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Sommergeschäft: Handel ist zufrieden

Schlussverkauf Sommergeschäft: Handel ist zufrieden

Auch wenn es ihn offiziell nicht mehr gibt: Der Sommerschlussverkauf, heute ganz modern auf Englisch „Sale“ genannt, sorgt dennoch in jedem Jahr für jede Menge Rummel in den Modegeschäften und Warenhäusern.

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Alessa Weber posiert bei Begro mit einem Stapel reduzierter Ware und einer Schaufensterpuppe, die ein T-Shirt mit Prozentzeichen trägt – dem Zeichen für Schnäppchenjäger. Der Handel ist mit dem Schlussverkauf zufrieden.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Schnäppchenjagd beim Modekauf ist für deutsche Verbraucher längst nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall. Das zumindest ist das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Umfrage der Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“. Danach kaufen zwei Drittel der Konsumenten den Großteil ihrer Bekleidung mittlerweile zu reduzierten Preisen.

Immerhin 57 Prozent der Befragten gaben an, beim Kauf von Bekleidung auf Rabatte zu warten. Sie wollten für Bekleidung nicht mehr den vollen Preis zahlen. Unter den Frauen lag der Anteil der Sparfüchse sogar bei 61 Prozent.

Dementsprechend gut lief auch der inoffizielle „Sommerschlussverkauf“ in den vergangenen Wochen in der Modebranche.

Gerhard Petri, Einkäufer der Damenoberbekleidung im Hause Begro, sagt: „Wir hatten Glück, das Wetter war zum Ausverkauf richtig gut. Dadurch konnten wir die Sommerlager räumen.“ Gesucht wurde laut Petri „Markenware zum stark reduzierten Preis. Das gehört zum Schlussverkauf einfach dazu.“

Besonders gut liefen laut dem Einkäufer Bermudas und Sieben-Achtel-Hosen, Sommerblusen und T-Shirts.

Wer sich allerdings für die letzten Ferienwochen und einen eventuell bevorstehenden Urlaub noch eindecken möchte, muss keine Angst haben, dass die Sommerware bereits komplett ausverkauft ist. „Wir haben noch Reste zu weiterhin stark reduzierten Preisen“, sagt Petri. Hinzu komme, dass bei Begro gerade ein Räumungsverkauf stattfinde, weil eine komplette Abteilung umgebaut werde - dadurch seien auch viele weitere Artikel im Preis reduziert.

Doch nicht nur die Schlussverkaufs-Ware wird bei Begro nachgefragt. „Auch die Herbst- und Winterware, die wir bereits vorrätig haben, wird gut angefasst“, verdeutlicht Petri - „vor allem durch die jetzt kühleren Temperaturen“. Trends für die kühlere Jahreszeit seien „schmale, eng geschnittene Hosen, dazu passende lange Oberteile und schöne Strickmode“, sagt Gerhard Petri. „Und was nach wie vor der Renner ist, sind leichte Daunen-Jacken und -Westen.“

Auch Ulrich Mücke, Prokurist im Kaufhaus Ahrens, ist mit dem Sommergeschäft sehr zufrieden. „Bis zum Ende des Schlussverkaufs hatten wir sehr warmes Wetter, dadurch waren typische Sommerartikel stark gefragt“, sagt er. So seien in der Sportabteilung neben der Badebekleidung vor allem leichte Sportschuhe stark nachgefragt gewesen. „Das Thema ,Natural Running‘ war außerdem ein großer Trend“, so Mücke.

Bei der Damenoberbekleidung wurden „Hosen im Joggingstil sehr gut verkauft, es gab eine hohe Nachfrage nach weit geschnittenen, verspielten Blusen mit Pailletten und Stickereien. Und bei den Herren waren die typischen Verdächtigen Hemden, T-Shirts und Shorts.“

Das Wetter habe perfekt mitgespielt, „sodass die Bestände fast ausverkauft sind“, so Mücke. Und auch bei Ahrens ist „die Herbst-Winter-Saison eröffnet, das Wetter passt also wirklich gut“. Es sei bereits eine große Nachfrage zu verzeichnen - „es gibt eine große Bandbreite von lässigen Casual-Formen über sportiv und elegant, das sind die Themen, die jetzt gefragt sind“, verdeutlicht Ulrich Mücke.

Auch bei Ahrens gibt es noch Sommerware, „es gibt immer noch Restbestände. Und wenn noch ein paar heiße Tage kommen sollten, ist das wunderbar - dann können wir auch die allerletzten Stücke mit einem deutlichen Rabatt anbieten.“

Dass die Kunden prinzipiell nur kaufen, wenn es Schnäppchen gibt, schließen Petri und Mücke für ihre jeweiligen Häuser aus. Vielmehr habe man sich mit seinem Sortiment so positioniert, dass die Nachfrage das gesamte Jahr über da sei.

Kunden setzen nicht nur auf Schnäppchen

Ulrich Mücke präzisiert: „Natürlich gab es solch ein Kundenverhalten schon immer, und das wird es auch weiterhin geben. Und es wird auch das ganze Jahr über immer mal wieder Schnäppchen geben. Aber wir sind nicht das Ziel für die typischen Schnäppchen-Jäger.“

Vielmehr setzte man darauf, immer modisch aktuell zu bleiben - wie etwa jetzt auch bei der Herbst-Winter-Mode. Gebe es nur Schnäppchen-Jäger, würde diese Ware jetzt noch nicht so stark nachgefragt.

von Andreas Schmidt

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