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Schwarzarbeit im großen Stil gefördert

Prozess Schwarzarbeit im großen Stil gefördert

Über Jahre hinweg zahlte ein Geschäftsmann seine Mitarbeiter schwarz aus. Der Angeklagte erschien in Absprache mit dem Gericht nicht zur Verhandlung und fügt sich dem Strafbefehl.

Marburg. Insgesamt 308 Fälle von Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung wird einem Unternehmer aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg vorgeworfen.

In den Jahren 2007 bis 2011 hatte der Fabrikant zahlreiche Schwarzgeldzahlungen in geringer Höhe an seine Mitarbeiter getätigt. Seinen nur geringfügig beschäftigten Arbeitskräften zahlte er regelmäßig mehr Geld aus, als die gesetzlich zu dieser Zeit noch erlaubte 400-Euro-Grenze es zuließ.

Die durch die Mehrzahlungen entstandenen Sozialabgaben vermied er und gab diese nicht bei den zuständigen Behörden an.

Dabei überschritt er die Grenze in der Regel um nur geringe, unauffällige Beträge. Auf diese Weise häufte er über die Jahre hinweg insgesamt Schwarzarbeit in 308 Fällen an, ergab eine Prüfung seiner Geschäftsunterlagen.

Aufgrund dessen wurde er wegen Veruntreuung von Arbeitsentgelt sowie Steuerhinterziehung angeklagt. Zu der Verhandlung am vergangenen Dienstag erschien er jedoch nicht.

Sein Fernbleiben hatte er bereits im Vorfeld mit dem Gericht abgesprochen. Alle Beteiligten hatten der Absprache zugestimmt.

Dieser Ablauf, Strafbefehlsverfahren genannt, ist eher selten, jedoch ein probates Mittel, wenn die zu erwartende Strafe ein Jahr Freiheitsstrafe nicht übersteigt und durch ein Erscheinen beziehungsweise eine Erklärung des Angeklagten nicht verringert werden kann. Dieses Procedere dient im deutschen Strafrecht einer Vereinfachung des Prozesses bei geringeren Straftaten. Der Beschuldigte nimmt den auf seine Abwesenheit folgenden Strafbefehl und das erwartete Urteil hin.

Folglich beantragte Staatsanwalt Oliver Rust, einen Strafbefehl zu erlassen und forderte eine Verurteilung von einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 18000 Euro.

18000 Euro und Bewährungsstrafe

Das Verfahren wurde von Richter Dominik Best schließlich in ein Strafbefehlsverfahren umgeleitet. Gegen die gerichtliche Entscheidung kann der Angeklagte Einspruch erheben. Nach Ablauf der Frist wird der Strafbefehl rechtskräftig und erlangt Urteilskraft.

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