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Eine Chance für beide Seiten

Schülerpraktikanten unterwegs Eine Chance für beide Seiten

Schulpraktika geben ­jungen Menschen einen 
ersten Einblick ins Berufsleben. Doch auch für 
Betriebe bieten sich ­dadurch Chancen, ­potenzielle Mitarbeiter 
zu gewinnen.

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„Der Beruf ist mein Hobby“

Lars Neubauer (links) und Can Sisamci machten ein Praktikum bei der OP und besuchten ihre Mitschüler in verschiedenen Betrieben.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Es ist kalt. Ein frischer Wind weht. Finn Mattis Nawin steht warm eingepackt tief im Wald bei Bauerbach und sprüht Farbe an Bäume. Das tut er nicht, weil er etwa ein besonders ausgefallenes Hobby hat oder ihm langweilig ist. Der 14-jährige Schüler an der Richtsberg-Gesamtschule ist zurzeit Praktikant bei Hessen-Forst im Forstamt Kirchhain.

Überall im Landkreis schnuppern Schüler derzeit in Betriebe hinein. Auch der gesamte neunte Jahrgang der Richtsberg-Gesamtschule absolviert zurzeit ein zweiwöchiges Schülerpraktikum. Finn Mattis, der einen Einblick in Waldarbeit bekommt, hat dazu eine eindeutige Meinung: Er findet seine Praktikumsstelle super. „Ich bin hier gerade damit beschäftigt, Bäume zu markieren, die zu nah aneinander stehen, sodass zu wenig Licht an die Bäume kommt. Deshalb müssen sie gefällt werden“, erklärt er und erntet ein zustimmendes Nicken seines Praktikumsbetreuers Christian Korff.

 Finn Mattis Nawin (links) machte bei Christian Korff vom Forstamt Kirchhain ein Praktikum.  Fotos: Lars Neubauer, Nadine Weigel

Der Bauerbacher Revierleiter ist zufrieden mit seinem jungen Praktikanten. Es sei sehr wichtig, ehrliches Interesse an dem Beruf zu haben und sich rechtzeitig zu bewerben. Er gibt Schülern, die überlegen, ein Praktikum in diesem Gebiet zu absolvieren, ein paar hilfreiche Tipps: „Sie sollten sich eigenständig und frühzeitig bewerben, um bessere Chancen auf eine Praktikumsstelle zu haben.

Des Weiteren sollten sie Engagement und Leistungsbereitschaft mitbringen, genauso wie ein grundlegendes Interesse für die Forstwirtschaft.“ Jährlich nimmt er zwei bis drei Praktikanten auf. Korff verspricht sich durch die Aufnahme von Praktikanten, potenzielle Mitarbeiter zu finden. „Es ist absehbar, dass wir in den nächsten Jahren mehr Fachkräfte brauchen“, betont der Förster. Deshalb sei es wichtig, möglichst früh Interesse an der Waldarbeit zu wecken.

Tilmann Schmitt (unten) lernte bei Christian Wongel im Radshop am Grün.

Das sieht Christian Wongel, Inhaber von „Rad am Grün“, ähnlich. Der Zweiradmechanikermeister bildet selbst junge Menschen als Zweiradmechatroniker aus und hofft, dass er durch die Vergabe von Praktika eventuell geeignete Auszubildende findet. „Während eines Praktikums kann man sich kennenlernen und schauen, ob der Mitarbeiter in den Betrieb passt“, betont er und schaut zu, wie Praktikant Tilmann Schmitt ein Tretlager wechselt.

Der Schüler der 9a der Richtsberg-Gesamtschule hat Spaß an seinem Praktikum. Er schraubt, wechselt Teile und führt Routinechecks an den Fahrrädern der Kunden durch. „Die Arbeit hier liegt mir einfach. Da ich privat schon etwas Erfahrung mit der Reparatur von Fahrrädern gemacht habe, konnte ich mich hier schnell zurechtfinden“, freut sich Tilmann.

Hanna Schneider arbeitete in der Maske am Hessischen Landestheater.

Ganz ähnlich wie die beiden Jungen bewertet Hanna Schneider ihre Erfahrungen in der Maske des Hessischen Landestheaters (HLT): „Ich finde es wirklich interessant hier“, sagt die 15-Jährige, während sie einzelne Haare in ein Gewebe knüpft und so Stück für Stück, Haar für Haar, eine Perücke erstellt.

Ihr Praktikum gefällt Hanna sehr gut. Da sie handwerklich geschickt ist, konnte sie von Anfang an tatkräftig in der Maske des Theaters mithelfen. Besonders gerne hat sie Tonmasken erstellt. Das HLT bietet Schülern mit seinen vielen Abteilungen wie zum Beispiel der Kostüm-Abteilung, der Werkstatt oder einer eigenen Schreinerei sehr viele Praktikumsmöglichkeiten.

von Lars Neubauer

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