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Schüler hantieren mit flüssigem Eisen

Nacht der Gießereiberufe Schüler hantieren mit flüssigem Eisen

Bei der „Nacht der Gießereiberufe“ in der Eisengießerei Fritz Winter machten sich 38 Schüler von sieben Schulen auf dem Werksgelände ein Bild von der Arbeit mit dem flüssigen Metall.

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Unter Anleitung der Ausbilder konnten die Schüler selbst mit flüssigem Metall arbeiten.

Quelle: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Zuvor hatten die Ausbilder der Firma Winter gezielt für ihre „Nacht der offenen Tür“ geworben. Sie besuchten Schulen und stellten den Schülern die Gießereiberufe vor (die OP berichtete). „Wir waren bei der Gesamtschule Ebsdorfergrund, der Mittelpunktschule Wohratal, der Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf, der Ohmtalschule Homberg/Ohm, der Emil-von-Behring-Schule Marburg, der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain und den Beruflichen Schulen Kirchhain“, erzählte Ausbilder Vincent Schmerberg. In einem Auswahlverfahren habe man 52 Schüler ausgesucht und eingeladen. 38 sind, teilweise mit Lehrkräften, der Einladung gefolgt.

Was sie in der Lehrwerkstatt und auf dem Werksgelände erwartet, ist für die meisten der Schüler, die demnächst einen Schulabschluss anstreben, sehr beeindruckend. In einer kleinen Gruppe steht an einem großen Tisch in der Ausbildungswerkstatt unter anderen Johannes Radtke. Vor sich hat er eine Zeichnung und Material liegen.

Seine Aufgabe besteht darin, das Teil gemäß der Zeichnung zusammen zu bauen. „Es ist relativ einfach, aber man muss genau hinsehen“, sagt der Hauptschüler der siebten Klasse an der Gesamtschule Ebsdorfergrund. Neben ihm steht Pia Lenz, die in diesem Jahr die Ausbildung als Modellbauerin angefangen hat. Sie leistet mit vielen anderen Auszubildenden Hilfestellung, wenn diese nötig wird und beantwortet Fragen der Schüler.

Am besten mit den eigenen Händen erfahren

„Wie beim jährlichen Tag der Ausbildung ist es auch bei der Nacht der Gießereiberufe für die Firmenleitung wichtig, dass die jungen Menschen Kontakt mit den Auszubildenden der Firma haben und sich bei ihnen umfangreich informieren können“, erzählt der Personalchef Andreas Fiedler im Gespräch mit dieser Zeitung. Den Schülern sagt er: „Heute wollen wir euch zeigen, was eigentlich alles in einer Eisengießerei bei den Gießereimechanikern so los ist.“ Deshalb ist gegenüber der ersten Veranstaltung im vergangenen Jahr jetzt auch eine Werksführung inbegriffen.

Die Ausbildungsberufe des Gießereimechanikers und des Modellbauers sollen an diesem Abend den Schülern näher gebracht werden. „Wir müssen die Schüler ins Unternehmen holen, damit sie quasi live vor Ort sehen können, wie das Eisengießen funktioniert. Aber uns ist auch bewusst: Am besten wäre es, wenn sie selbst mit den eigenen Händen etwas machen könnten“, sagt Fiedler.

In vier Gruppen aufgeteilt, bleibt nur eine Gruppe in der Ausbildungswerkstatt. Neben der Werksführung hatte eine Gruppe die Gelegenheit, die Handformerei zu üben. „Das ist für Frauen zu schwer“, meint Julia Köhler von der Marburger Emil-von-Behring-Schule. Und trotzdem ist sie als Handformerin auf Zeit unter der Anleitung des Auszubildenden im vierten Ausbildungsjahr zum Modellbauer, Robert Marquard, begeistert bei der Sache.

An einer weiteren Station haben die Schüler gar die Gelegenheit, mit der entsprechenden Schutzkleidung selber mit heißem Metall zu hantieren. „Es ist ein Erlebnis, das flüssige Eisen selbst zu gießen“, schwärmt Dimitri Berg von der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule, nachdem er sich gerade der Schutzkleidung entledigt hat.

von Klaus Böttcher

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