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Schüler informieren sich über Bauberufe

Besuch im Bildungszentrum Schüler informieren sich über Bauberufe

Nachwuchs für das Bauhandwerk zu interessieren war Ziel eines Tages der offenen Tür im Bildungszentrum Bauwirtschaft.

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Mit dem Bagger einen Tennisball versenken oder das Setzen von Randsteinen im Straßenbau: Das waren nur zwei der praktischen Übungen für die Schüler im Bildungszentrum.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. Im Handwerk herrscht gemischte Stimmung in Hessen, einerseits sehen die Auftragslagen und Prognosen durchaus solide aus, andererseits plagen die Branche aber Nachwuchssorgen, vor allem im Straßenbau, Maurerhandwerk und bei den Fliesenlegern.

Aus diesem Grund öffnete das Bildungszentrum Bauwirtschaft seine Pforten für Schüler der Region, um Berührungsängste abzubauen. Für gewöhnlich arbeitet das Bildungszentrum gemeinsam mit der Adolf-Reichwein-Schule daran, Azubis in diesen Berufen praktisch auszubilden – und zwar in den Bereichen, die die Betriebe teilweise nicht abdecken.

„Heute ist das Handwerk so spezialisiert, dass viele kleinere Betriebe in der Praxis gar nicht mehr alle Möglichkeiten des jeweiligen Berufsstandes bedienen, das lernen die Schüler dann bei uns. Entsprechend sind unsere Zeiten in deren Wochenplan integriert“, erklärte Lehrbaustellenleiter Rudolf Paulus. In den Hallen des Zentrums können folglich großflächig Pflastersteine verlegt, Mauern hochgezogen und Fliesen geklopft werden, natürlich jeweils unter der Anleitung erfahrener Profis.

Beim Tag der offenen Tür waren die zupackenden Hände teilweise noch etwas kleiner, schließlich kam ein großer Teil der Gäste aus den Jahrgangsstufen sieben und acht.

„Diesen Tag bieten wir jetzt so zum ersten Mal an, es wurden alle Schulen mit Mittelstufe aus der Region eingeladen und wir sind ganz zufrieden damit, dass wir im ersten Anlauf mehr als 50 Schüler dafür gewinnen konnten,“ so Berufsschullehrerin Franziska Langanke. Ein Bauunternehmen stellte einen großen Radbagger zur Verfügung, mit dem die Kinder einen Tennisball präzise in dem Loch eines Betonblockes verschwinden lassen sollten.

„Die Firmen bemühen sich wirklich um die Jugendlichen, gute Handwerker sind gesucht“, meinte Franziska Langanke und ergänzte: „Wir erleben dabei häufiger, dass sich gerade Hauptschüler in der Praxis sehr anstrengen und anfangs skeptische Ausbilder uns darin unterstützen, dass die ihren Abschluss gut machen, weil sie von deren Arbeitswillen überzeugt sind.“

Neben den Möglichkeiten sich praktisch zu probieren, hatten die Schüler auch Gelegenheit, fachliche Fragen an einem Infostand der Berufsgenossenschaft zu stellen, etwa über die Kostendeckung von Umschulungen oder Fortbildungen.

von Marcus Hergenhan

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