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Skimming-Täter gehen ins Netz

Wirtschaftskriminalität Skimming-Täter gehen ins Netz

Zwei inzwischen inhaftierte Männer sollen Lesegeräte an Geldautomaten installiert und Kontodaten von Bankkunden kopiert haben. Der Schaden belaufe sich auf mehrere tausend Euro.

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Die Polizei rät, wer am Automaten Geld abhebt, sollte stets die Tastatur mit der Hand abdecken, wenn er seine Nummer eingibt.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Am 24. November nahm die Kriminalpolizei Marburg in Gladenbach zwei so genannte Skimmingtäter fest, die Lesegeräte an Geldautomaten installiert haben sollen, um die Daten der EC-Karten auf Dubletten zu übertragen und somit Zugriff auf Konten von Bankkunden zu erhalten. Solche Fälle kommen immer wieder in ganz Deutschland vor. Dass die Täter organisiert sind, könne man daraus schließen, dass die Abbuchung von den Konten der Opfer aus fernen Ländern erfolgen, wie zum Beispiel USA, Kolumbien oder Mexiko, erklärt Polizeisprecher Jürgen Schlick auf Anfrage.

Seit Mitte November kam es in Mittelhessen - unter anderem in Gladenbach, Niederweimar, Krofdorf-Gleiberg, Großen-Linden, Wetzlar und Wettenberg zu mehreren Skimming-Fällen oder Vorbereitungen für diese Taten. Die Fahnder suchten seitdem gezielt Bankautomaten auf. Am 24. November, entdeckten die Beamten in Gladenbach im Zuge dieser Kontrolle einen manipulierten Geldausgabeautomaten. Noch am Abend wurden zwei mutmaßliche Täter im Alter von 30 und 44 Jahren festgenommen. Sie haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland. Die Durchsuchung der Männer und ihres Autos mit ausländischen Kennzeichen brachte laut Polizei belastendes Beweismaterial wie Skimming-Technik und mehrere EC- und Kreditkarten zutage. Eine dieser Karten ordneten die Ermittler bereits kurz nach der Festnahme einem Skimmingangriff auf ein Kreditinstitut in Niederweimar am 17. November zu.

Dem Duo können nach Ermittlungen der Kripo Marburg und Gießen bisher elf Skimming-Attacken auf Geldautomaten im Kreis Marburg und Gießen zugeordnet werden. Der Gesamtschaden könne momentan noch nicht genau beziffert werden. Er belaufe sich bisher auf mehrere Tausend Euro.

Die Sparkasse Marburg-Biedenkopf bestätigte auf Anfrage der OP, dass Geldautomaten in Gladenbach und Lohra manipuliert worden waren. Nach bisherigem Kenntnisstand sei aber keinem Kunden ein Schaden entstanden, so Marketing-Leiter Michael Frantz. Bisher hat also noch kein Kunde gemeldet, dass Unbekannte Geld abgebucht haben. In der Filiale in der Bahnhofstraße/Ecke Elisabethstraße seien vermutlich Vorbereitungen für eine Skimming-Attacke getroffen worden. Dort hätte man verdächtige Beobachtungen festgestellt. Alle Fälle seien der Polizei gemeldet worden. Auch Automaten der Volksbank Mittelhessen seien manipuliert worden, sagte Stefan Spicker, Leiter der Unternemenskommunikation. Den Opfern sei das Geld erstattet worden. Banken und Polizei raten Kunden, beim Umgang mit EC- und Kreditkarten vorsichtig zu sein. „Die größte Sicherheit erzielt, wer bei der Eingabe seiner Geheimnummer das Tastenfeld mit der freien Hand abdeckt. Das gilt überall, egal ob am Geldautomaten oder an einem Zahlungsterminal oder in einem Geschäft. Das Abdecken verwehrt einer Minikamera den Blick aufs Tastenfeld und damit das Auslesen der Geheimzahl“, so Schlick.

von Anna Ntemiris

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