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Solargenossen rücken von ersten Plänen ab

Insolvenz Solargenossen rücken von ersten Plänen ab

Nun ist es amtlich: Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Firma Wagner & Co Solartechnik GmbH ist eröffnet worden. Fortan geht es darum, wie die Marke Wagner Solar fortgeführt werden kann und wie möglichst viele Arbeitsplätze in den Standorten Cölbe und Kirchhain erhalten werden.

Cölbe. Aus einer Mitarbeiterinitiative heraus war vor wenigen Wochen die „Wagner Solar eG“ gegründet worden, um das Geschäft des insolventen Solarpioniers fortzuführen (die OP berichtete). Inzwischen hat die Genossenschaft dem Insolvenzverwalter Dr. Jan Plathner ein Angebot unterbreitet. Man habe von den ursprünglichen Plänen allerdings abrücken müssen, erklärte Christoph Geiger, Sprecher der Initiative, gestern auf Anfrage der OP.

Man werde nicht alle rund 110 Mitarbeiter übernehmen können. Und es sei derzeit nicht realistisch, wenn auch nach wie vor gewünscht, dass die Genossenschaft das gesamte Unternehmen kaufen könne. „Es gibt noch weitere Interessenten, mit denen wir konkurrieren“, so Geiger. Der Vorstand der Genossenschaft habe Gespräche mit dem Insolvenzverwaltern sowie Interessenten und potenziellen Investoren geführt. Details will keiner nennen. Letztendlich ist noch nichts entschieden, der Insolvenzverwalter hält sich bedeckt. Die Genossenschaft plant nun, nur einen Teil der Firma Wagner mit 40 Arbeitsplätzen zu übernehmen. Sie hat einen Businessplan entworfen, um sich im Tauziehen mit weiteren Interessenten zu behaupten. Ein weiterer Teil der jetzigen Firma und ebenfalls 40 Stellen könnten - nach den Vorstellungen der Genossen - von einem privaten Investor aus Deutschland fortgeführt werden. Aus dem insolventen Cölber Unternehmen würden dann also zwei neue Firmen entstehen: die Wagner Wärme und die Wagner Solar. Letztere ist die Genossenschaft, sie soll Solarstrom Großhandel, Solarstrom Projektierung und Montagesysteme für Solarwärme und Solarstrom anbieten. „Unser Ziel hat sich nicht geändert. Wir wollen ein zukunftsfähiges Unternehmen entwickeln und suchen weiterhin nach Unterstützern, die sich als Genossen beteiligen, auf ein Treuhandkonto einzahlen oder spenden“, so Geiger.

Mit mindestens 500 Euro können sich Unterstützer einen Anteil erwerben, um sich an Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Solaranlagen und ökologischer Heiztechnik zu beteiligen.

Die Genossenschaft ist davon überzeugt, dass es auch weiterhin langfristig einen Markt für Solarstrom geben werde. Die Genossenschaft verurteilt die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Einführung der soge­nannten „Sonnensteuer“ auf die Eigenstromproduktion, da sie die Energiewende stark behindere - und damit Firmen wie Wagner.

von Anna Ntemiris

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