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Schüler informieren sich über Berufe

Sophie-von-Brabant-Schule Schüler informieren sich über Berufe

Schüler schon möglichst früh über Berufe zu informieren – das hat sich die Sophie-von-Brabant-Schule (SVB) in den Lehrplan geschrieben. Am Freitag fand ein Berufserkundungstag mit Praxis-Teams statt.

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Einige der Schüler, die sich beim Berufserkundungstag informierten, gemeinsam mit Organisatoren, Lehrern und einigen der Praxis-Teams.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Berufsorientierung ist ein fester Bestandteil an der SVB. Man lege großen Wert darauf, den Schülern von der fünften bis zur zehnten Klasse möglichst vielfältige Berufsbilder zu vermitteln, erläutert Schulleiter Klaus Schäfer. Das geschehe nicht nur durch Praktika, sondern auch durch Berufsschultage, Betriebserkundungen – oder eben den Berufserkundungstag in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer.

„Wir bieten den Schülern Unterstützung auf dem Weg zu einer guten Entscheidung, damit sie sich vorstellen können, was sie nach der Schule machen“, erläutert Schäfer. Dabei lebe man „den Spagat, die Schüler auf die Ausbildung oder auf die weiterführende Schule vorzubereiten“, so der Schulleiter.

Bei dem Erkundungstag setze man auf die Fachkompetenz der Unternehmen, die mit sogenannten „Praxisteams“ aus „einem gestandenen Mitarbeiter im Betrieb und einem Auszubildenden über die Berufsfelder informiert“, wie Henner Geil, Leiter des IHK-Servicezentrums Marburg, erläutert. Vor allem die Auszubildenden seien dabei wichtig, „denn dadurch haben die Schüler einen fast gleichaltrigen Ansprechpartner, der seine Erfahrungen als Auszubildender direkt weitergibt“, sagt Geil. Das habe mitunter einen ganz anderen Stellenwert, als wenn dies ein Erwachsener oder gar ein Lehrer tue, „die Leute kommen direkt aus den Betrieben, deshalb sind die Praxis-Teams so stark“, betont er.

Unternehmen werben um Nachwuchs für Betriebe

In der SVB sei das erste Berufswahlbüro in Zusammenarbeit mit der IHK entstanden – „mittlerweile gibt es fünf davon“, sagt Geil. Am Freitag informierten das Rote Kreuz, die Eisengießerei Fritz Winter, das Autohaus Dippel und das Vila Vita Hotel Rosenpark über die vielfältigen Berufe, die in den Unternehmen angeboten werden. Stevie Jackson, Auszubildender im dritten Lehrjahr bei Winter, informiert Schüler häufiger über seinen „sehr seltenen und weithin unbekannten Beruf des Gießers“.

Die Schüler seien sehr interessiert gewesen. Man sehe im Betrieb „eine steigende Bewerberzahl“ nach solchen Aktionstagen, „und wenn einige Schüler besonders herausgestochen haben, dann laden wir sie auch direkt ein – etwa zur Nacht der Gießereiberufe“, sagt Jackson.

Stefan Dippel informierte über die Automobilberufe – und hatte „sehr spontan“ Tobias Beck von den Beruflichen Schulen Kirchhain mitgebracht. „Wir haben uns gerade erst auf der Versammlung der Kfz-Innung kennengelernt und festgestellt, dass wir gemeinsam über die Berufe informieren wollen“, sagt er.

Vor allem vom Beruf des Automobilkaufmanns hätten die Schüler häufig ein falsches Bild – denn bei ihm gehe es nicht nur darum, Autos zu verkaufen. „Dabei ist er ein Allrounder, der in einem Autohaus in den verschiedensten Abteilungen eingesetzt wird und der für das Geschehen im Autohaus unverzichtbar ist“, fügt Beck hinzu. Die rund 40 Schüler, die sich über die Autoberufe informiert hätten, seien „sehr begeistert gewesen“, so Dippel.

Ausbildung oder erst FSJ?

Die Schüler hatten dabei durchaus schon sehr konkrete Berufsvorstellungen – wie beispielsweise Anna-Lena Pech. „Wo die Reise hingehen soll, steht bei mir schon fest: Ich möchte Bankkauffrau werden“, sagt die 15-Jährige. Dennoch habe sie sich über ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und den Beruf der Fachinformatikerin informiert. „Über die Berufe wusste ich recht wenig, von daher haben mir die zwei Stunden viel Wissen gebracht.“ Aber von ihrem bisherigen Berufsziel möchte sie nicht abrücken.

Die 16-jährige Justina Ball war vom Beruf der Automobilkauffrau sehr überrascht und hat sich ebenfalls über ein FSJ informiert. „Eigentlich spricht mich beides sehr an“, sagt sie. Die Entscheidung für eine Berufswahl sei jetzt noch nicht leichter geworden – aber sie habe ja noch ein Jahr Zeit.

Canan Küderling bezeichnet sich selbst als „sehr kommunikativ“, daher möchte sie eine Ausbildung als Bürokauffrau oder Fitnesskauffrau beginnen. Informiert hat sie sich unter anderem über das Berufsbild der Hotelfachfrau – das sei aber nicht so ihr Fall. „Falls es mit der Ausbildung nicht klappen sollte, hat mich das FSJ sehr angesprochen“, sagt die 14-Jährige.

Noah Krahn überlegt indes, ein soziales Jahr im Kindergarten zu absolvieren – da kamen die Informationen des DRK genau richtig. Aber auch eine Ausbildung als Physiotherapeut oder Landmaschinenmechaniker kann der 16-Jährige sich vorstellen.

von Andreas Schmidt

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