Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Situation bei Fritz Winter fast unverändert

Kurzarbeit Situation bei Fritz Winter fast unverändert

Die konjunkturelle Belebung im Maschinenbau hat die Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG noch nicht erreicht

Voriger Artikel
Mit der Fachhochschulreife geht es ins Berufsleben
Nächster Artikel
Bank soll ein Ort der Kommunikation sein

Die Werkseinfahrt zur Stadtallendorfer Eisengießerei Fritz Winter.

Quelle: Weigel

Stadtallendorf. Die schwerste Wirtschaftskrise seit Bestehen des Stadtallendorfer Unternehmens hält weiter an. „Wir analysieren die Lage Woche für Woche“, sagte Helmut Pracht, Sprecher der Geschäftsführung, gegenüber der OP. Seit dem vergangenen November liegt die Firma Winter bei einem Minus der Lieferabrufe von durchschnittlich 40 Prozent ( die OP berichtete). „Klar ist, dass das Auftragsvolumen Schwankungen unterworfen ist, aber bislang liegen wir immer noch im Gesamtunternehmen bei Minus 40 Prozent“, erklärte Pracht. Dieses Ergebnis setze sich aus den Produktionslinien für Nutz- und für Personenkraftfahrzeuge zusammen. „In drei Produktionslinien für Pkw gibt es allerdings durch die Abwrackprämie eine spürbare Belebung bis hin zur Vollauslastung“, so der Sprecher der Geschäftsführung weiter. Allerdings gebe es deutlich weniger Aufträge für Nutzfahrzeuge. „So liegen wir im Saldo also immer noch bei Minus 40 Prozent Auftragsaufkommen“, bilanzierte Pracht. Damit gibt es auch unternehmensweit gesehen keine bessere Situation für das Personal. „Wir fahren weiterhin Kurzarbeit und werden das wahrscheinlich auch in den nächsten Monaten tun müssen“, berichtete Helmut Pracht. Es sei denn es werde besser. An den bislang vorliegenden Auftragszahlen für das zweite Halbjahr lasse sich das allerdings noch nicht erkennen. Möglich sei aber auch, dass die Krise die Fahrzeughersteller mittlerweile dazu gebracht habe, negativer zu planen, als sich die Situation in einigen Monaten tatsächlich einstellen werde. Zu Beginn der Krise ließ sich laut Pracht Gegenteiliges erkennen: Die Kunden korrigierten Abrufzahlen erst kurz vor dem Liefertermin nach unten. Mittlerweile sei jedoch eine Stabilität festzustellen, also der Boden erreicht. Seit April beobachtet das Unternehmen, dass sich Lieferabrufe auch am Liefertag bestätigen. Dass man deshalb an weiteren betriebsbedingten Kündigungen – 530 Stellen sollten ab April abgebaut werden – vorbeikommt, kann das Unternehmen derzeit nicht bestätigen. „Die Umsetzung der Kündigungen braucht Zeit. Das war von Anfang an klar“, sagte der Sprecher der Geschäftsführung. Deshalb hätten Interessensausgleich und Sozialplan auch eine Laufzeit bis 31. Dezember 2010. „Natürlich kann eine deutliche Verbesserung der Auftragslage es ermöglichen, dass die Kündigungen reduziert werden“, ergänzte Pracht. Für 2010 und 2011 dagegen rechnet Pracht durchaus mit einer Belebung des Marktes, deshalb wolle man auch die Belegschaftsstärke halten, die man zur Bewältigung des für das Jahr 2010 geplanten Umsatzes benötige. Bis es zur Belebung komme, werde weiter Kurzarbeit gemacht. „Wenn es sein muss, nutzen wir auch die vollen 24 möglichen Monate aus“, betonte Pracht.

von Katharina Kaufmann

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Umsatz sinkt weiter

Die Eisengießerei Fritz Winter in Stadtallendorf leidet enorm unter den Folgen der Wirtschaftskrise.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr