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Seit 25 Jahren dreht sich der Spieß

Erster Döner-Imbiss im Landkreis feiert Seit 25 Jahren dreht sich der Spieß

Es ist der älteste Dönerladen im Landkreis Marburg-Biedenkopf und für viele Stammkunden „das Original“: Seit einem Vierteljahrhundert dreht sich bei „Ada Döner“ in Wallau der Fleischspieß.

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Inhaber Orkan Babaoglu (links) und sein Mitarbeiter Cetin Taskesen haben es sich auf den zum 
Jubiläum neu angeschafften Sitzmöbeln bequem gemacht.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Wallau. Kürzlich feierte der 
Familienbetrieb Jubiläum. Inhaber Orkan Babaoglu hat die Geschichte des Imbisses in allen Phasen erlebt und mitgestaltet.

Der gelernte Verfahrensmechaniker war noch in der Lehre, als seine Eltern Muzaffer und Memnune Babaoglu den Dönerladen 1991 eröffneten – zu einer Zeit, als Döner abseits der Großstädte vielen Deutschen noch unbekannt war.

Nach dem Ende seiner Ausbildung arbeitete Orkan Babaoglu vollzeitlich im elterlichen Laden. Wenig später übernahm er ihn offiziell. Sein Vater blieb aber weiterhin präsent und stand – stets mit einem lockeren Spruch auf den Lippen – noch fast zwei Jahrzehnte am Drehspieß. Das Dönerfleisch stellte er in der eigenen Metzgerei selbst her.

2010 zog sich der Geschäftsgründer, der als Gastarbeiter in den 1960er-Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen war, mit fast 70 Jahren in den Ruhestand zurück. Das Schlachten führte Orkan Babaoglu nicht fort – für ihn allein wäre dies neben dem Ladengeschäft nach eigenen Angaben zu viel Arbeit. Sein Fleischlieferant ist ein mehrfach ausgezeichneter Dönerproduzent aus Krefeld.

Hähnchen-Döner 
hat sich etabliert

Manches hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Zum Beispiel die Einrichtung: Die hohen Tische und Hocker sind verschwunden, dafür sorgen nun gepolsterte Sitzmöbel und niedrigere Tische für Gemütlichkeit.
Die Renovierung hat allerdings eine unerfreuliche Vorgeschichte. Am 4. Juli 2015 verlor im Wallauer Kreisverkehr eine junge Frau die Kontrolle über ihr Auto und prallte mit dem Fahrzeug gegen die Wand des Ladens. Ein Fenster wurde durch den Aufprall zerstört, die Wand stark beschädigt – und eine Renovierung notwendig.

Nicht nur im Laden hat Orkan Babaoglu in den vergangenen fünf Jahren neue Akzente 
gesetzt. So ist er seit dem 25-­jährigen Bestehen auch einige Male bei Veranstaltungen 
außerhalb seines Imbisses mit Döner und türkischer Pizza präsent gewesen: Etwa bei der Maifeier auf der „Teufelskanzel“ in Bad Laasphe.

Was das Angebot angeht, so hat sich seit knapp drei Jahren zusätzlich der Hähnchen-Döner etabliert, den es immer freitags gibt. Den Anteil an Stammkunden schätzt Orkan Babaoglu auf 90 Prozent. Nicht nur aus Wallau und Biedenkopf, sondern auch aus Wittgenstein und dem Frankenberger Raum kämen regelmäßig Gäste. Anders als zu Anfangszeiten, als „Ada Döner“ 
noch allein auf weiter Flur stand, ist Döner Kebab mittlerweile auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf weit verbreitet. Allein im Hinterland gibt es rund ein Dutzend Dönerläden.

Umso mehr freut sich Orkan Babaoglu mit seinen Mitarbeitern Cetin Taskesen und Agid Qasim darüber, dass auch zahlreiche junge Leute sich bewusst für seinen Döner entscheiden. Dies, so der Inhaber, „baut uns auf.“ Nach wie vor arbeitet Babaoglu ohne Lieferservice. Sein Ladenbetrieb stützt sich allein auf den Verzehr vor Ort sowie auf Abholung. Auch darin unterscheidet sich Orkan Babaoglu von so manchem Mitbewerber. Unterstützt wird er von seinen beiden Mitarbeitern Cetin Taskesen und Agid Qasim.

von Björn-Uwe Klein

 
Hintergrund
Dass ihr Dönerladen der erste 
im Landkreis war, erfuhren die Babaoglus kurz nach der Eröffnung im Jahr 1991 durch 
Lebensmittelkontrolleure. Obwohl die Kontrolle ohne Probleme verlaufen sei, habe das gesamte Procedere recht lang gedauert, erinnert sich Orkan Babaoglu. Die Lebensmittelkontrolleure hätten sich nämlich erst einmal die Vorschriften für den Verkauf von Döner Kebab besorgen müssen, da dieses Gericht ihren Angaben zufolge im Landkreis Marburg-Biedenkopf zuvor noch nicht verkauft worden sei.
 
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