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Sicherheitsexperten beraten in Marburg

Tagung zum Schutz vor Einbruch und Terror Sicherheitsexperten beraten in Marburg

Wie hätte das Blutbad bei „Charlie Hebdo“ verhindert werden können? Das ist eines der Themen beim „Marburger Sicherheitstag“, der nächsten Donnerstag stattfindet.

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Der Anschlag auf die Redaktion des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“ in Paris im Januar hat auch unter Sicherheitsexperten eine Debatte ausgelöst.

Quelle: Ian Langsdon / dpa

Marburg. Der blutige Anschlag auf die Pariser Redaktion von „Charlie Hebdo“ im Januar löste auch bei den Mitarbeitern der Firma Sälzer in Marburg eine Debatte aus. Wie kann man Menschen noch besser vor Feinden schützen? Aus der internen Debatte entstand die Idee, eine Fachtagung zum Thema Sicherheit zu veranstalten, berichtet Firmen-Sprecherin Jutta Winter. Die Marburger Firma stellt Sicherheitstüren, -fenster und -fassaden her – unter anderem für Regierungsgebäude weltweit.

„Welche Bedrohungen bestehen derzeit in Deutschland, und wie können Gebäude und die darin befindlichen Menschen und Werte geschützt werden?“ lautet der Titel der Tagung. „Die Gefahrenlage in Deutschland hat sich deutlich verschärft. Zunehmend werden überregional vorgehende Intensivtäter und internationale Banden als Tatverdächtige ermittelt“, erklärt Winter.

Laut Kriminalstatistik werde nur etwa jede sechste Tat aufgeklärt. Verschärfend komme die Terrorgefahr hinzu. Ziel der Fachtagung sei es, eine neutrale Plattform zu schaffen, auf der das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden könne. Experten aus Bundes- und Landeskriminalamt, Wissenschaft und Architekturbüros zählen zu den Referenten. Christoph Becker vom BKA wird zum Beispiel über den aktuellen Stand der Waffenkriminalität in Deutschland sprechen.

Marburger Firma lässt Fenster in England prüfen

Ein weiterer Referent wird über eine neue Form der Terrorgefahr sprechen: Drohnen. „Denn Drohnen können nicht nur mit einer Kamera, sondern auch mit Sprengstoff beladen sein“, erklärt Winter. Der britische Experte Simon Trundle informiert über die Auswirkungen von Sprengstoffanschlägen auf Gebäude und Verglasungen. Trundle hat mehr als 30 Jahre Erfahrungen als Berater für Terrorbekämpfung.

So war er nach den Anschlägen in den USA am 11. September 2001 Berater des Weißen Hauses, erklärt Winter. Er arbeitet auch für ein britisches Prüfinstitut, das für die Firma Sälzer Sprengtests durchführt. Die Marburger Firma lässt ihre durchschusssicheren Fenster zum Beispiel in Nordengland prüfen – in Deutschland sind solche großen Sprengtests nicht möglich.

Weil zum Thema Sicherheit auch finanzielle Sicherheit gehöre, ist auch dieser Punkt auf der Tagesordnung vorgesehen. Die DVAG wird über finanzielle Absicherung von Gebäuden informieren. Zudem ist das Unternehmen auch Mitveranstalter der Tagung, die im Kongresszentrum der DVAG stattfindet.

Die Tagung ist für Fachleute verschiedener Branchen gedacht, die für die Sicherheit einer Organisation verantwortlich sind und Sicherheitskonzepte planen. Der Kongress ist für Architekten als Fortbildung anerkannt. Informationen: www.marburger-sicherheitstag.de.

von Anna Ntemiris

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