik beschäftigt, eigenhändig zahlreiche spannende Versuche aufgebaut und viel dazugelernt. In den Räumen des Mitmach-Labors im Chemikum Marburg führten die Nachwuchswissenschaftler nun durch die verschiedenen Labore und präsentierten den Gästen ihre Ergebnisse und neu gewonnenen Kenntnisse.

Mikroben beim Fressen zusehen

An einer Station zeigte Projektteilnehmer Sören, was er in den vergangenen Monaten gelernt hat. Mit einfachen Ingredienzien aus der Welt der Chemie fabrizierte der 14-Jährige in seinem Labor künstliche, bunte „Würmer“ und andere glibberige Dinge.

Mit einer Spritze fügte er Natriumalginat-Sol und etwas Lebensmittelfarbe einer Calciumchlorid-Lösung bei. Das Ergebnis: Der enthaltene Mehrfachzucker des Gemisches, der in Braunalgen zu finden ist, geliert in der Lösung und wandelt sich zu glitschigen, wurmartigen Substanzen. Mit Applaus honorierte das Publikum den pfiffigen Trick.

„Es hat mir sehr gut gefallen hier, vor allem die chemischen Experimente waren spannend“, lobte Sören das lehrreiche Projekt. Er war so begeistert von der Welt der Wissenschaft, dass er nun fest vorhat, Chemielaborant zu werden.

Mit viel Wissensdurst probierten die Jugendlichen die Experimentalstationen aus, ließen mit Trockeneis – also festem, minus 78 Grad kaltem Kohlenstoffdioxid – Rosen und andere Gegenstände gefrieren. Sie züchteten auch Pantoffeltierchen und weitere Einzeller, wie sie in Teichen, Flüssen oder Pfützen vorkommen, und schauten den Mini-Organismen unter dem Mikroskop beim Fressen zu.

Der Stolz über den Erfolg war den Schülern deutlich anzusehen. „Es macht viel mehr Spaß selber zu experimentieren und mit anzupacken als nur reine Theorie zu hören“, war Teilnehmerin Katharina Nardyschev begeistert.

Aus Begeisterung wird Berufswunsch

Zum erfolgreichen Abschluss des insgesamt 24 Stunden andauernden Projekts erhielten die Schüler ein Zertifikat und viel Lob von den Organisatoren. „Wir hatten wieder einmal eine sehr muntere Gruppe, alle waren engagiert und neugierig“, lobte Biologin Sabine Fahle vom Chemikum. Durch das Projekt machten die Teilnehmer nicht nur neue Erfahrungen innerhalb der Berufsorientierung, durch den außerschulischen Erfolg wachse auch das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, freute sich die Betreuerin.

„Mint – die Stars von Morgen“ ist ein hessenweites Schülerprojekt für Real- und Hauptschüler und steht für praktische Einblicke in Berufe aus der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Ausgerichtet werden die Veranstaltungsreihen zweimal im Jahr vom hessischen Science Center in Kooperation mit der Provadis GmbH.

In der Berufsvorbereitung werden die Schüler zwischen 14 und 16 Jahren in einem mehrwöchigen Workshop spielerisch an mögliche Arbeitsbereiche in der Naturwissenschaft herangeführt. „Die Jugendlichen erhalten eine bunte Vielfalt an Eindrücken, ein großer Schritt in der Berufsorientierung“, sagte Projektleiter Jürgen Möller von Provadis.

Ziel des Projektes ist, das Interesse der potentiellen Nachwuchskräfte an den vorgestellten Berufsrichtungen zu wecken. Gefördert wird das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Projekt vom Land Hessen und der Agentur für Arbeit. Das nächste „Mint-Projekt“ beginnt im September.

von Ina Tannert

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