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Schweißperlen und eisige Finger

"Berufe im Freien" Schweißperlen und eisige Finger

Zwischen Schweiß und eiskalten Fingern: Welche Auswirkungen hat das Wetter auf die Arbeiten im Freien? Die OP-Serie "Berufe im Freien" stellt sie vor.

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Ein beliebter Blickpunkt von Touristen ist der Rosengarten am Schloss. Hartmut Illichmann und seine Kollegen sorgen dafür, dass die Pflanzen dort gedeihen können.

Quelle: Andreas Arlt

Marburg. Es ist kurz nach 11 Uhr und die ersten Schweißperlen haben sich auf der Stirn von Hartmut Illichmann gebildet. 22 Grad zeigt das Thermometer. „Das ist noch in Ordnung. Aber bei 25 Grad in der Sonne wird es unangenehm“, sagt der Gärtner des Dienstleistungsbetrieb Marburg.

An diesem Montag ist er mit seiner Kollegin im Rosenbeet am Landgrafenschloss in Marburg im Einsatz. Es ist der Tag nach dem Stadtfest „3 Tage Marburg“. Der meiste Müll aus dem Schlosspark und der Oberstadt ist längst beseitigt. Bühnen und Verkaufsstände werden abgebaut, leere Getränkekisten in Lastwagen abtransportiert.

Im Winter herrscht Rufbereitschaft

Bald wird nichts mehr an das Fest erinnern, bei dem Tausende Menschen drei Tage lang gefeiert haben. Auch in dem Rosenbeet vor der Freilichtbühne. „Es waren schon einige Spuren in dem Beet zu sehen. Aber den meisten Pflanzen ist nichts passiert“, sagt der 44-Jährige. Nur eine Begrenzungshecke hat etwas abbekommen. „Wahrscheinlich wollten da welche besser das Feuerwerk sehen. Aber das ist jedes Jahr das Gleiche. Nichts Ungewöhnliches.“

Illichmann gehört mit fünf weiteren Personen zur Gärtner-Gruppe des Dienstleistungsbetriebs Marburg. Das Einsatzgebiet: Die Kernstadt vom Afföller bis Ockershausen. Die Gruppe betreut neben dem Schlosspark Grünflächen wie den Schüler- oder Northampton-Park, Verkehrsinseln zum Beispiel am Hauptbahnhof, Hecken von Schulen und öffentlichen Gebäuden. Pflanzen schneiden und Unkrautzupfen bei Wind und Wetter. „Wenn es regnet, ziehen wir uns entsprechend an. Und auch wenn es extrem heiß ist, gibt es einige Tricks“, verrät Illichmann.

Zum Beispiel einen früheren Arbeitsbeginn. Dann legt die Truppe schon um sechs Uhr morgens los um in der Gluthitze möglichst wenig zu arbeiten. Auch ein nasses Handtuch im Rücken spendet ein wenig Abkühlung an heißen Tagen. „Man versucht dann schon, die sonnigen Bereiche möglich früh zu erledigen und später im Schatten arbeiten zu können“, so der 44-Jährige, der seit 1991 für die Stadt arbeitet. „Von der Firma bekommen wir im Sommer Sonnencreme und Wasser gestellt.“ Am liebsten wäre es Illichmann aber, wenn regelmäßig der Gießwagen des Trupps vorbeikommen würde. „So alle halbe Stunde eine kurze Dusche, das wäre schon großartig.“

Im Winter steht für Illichmann und seine Kollegen ein anderer Arbeitsschwerpunkt im Fokus: Räumung von Gehwegen. Schnee und Eis müssen dann möglichst früh beseitigt werden. Die Rufbereitschaft ist dann von fünf bis sieben Uhr.

Für den gelernten Zierpflanzengärtner gilt das Motto: „Da muss man manchmal durch. Ich mache diese Arbeit gerne. Draußen zu arbeiten empfinde ich nicht als Nachteil. Im Gegenteil.“

von Andreas Arlt

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