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„Richtig eingestellt kann nicht viel passieren“

Rollator-Test „Richtig eingestellt kann nicht viel passieren“

Durch regelmäßige ­Trainings sollen Menschen mit Rollator im Straßenverkehr sicherer werden.

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Polizeioberkommissar Stefan Becker beaufsichtigt den ­Rollator-Test.

Quelle: Yannic Bakhtari

Marburg. Rollatoren benötigen nicht nur alte Menschen. Das Bedienen will auf jeden Fall geübt sein – unbeachtet des Alters. Dazu veranstaltet die Polizei Mittelhessen Sicherheitstrainings – zuletzt zusammen mit dem Sanitätshaus Kaphingst in Wehrda. „Die Aktion Max läuft seit September 2016. Bisher hatten wir etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer“, erzählt Polizeioberkommissar Stefan Becker.

Zum Pressetermin kamen lediglich vier Teilnehmer. Christian Eidam vom Sanitätshaus half ihnen beim richtigen Einstellen des Rollators. „Das eigene Körpergewicht muss mit den Händen an den Griffen abgestützt werden.“ Außerdem sei es wichtig, dass man beim Drehen des Rollators nicht sich, sondern das Gefährt um sich dreht, um nicht hinzufallen. Die häufigsten Probleme: Verschlissene Bremsen und beschädigte Kugellager. „Richtig eingestellt kann schon mal nicht viel passieren.“

Polizist empfiehlt
 Gesundheitschecks

Dennoch hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit alten Menschen in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Nach einer Statistik der Berliner Polizei waren im Jahr 2016 von den 56 Verkehrsunfalltoten 26 Senioren – Rekord. Noch erschreckender: 16 der 21 getöteten Fußgänger waren über 65 Jahre alt. Zwar ist der Berliner Straßenverkehr durch die höhere Frequenz sowie Straßen- und U-Bahnen gefährlicher als in Marburg-Biedenkopf, dennoch sind Unfälle mit alten Menschen keine Seltenheit. Für den hiesigen Landkreis kann Becker allerdings keine Zahlen vorlegen.

Mit dem Alter kommen meist körperliche Einschränkungen. Daher „klären wir die Leute über Auswirkungen von Medikamenten auf die Verkehrssicherheit auf“, so Becker. In einem Parcours können Menschen ihren Rollator auf verschiedenem Untergrund ausprobieren. Auch ein Reaktionstest kann helfen, die eigene Verkehrstüchtigkeit festzustellen, sagte Eidam: „Gesundheitschecks sollten regelmäßig gemacht werden. Vor allem Sehtests. Dass die Augen schlechter werden, ist oftmals ein schleichender Prozess.“

von Yannic Bakhtari

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