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Schulklassen erkunden die Berufswelt

„Komm rein, mach mit!“ Schulklassen erkunden die Berufswelt

Was tun nach der Schule? Zur Orientierung bieten Berufsbildungszentrum (BBZ) und der Verein bsj das Projekt „Komm rein, mach mit!“ an, bei dem Schüler Berufsbilder 
ausprobieren können.

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Bei der Aktion „Komm rein, mach mit!“ lernten die Schüler Berufe hautnah kennen – etwa beim ­Stylen und Frisieren oder auch.

Quelle: Suria Reiche

Marburg. Montagvormittag, eigentlich ein ganz gewöhnlicher Schultag. Aber nicht für einige Siebtklässler der Sophie-von-Brabant-Schule und der Georg-Büchner-Schule. Für die heißt es heute nämlich: „Komm rein, mach mit!“

Bei dem Projekt, das die Träger BBZ und bsj in diesem Jahr nun schon zum fünften Mal anbieten, haben Schüler der Jahrgangsstufe sieben von Haupt- und Förderschulen die Gelegenheit, sich in verschiedenen Berufsbildern auszuprobieren.

Nachdem das Projekt im Jahr 2011 zum ersten Mal durch die OloV-Steuerungsgruppe des Landkreises Marburg-Biedenkopf initiiert wurde, wird es durch die Agentur für Arbeit, den Landkreis sowie die IHK Kassel-Marburg aktiv unterstützt. „Und das ist ein Segen“, bekräftigen Susanne Kaiser vom bsj und Birgit Sturmat-Rosenbaum vom BBZ. „Ohne deren Hilfe hätten wir das Projekt in diesem Jahr nicht stemmen können.“

Drei Stationen hinter jedem Türchen

Berufsorientierende Veranstaltungen wie diese sind wichtig, da ist man sich bei der Eröffnung einig. Und dass sie auf großes Interesse stoßen sieht man, wenn man die Schüler dabei beobachtet, wie sie in die einzelnen Berufsbilder hineinschnuppern, die sich hinter vier Türen im Berufsbildungszentrum verbergen. Ganze 600 Anmeldungen habe es im Vorhinein gegeben, berichtet Kaiser. „Wir mussten per Losverfahren 400 Schüler auswählen.“

Diese 400 Mädchen und Jungen können nun hinter den vier Türen, auf die die Berufsbilder verteilt sind, den Fragen nachgehen, wie aus einem Stück Holz ein Lampenfuß wird. Oder was alles passieren muss, bevor man im Restaurant sein Essen auf den Tisch gestellt bekommt. „Uns war wichtig, dass wir nicht nur einen Beruf hinter jeder Tür haben, sondern dass die Schüler ganze Prozesse absolvieren und so mehrere Berufsbilder ausprobieren können“, verdeutlicht Kaiser.

So gibt es hinter Türchen drei gleich drei Stationen, an denen die Jugendlichen den Weg „von der Zutat bis zur Festtafel“ nachvollziehen können. Wie wird ein Tisch professionell eingedeckt? Wie schafft man es, mit drei Tellern auf der Hand um die Tische herum zu balancieren? (Foto: Reiche) Und wie entsteht eigentlich ein leckeres Gericht?

Noch handwerklicher wird es ein Stockwerk tiefer in der Werkstatt. Dort haben die Jugendlichen die Möglichkeit, bei der Arbeit mit großen Maschinen dabei zu sein und zu erfahren, was alles nötig ist, damit eine Lampe leuchtet.

Hinter Tür vier versteckt sich die Station „Blaulicht und Co.“, wo Erste Hilfe und der Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen im Fokus stehen. Und die letzte Tür ist vor allem bei den Mädchen der Renner: Bei „Vorher – nachher“ dürfen sich die Jugendlichen gegenseitig umstylen und bei einem Fotoshooting posieren.

Aber nicht nur die Berufsorientierung steht bei dem Projekt „Komm rein, mach mit!“ im Vordergrund: „Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Vermittlung der Stärken“, sagt Kaiser. So gibt es am Ende jeden Tages des einwöchigen Projekts eine Reflexionsrunde, bei der die Mädchen und Jungen ein individuelles Feedback bekommen.

von Suria Reiche

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