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Seit 25 Jahren Hilfe für Arbeitslose

Praxis GmbH Seit 25 Jahren Hilfe für Arbeitslose

Der gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieb Praxis GmbH feierte am Freitag sein 25-jähriges Bestehen.

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„Unsere Motivation sind die Erfolge und Entwicklungen der Teilnehmer“, sagte Geschäftsführerin Gerlind Jäckle in ihrer Begrüßungsrede (rechtes Bild). An den Feierlichkeiten nahmen auch viele Kooperationspartner teil. Fotos: Julia Krekel

Marburg. Vielen Menschen in der Region ist die Praxis GmbH durch ihre drei Gebrauchtwarenkaufhäuser bekannt. Wenige wissen, dass auch der ­Marburger Tierfriedhof von ihr organisiert wird. Durch die mobile Abfallberatung sowie die Pflege der Wanderwege und Betreuung der Grillhütten rund um Marburg trägt sie auch zum Umweltschutz und Erhalt der Freizeiteinrichtungen der Stadt Marburg bei.

Vom Tierfriedhof biszur Abfallberatung

„Wir sind in den 25 Jahren größer und vielfältiger geworden“, betonte die Geschäftsführerin Gerlind Jäckle. Insgesamt führe die Praxis, in die jedes Jahr über 1000 Menschen den Weg fänden, aktuell 17 Projekte durch. „Unser Ziel ist immer, Menschen in Arbeit oder Ausbildung zu bringen“, so Jäckle. Dabei richtet sich die Arbeit der Praxis vor allem an Langzeitarbeitslose und junge Menschen. In zwei Austauschprojekten können letztere beispielsweise für sechs bis acht Wochen Arbeitserfahrungen in England sammeln, was den Blick für die eigenen Kompetenzen öffne.

1989 war die Praxis als eine Abteilung ihres ersten Gesellschafters „Arbeit und Bildung e.V.“ gegründet und 1997 verselbstständigt worden. Seitdem hat sich viel verändert. So sind zum Kerngeschäft, Menschen in Beschäftigung zu bringen, viele weitere Projekte hinzugekommen.

25 Jahre Praxis heißt auch 25 Jahre Langzeitarbeitslose

„Wir bieten ein gutes und ergänzendes Programm für Menschen, die nicht viel Geld haben, und mehrere Dienstleistungen - ganz unter dem Motto: Für die Menschen der Region. Wir sind da, wo Bedarf ist“, sagte die Geschäftsführerin, doch sie weiß auch: „25 Jahre Praxis, das heißt auch, dass es seit 25 Jahren Langzeitarbeitslose gibt. Es gibt viele Gründe, die eine Beschäftigung verhindern, obwohl der Arbeitsmarkt derzeit aufnahmefähig ist.“

Zu den Feierlichkeiten waren viele, langjährige Kooperationspartner gekommen. In ihrer Begrüßungsrede erklärte Jäckle: „Unsere Motivation sind die Erfolge und Entwicklungen der Teilnehmer, der Zusammenhalt in der Belegschaft, das Lob und Vertrauen und die tägliche Herausforderung.“ Der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern (Grüne) würdigte die Leistung der Praxis, die ein verlässlicher, kooperativer und innovativer Partner sei.

Die Job-Akademien hätten hohe Vermittlungsquoten. „Wertschätzend, mit klarer Struktur und klarem Ziel, gehen die Mitarbeiter auf Menschen zu“, so McGovern. Rainer Dolle, Geschäftsführer des Vereins „Arbeit und Bildung“, setzte sich in die Zeit der Gründungsphase zurück. Das Ziel sei gewesen, neben der Arbeitsvermittlung weitere Dienstleistungen zu etablieren.

Oberbürgermeister Egon Vaupel und der Bürgermeister von Stadtallendorf, Christian Somogyi, gratulierten in Vertretung der Gesellschafter mit Jo Dreiseitel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, in ihren Grußworten zum Jubiläum.

„Die Praxis kann mit Stolz auf ihr Vierteljahrhundert zurückblicken“, so Vaupel, der den Mitarbeitern „exzellente Arbeit“ bescheinigte. „Marburg soll ein lebenswerter Raum sein. Dieser Verantwortung stellen wir uns als Gesellschafter.“

In der Festrede blickte Professor Matthias Knuth vom Institut für Qualifika­tion und Arbeit an der Universität Essen-Duisburg auf die aktuelle Situation des ­Arbeitsmarktes.

„Eine hohe Erwerbstätigen- und niedrige Arbeitslosenquote bedeuten nicht dasselbe für die Aufnahmefähigkeit von Langzeitarbeitslosen“, so Professor Knuth. ­„Eine gute Arbeitsmarktsituation vergrößert zudem auch die Distanz zu den ‚Abgehängten‘.“

von Julia Krekel

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